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19. Juni 2017 05:50; Akt: 19.06.2017 20:22 Print

Terror-Lenker von London ist Waliser Familienvater

Im Londoner Stadtteil Finsbury Park ist ein Fahrzeug vor einer Moschee in eine Menschengruppe gerast.

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Ein Lkw ist im Londoner Stadtteil Finsbury Park in der Nacht auf Montag kurz nach 1 Uhr in eine Gruppe von Menschen gerast, die gerade eine örtliche Moschee verließen. Wie die Polizei bestätigte, gab es dabei einen Toten. Neun weitere Menschen wurden schwer verletzt, zwei davon lebensgefährlich. Laut Augenzeugen war der Lenker absichtlich in die Menschenmenge gerast. Der 47-jähriger Verdächtige, der vom Tatort fliehen wollte, wurde von Augenzeugen bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Er ist in Haft und wird ebenfalls mit Verletzungen behandelt.

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Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Muslime, die am späten Abend vom Fastenbrechen in der Moschee kamen. Die Antiterror-Behörden haben die Ermittlungen übernommen, wie die Londoner Polizei mitteilte. Scotland Yard hat ebenfalls bestätigt, dass wegen Terrorismus ermittelt wird.

Imam schützte Attentäter

Videos zeigten, wie der Imam der Moschee den mutmaßlichen Attentäter vor einem wütdenden Mob beschützte, bis die Polizei ihn festnahm. Laut Augenzeugen soll der 47-Jährige lauthals "Ich will alle Muslime töten" gebrüllt haben, bevor er zu Boden gerungen und fixiert wurde. Beim Verfrachten in den Polizeibus winkte und lächelte er. Beim Täter soll es sich um Darren Osborn, einen vierfachen Familienvater aus Wales handeln.

Die Polizei durchsuchte eine Adresse nahe des Golfclubs von Cardiff. Nachbarn standen unter Schock, als sie die Bilder des Mannes nach der Attacke in den Medien sahen. "Jemand rief mich an und sagte, dass er es war. Ich antworte: 'Das kann nicht sein'. Dann sah ich sein Foto in den Nachrichten und wusste, dass er es ist", berichtet Nachbar Dave A. Die Nachbarn berichteten davon, dass der Mann zwar zurückgezogen gelebt hatte, aber nie auffällig gewesen sei.

Eine muslimische Nachbarin gab an, dass Osborne ihren Sohn am Wochenende beleidigt hätte. Ansonsten hätte es nie Auffälligkeiten gegeben. "Ich sah ihn immer mit seinen zwei Hunden spazieren gehen. Er war eine ganz normale Person mit einer ganz normalen Familie", so Khadijh S. Allerdings sollen sich die Osbornes vor kurzem getrennt haben. Andere Nachbarn bestätigten, dass sie Osborne zwar kannten, aber nie etwas mit ihm zu tun hatten. "Wir sagten 'Hallo' und er sagte 'Hallo', mehr war da nicht", so der Tenor, berichtet der "Guardian".

Vom Ort zum Ziel des Hasses

Die Moschee war früher eine Anlaufstelle für Islamisten. Nach den US-Anschlägen am 11. September 2001 wurde sie mehrere Jahre lang mit extremistischer Ideologie in Verbindung gebracht, doch schließlich geschlossen und neu organisiert. Als Imam der Moschee von Finsbury Park hatte der in einem US-Terrorprozess zu lebenslanger Haft verurteilte Abu Hamza gewirkt.


Hamza hielt in dem Gotteshaus in den 1990er Jahren radikalislamische und antiamerikanische Brandreden. Seit mehr als zehn Jahren gab es keine Verbindungen mehr zu radikalem Gedankengut. Die neue Moschee-Leitung hatte in der Vergangenheit Drohungen erhalten. "Unsere Gebete gelten den Opfern", twitterte der muslimische Dachverband Muslim Council of Britain (MCB).

Großer Schock

Auch Theresa May hat sich zu dem Vorfall im Londoner Stadtteil Finsbury Park geäußert. Die Premierministerin sprach von einer fürchterlichen Attacke auf Muslime. Der Vorfall sei so abscheulich, wie die anderen zuvor begangenen terroristischen Anschläge. "Das war ein Angriff auf Muslime in der Nähe ihres Gottesdienstes... Und wie jeder Terrorakt, versucht er uns auseinander zu reißen", so May.


Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte den Schauplatz ebenfalls besucht. Er lebt an der Seven Sisters Road in der Nähe und sagte, er sei darum schon in der Nacht auf den Vorfall aufmerksam geworden. "Mehrere Polizeifahrzeuge und Helikopter waren da. Ich kenne die Menschen des Gebetshauses sehr gut." Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan bewertete die Tat als zielgerichtete Attacke. Manchesters Bürgermeister Andy Burnham schrieb: "Wir werden weiter zusammenstehen gegen Extremisten, die einen Teufelskreis der Gewalt wollen."

(hos/rfi/red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pferdchen150273 am 19.06.2017 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    anschlag

    eine schreckliche tat die zu verurteilen ist. mein beileid den opfern u hinterbliebenen. dennoch ist dies eine warnung an die politiker in europa ihre einwanderungspolitik zu überdenken. es prodelt in beiden lagern und es ist nur noch eine frage der zeit bis in manchen ländern bürgerkriegsähnliche zustände herrschen werden. am sichersten wohnt man im ehemaligen ostblock. warum wohl ??

    einklappen einklappen
  • G.Amlacher am 19.06.2017 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Kopie

    Die andere Seite past sich an. Aber es rechtfertigt sowas nicht im geringsten. Mensch ist Mensch und sowas ist nur verwerflich. Vieles geht schief bis die Politiker durch inaktivität 2 Extremisten Gruppen erschaffen die das Land in Chaos stürzen werden. Da steht aber England nicht alleine mit dem Problem

  • Ber Eicherung am 19.06.2017 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    FREIHEIT

    Wo die Freiheit nicht beizeiten verteidigt wird, ist sie nur um den Preis schrecklich großer Opfer zurückzugewinnen. Hierin liegt die Lehre des Jahrhunderts. Willy Brandt

Die neusten Leser-Kommentare

  • krag jörgensen am 20.06.2017 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    abscheulich fürwahr!

    Maireserl: "ein Anschlag, der so abscheulich ist wie die vorangegangenen terroristischen Attentate" Ja, abscheulich schon, aber lange nicht so wirkungsvoll. Osborne schaffte null bis einen Toten (woran dieser bedauernswerte Mensch starb, ist ja völlig unklar), die Djihadisten hingegen Dutzende Tote.

  • heinrich am 20.06.2017 06:01 Report Diesen Beitrag melden

    lasst euch nicht blenden

    die eu wird in nächster zeit noch einiger solcher inszenierten anschläge , angeblich von europäern gegen moslems , aus dem hut zaubern , um dem volk weißzumachen das moslems ja die opfer und nicht die täter sind , leute lasst euch nicht blenden , der einzige und wahre terror kommt nur vom islam

  • markus am 20.06.2017 05:57 Report Diesen Beitrag melden

    lächerliches schauspiel

    ein von den moslems selbst inszeniertes wiederliches schauspiel , um sich in die opferrolle zu drängen , da können 300 imame unterschreiben was sie wollen , es glaubt euch keiner euer scheinheiliges bekenntnis das ihr nichts mit dem islamismus zu tun haben wolllt ,..islam ist terrorismus , da gibt es kein wenn und aber .

  • Angel66 am 19.06.2017 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Geht heim..bitte.

    Ungebetene "Gäste" sollten wissen wann es Zeit ist heimzugehen...wenn man einen Anstand und Rest von Würde hat.

  • Völker Ball am 19.06.2017 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    RIP

    Auch wenn es keine Religionen mehr gäbe....dann würden sich die Menschen wegen anderen Themen die Köpfe einschlagen....UNSERE Geschichte des Menschen ist eine einzige Blutspur....