Tödliche Attacke in Hannover

05. April 2018 10:58; Akt: 05.04.2018 11:30 Print

Opfer waren Killerhund "Chico" hilflos ausgeliefert

Die schwerkranke Frau und ihr Sohn sollen mit ihrem Hund komplett überfordert gewesen sein. Als "Chico" ausrastete, konnten sie sich offenbar kaum zur Wehr setzen.

Gruseliger Verdacht: Hund tötete Mutter und ihren Sohn (Video: Glomex/dpa)

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In der Nacht auf Mittwoch hat ein Staffordshire-Terrier seine 52-jährige Besitzerin und ihren 27 Jahre alten Sohn in der gemeinsamen Wohnung angefallen und getötet – "heute.at" berichtete. Zwei Tage nach der tödlichen Attacke in Hannover werden nun immer mehr dramatische Details zu den tragischen Umständen der Bluttat bekannt.

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Wie mehrere deutsche Medien berichten, dürften die beiden Getöteten ihrem Hund "Chico" hilflos ausgeliefert gewesen sein.

Opfer schwerkrank und mit Tier überfordert

Lezime K. soll laut ihrer Pflegerin Galina Pelzer (61) in der Vergangenheit von ihrem gewalttätigen Ehemann derart verletzt worden sein, dass sie seither an einen Rollstuhl gefesselt war. Auch ihr Sohn dürfte seit seiner Kindheit schwer krank gewesen sein. Die deutsche "Bild" beschreibt ihn als "kleinen zierlichen Mann". "Er hatte eine Figur wie ein 13-Jähriger und ist nur nachts mit dem Hund raus gegangen", wird ein Nachbar in einem Bericht der "Welt" zitiert. Die beiden aus dem Kosovo stammenden Opfer sollen mit "Chico" vollkommen überfordert gewesen sein, so der Tenor der übrigen Anrainer. Der Hund sei fortwährend aggressiv gewesen.

"Der Hund wurde immer sofort weggesperrt"

"Der Hund machte einen äußerst aggressiven Eindruck und konnte von dem schmächtigen Mann kaum gehalten werden", wird eine Nachbarin von "Bild" zitiert. Jedes Mal, wenn ihr das Gespann beim Gassi gehen begegnete, hätten sie aus Angst die Straßenseite gewechselt – trotz angelegtem Maulkorb. "Der Hund wurde immer sofort weggesperrt, wenn ich zu Besuch kam", erinnert sich die Pflegerin.

Kampfhund tötet Mutter und Sohn

Der sogenannte "Kampfhund" sei zudem lange Zeit in der Wohnung gehalten worden, auch einen Zwinger gab es dort laut Polizei. Tiertrainerin Susanne Fecker vermutet: Der Staffordshire-Terrier könnte zu wenig Auslauf gehabt haben. "Daraus kann es schon zu einer Aggression kommen", so die Expertin.

Wird "Chico" eingeschläfert?

"Nach dem Stand der Ermittlungen gehen wir davon aus, dass der Hund den Tod der beiden verursacht hat", erklärte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Wie sich die Tragödie aber genau abgespielt hat, ist noch unklar. Am Freitag wird der Obduktionsbericht erwartet.

Der Staffordshire-Terrier ist derzeit in einem Tierheim untergebracht, wo er sich laut "Bild" seither "meist apathisch" verhält. "Nach einer Begutachtung des Hundes durch Veterinärmediziner der Stadt Hannover wird entscheiden, ob das Tier eingeschläfert werden muss. Eine solche Begutachtung ist jedoch erst möglich, wenn sich das Tier nach einem solchen Vorfall – was auch immer sich dort abgespielt hat – beruhigt hat", informiert Stadtsprecher Udo Möller über "Chicos" weiteres Schicksal.

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Antonia am 05.04.2018 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    ich glaube, dass unter solchen Rahmenbedingungen sogar ein Meerschweinchen zum Killer mutiert wäre.

  • L.L. am 05.04.2018 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Haltung

    Was erwartet man sich, wenn man einen so energischen Hund in einer Wohnung hält und auch noch wegsperrt. Hätte er genug auslauf und eine liebevolle Erziehung bekommen, wäre auch er in den Griff zu bekommen gewesen.

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  • Bärli am 05.04.2018 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich eine Chance fr den Hund

    Gewalt in der Familie ist schlimm. Ich vermute, da´es zu Handlungen zwischen Mutter und Sohn kam, die den Hund zupacken liessen. Wegsperren, ist für diese sensiblen, aber auch tempramentvollen Hunde ein nogo. Wenn sie sich mit dem Hund überfordert gefühlt haben, warum nicht gleich abgeben? Warum hat die Pflegerin nicht gehandelt? Wurde der Hund ev. sogar mit Medikamenten ruhiggestellt? Ich hoffe inständig, daß das Tierheim, vor allem aber der Amtsveterinär dem Hund, der das eigentliche Opfer ist, weil dem Menschen ausgeliefert, eine Chance geben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kathrin am 08.04.2018 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Schon alleine Der Titel gehört verboten.... wenn ich schon sowas lese kommt mir die Galle hoch!!! Wenn doch so gute Hundegesetzte in Niedersachsen sind, wieso bitte kann dann eine Rollstuhlfahrerin und ihr behinderter Sohn einen solchen Hund überhaupt halten?!? Einen Hund egal welcher Rasse sollte man Körperlich und geistig gewachsen sein. In dem Fall so traurig es um die beiden verstorbenen ist, haben Mensch UND Behörden versagt, vor allem wenn Hund und Halter den Behörden seit 7 Jahren bekannt sind!!! Das hätte nicht passieren müssen.

  • Claudia am 07.04.2018 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Hund war den Besitzern hilflos ausgesetzt

    Der Hund hatte weder ein Blutverschmiertes Fell noch sonst irgendwelche Auffälligkeiten an sich!!! Ich würde eher sagen, der Hund war den Besitzern völlig hilflos ausgesetzt

  • Cordelia Lichtensteiger am 06.04.2018 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Armer Chico

    Dieser Vorfall ist für mich mysteriös! Seit 50 Jahren halte ich Hunde verschiedenster Rassen und Mischungen! Ich frage mich, weshalb die Nachbarn, die sich am Bellen Chicos (qualvolle Hundehaltung) gestört haben, keine Schreie hörten? Hundebisse sind sehr schmerzhaft! Ich hoffe nur, dass der Rechtsmediziner kein Hundegegner ist... In "dubio pro reo"... Doch für Hunde gilt das natürlich nicht. Hauptsache, langjährig bewährte Vorurteile werden wieder einmal kräftig aufgemischt. Armer Chico.

  • Calimero am 05.04.2018 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Zustände

    Am Morgen nach dem tödlichen Vorfall wird deutlich, dass viele Menschen den Terrier aus der Nachbarschaft kennen und fürchten. Jedes Mal, wenn ich die Wohnung betreten habe, um Frau K. zu waschen, wurde das Tier vom Sohn weggesperrt, erzählt die Pflegekraft Peltzer. Deswegen habe ich ihn auch nie zu Gesicht bekommen.

    • Xeisengel am 06.04.2018 18:44 Report Diesen Beitrag melden

      Kampfhund

      Ganz ehrlich wenn ich die Pflegerin wäre würde ich es auch verlangen die Tiere haben auch den Instinkt normalerweise ihre Besitzer zu beschützen was eher das Gegenteil war die Frau hatte einfach nur angst ich selbst War mit ein Familienmitglied in die Lage das Tier ist mit liebe pur auf gewachsen und beim spazierenGang griff der Hund einen Menschen an Kiosk wo wir etwas kaufen wollten ohne Grund an und hat den arm zerfetzt von den Mann

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  • IDkonzeptKUNST. am 05.04.2018 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Artgerechte Hundehaltung?

    Dieser Artikel sollte eine Warnung sein, für nicht artgerechte Hundehaltung. Wir alle wissen, dass Hunde einen sehr feinen Geruchssinn haben. Die Frau war schwer krank, es muss zu einem Missverständnis gekommen sein, ferner wurde das Tier nicht entsprechend seines Bewegungs- und Arbeitsbedürfnisses geführt und die (Angst) Menschen waren auch nicht Rudelführer. Es kommt zur Eskalation. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass das Tier krank ist. Es trifft keine Schuld.