Neuer Stufenplan

07. Mai 2018 14:06; Akt: 07.05.2018 14:35 Print

ÖBB rollen bald nur noch mit "Grünen Strom"

Die ÖBB wollen Energie sparen und CO2-Neutralität erreichen. Dazu wurde ein Stufenplan erstellt, der von Greenpeace kontrolliert wird.

ÖBB und Greenpeace arbeiten zusammen. (Bild:  Foto: Eisenberger)

ÖBB und Greenpeace arbeiten zusammen. (Bild: Foto: Eisenberger)

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Allein in den kommenden fünf Jahren sollen bei den ÖBB 237.700 Megawattstunden Strom und 32.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Stromersparnis entspricht dem Jahresverbrauch von rund 67.000 Haushalten.

Alles fährt mit "Grünem Strom"

Schon heute decken die ÖBB 92 Prozent ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Energieträgern – mehrheitlich aus Wasserkraft, zu einem Drittel aus eigenen Kraftwerken. Dieser Anteil soll noch heuer auf 100 Prozent gesteigert und damit der Bahnstrom-Mix zur Gänze auf „grünen Strom“ umgestellt werden.

Geplante Ausbaustrecken

Wesentliche Schritte des Stufenplans sind die Elektrifizierung weiterer Bahnstrecken und die Umstellung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge. Folgende Strecken stehen innerhalb der nächsten fünf Jahre auf dem Programm: Arnoldstein-Hermagor (2019), Gänserndorf-Marchegg (2020), Marchegger Ast (2023), Klagenfurt-Weizelsdorf (2023), Koralmbahn Graz-Deutschlandsberg (2023), Koralmbahn Wolfsberg-Klagenfurt (2023).

Neue E-Flotte und E-Tankstellen

Die ÖBB setzen an 50 Bahnhöfen in Österreich den Ausbau von neuen E-Tankstellen an den Park&Ride-Anlagen fort. Auch die Rail&Drive-Flotte wird umgerüstet und erweitert. Den Kunden sollen bis Ende des Jahres 22 Elektroautos zur Verfügung stehen – sukzessive wird die Anzahl auf 100 E-Autos gesteigert.

Rund drei Viertel des ÖBB Streckennetzes sind elektrifiziert, etwa 90 Prozent der Personen-Züge fahren mit Strom. Zu den restlichen zehn Prozent zählen Bereiche, deren Elektrifizierung nicht wirtschaftlich wäre, wie Bahnhöfe und der Verschub. Um die Nutzung des Dieselantriebs in Zukunft weiter zu reduzieren, entwickeln die ÖBB auch andere emissionsfreie Antriebsmodelle.

Die Hybridlok

Im Fokus steht derzeit die Hybridlok – eine elektrisch betriebene Verschublok, die oberleitungsfreie Strecken im Verschubbereich mit eigener Energieversorgung überbrücken soll. Auch das Fahren mit grünem Wasserstoff wird überlegt. Dazu soll überschüssige Windenergie nutzbar gemacht werden.

„Die ÖBB sind das größte Klimaschutzunternehmen Österreichs. Gemeinsam mit Greenpeace werden wir alles in Bewegung setzen, um unsere Bahn noch grüner und damit noch attraktiver zu machen. Langfristig wollen wir vollständig CO2-neutral werden“, erklärte ÖBB-Chef Andreas Matthä.

Bahn schützt Klima

“Wer die Bahn nimmt, schützt unser Klima. Darum unterstützen wir die ÖBB dabei, ihre Vorreiterrolle für Klimaschutz weiter auszubauen, etwa indem sie auf grünen Strom umsteigen, Energie sparen und Bahnfahren noch attraktiver machen”, so Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit. Drei Jahre wird Greenpeace das Projekt begleiten. Die Umweltschutzorganisation stellt ihr Know-how für die Kooperation mit den ÖBB kostenfrei zur Verfügung.

Der Verkehr verursacht rund ein Drittel aller Treibhausgase in Österreich. Eine ÖBB-Bahnfahrt ist 13-mal klimafreundlicher als dieselbe Reise mit dem PKW bzw. 28-mal „grüner“ als mit dem Flugzeug. Auch jede Tonne Fracht auf Schiene statt auf der Straße spart CO2 und belastet die Umwelt 13-mal weniger als der Straßentransport.

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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Billy Jean King am 07.05.2018 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut und böse

    Ab sofort kommt bei der ÖBB nur noch der total saubere, besonders reine, umweltfreundliche Strom, in grüner Farbe, zum Einsatz. Wie mich das freut! Denn der extrem dreckige, extrem schmutzige, und besonders radioaktiv verseucht herum strahlende Strom, aus einem Atomkraftwerk ist ja im Stromkabel sofort von jedermann, an seiner strahlend roten Farbe zu erkennen?

  • Railfriend am 08.05.2018 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltfreundlicher ohne Oberleitung

    Wer nicht versteht, warum die Zillertalbahn ohne Oberleitung bleibt: Die Stromkosten sind im Brennstoffzellenbetrieb die gleichen, die Unfallrisiken für Mensch und Tier weit geringer und die Landschaft bleibt von Masten und Drähten verschont.

  • Railfriend am 07.05.2018 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Oberleitung umweltfreundlich ?

    Egal welcher Strom in Oberleitungen fließt, elektrische Bahnsysteme verursachen mehr Tote an Menschen und Tieren als jedes andere Bahnsystem. U.a. aus diesem Grund hat sich die Zillertalbahn für oberleitungsfreien Bahnbetrieb auf Grünstrombasis entschieden. Das ist nachhaltiger Bahnbetrieb mit Zukunft.

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  • Railfriend am 08.05.2018 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltfreundlicher ohne Oberleitung

    Wer nicht versteht, warum die Zillertalbahn ohne Oberleitung bleibt: Die Stromkosten sind im Brennstoffzellenbetrieb die gleichen, die Unfallrisiken für Mensch und Tier weit geringer und die Landschaft bleibt von Masten und Drähten verschont.

  • Railfriend am 07.05.2018 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Oberleitung umweltfreundlich ?

    Egal welcher Strom in Oberleitungen fließt, elektrische Bahnsysteme verursachen mehr Tote an Menschen und Tieren als jedes andere Bahnsystem. U.a. aus diesem Grund hat sich die Zillertalbahn für oberleitungsfreien Bahnbetrieb auf Grünstrombasis entschieden. Das ist nachhaltiger Bahnbetrieb mit Zukunft.

  • Billy Jean King am 07.05.2018 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut und böse

    Ab sofort kommt bei der ÖBB nur noch der total saubere, besonders reine, umweltfreundliche Strom, in grüner Farbe, zum Einsatz. Wie mich das freut! Denn der extrem dreckige, extrem schmutzige, und besonders radioaktiv verseucht herum strahlende Strom, aus einem Atomkraftwerk ist ja im Stromkabel sofort von jedermann, an seiner strahlend roten Farbe zu erkennen?