Riesige Müllkippe

16. Mai 2017 15:31; Akt: 16.05.2017 15:49 Print

Unser Plastikmüll zerstört ein Südsee-Paradies

Die winzige Henderson-Insel ist mehr als 5.000 Kilometer von der nächsten größeren Ortschaft entfernt. Trotzdem gibt es nirgends mehr Abfall als hier.

Der Strand einer der entlegensten Insel der Welt weist die höchste Verschmutzungsdichte überhaupt auf.
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Mitten im Südpazifik liegt Henderson-Island. Die unbewohnte Insel wird, wenn es hochkommt, alle fünf bis zehn Jahre einmal von Wissenschaftlern besucht. Trotzdem hat der Mensch unübersehbare Spuren an den Ufern des Eilands hinterlassen: Die Strände sind über und über mit Plastikteilen bedeckt.

Einer neuen Studie der Universität von Tasmanien zufolge liegen dort 671 Plastikteile pro Quadratmeter. Das ist die höchste Dichte, die jemals aufgezeichnet wurde. Auf die ganze Insel hochgerechnet macht das 37 Millionen Plastikteile. Von einer unberührten Idylle inmitten eines unbewohnten Atolls ist hier gar nichts mehr übrig.

3.750 neu Teile pro Tag

Die Hauptautorin der Studie, Jennifer Lavers, sagt dazu: "Was hier auf Henderson Island passiert ist, zeigt, dass man der Plastikverschmutzung nicht einmal in den entferntesten Regionen der Welt entgehen kann."

"Basierend auf unseren Proben von fünf Stellen auf der Insel haben wir ausgerechnet, dass sich über 17 Tonnen Plastikmüll auf der Insel abgelagert haben und täglich 3.750 neue Teile angeschwemmt werden", so Lavers weiter. Henderson ist eine der vier Pitcairn-Inseln und liegt innerhalb des südpazifischen Wirbels, was erklärt, weshalb so viel Plastikmüll aus dem Meer seinen Weg an deren Strand findet.

Noch mehr Müll

Das Ausmaß der Verschmutzung könnte sogar noch größer sein. Die Forscher konnten nur die Strände, nicht aber die felsigen Küstengebiete untersuchen. Registriert wurden zudem nur Teile größer als 2 Millimeter bis in eine Tiefe von 10 Zentimetern, wie sie in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" schreiben.

Im Rahmen ihrer dreimonatigen Feldforschung sammelten die Wissenschaftler 53.000 Plastikteile, deren Herkunft sie auf 24 Länder zurückverfolgen konnten. Laut Lavers kann das Problem nur gelöst werden, wenn die Plastikproduktion reduziert wird. Das dürfte allerdings schwierig werden. Zurzeit werden pro Jahr 300 Millionen Tonnen Plastik produziert – sechsmal mehr als noch in den 1970er-Jahren.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WolfgangHeute am 16.05.2017 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schweinderl namens Mensch.

    Leider geschieht die Müllentsorgung über Flüsse sowie das Meer und das achtlose wegwerfen von Kunststoffabfällen oft in den sogenannten "Dritte-Welt Staaten". Dem Österreicher da eine Mitschuld zu geben gelingt nur wenn man sich Beispielsweise die Radwege entlang der Donau ansieht. Auch hier liegen die Verpackungen von Gels und Kraftriegeln neben Flaschen isotonischer Getränke.

  • Tony am 16.05.2017 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Aha?

    Also auf Wikipedia steht aber, dass das überhaupt nichts mit unserem Müll zu tun hat, sondern dass der gesamte Plastikmüll der da rumschwimmt letztlich von 8-10 Inseln kommt...

  • Ingrid am 16.05.2017 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Plastikmüll

    Je mehr Fortschritt, desto mehr Verschmutzung. Es wird höchste Zeit umzudenken.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tony am 16.05.2017 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Aha?

    Also auf Wikipedia steht aber, dass das überhaupt nichts mit unserem Müll zu tun hat, sondern dass der gesamte Plastikmüll der da rumschwimmt letztlich von 8-10 Inseln kommt...

  • Ingrid am 16.05.2017 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Plastikmüll

    Je mehr Fortschritt, desto mehr Verschmutzung. Es wird höchste Zeit umzudenken.

  • WolfgangHeute am 16.05.2017 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schweinderl namens Mensch.

    Leider geschieht die Müllentsorgung über Flüsse sowie das Meer und das achtlose wegwerfen von Kunststoffabfällen oft in den sogenannten "Dritte-Welt Staaten". Dem Österreicher da eine Mitschuld zu geben gelingt nur wenn man sich Beispielsweise die Radwege entlang der Donau ansieht. Auch hier liegen die Verpackungen von Gels und Kraftriegeln neben Flaschen isotonischer Getränke.

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