Schwere Anschuldigung

08. Februar 2018 08:49; Akt: 08.02.2018 09:06 Print

"Manipulation": Nowotny (OeNB) attackiert Trump

Für Ewald Nowotny, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank und EZB-Mitglied, ist US-Präsident Donald Trump eine Gefahr bzw. ein Unsicherheitsfaktor für die internationale Finanz- und Wirtschaftswelt.

Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny (Bild: Helmut Graf)

Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny (Bild: Helmut Graf)

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Nowotny sagte in einem Interview mit der "Wiener Zeitung", dass man darüber sehr erstaunt sei, dass das "Finanzministerium den US-Dollar bewusst drückt und niedrig halten will". Die Anschuldigung ist schwerwiegend.

Nowotny teilt auch direkt gegen Präsident Trump aus. Dass es im Umfeld von Donald Trump, wo es ja eine Reihe vernünftiger Menschen gebe, niemand geschafft habe, einen posisitven Einfluss auf Trump auszuüben, verwundere ebenfalls.

Auf die Frage, wie die Europäische Union beziehungsweise Österreich auf Trump und diese US-Administration reagieren sollte, sagt Nowotny:

"Die EU muss gerade jetzt stärker zusammenrücken und ein Gegengewicht bilden. Fakt ist aber, dass die EU in vielen Bereichen gespalten ist und auch der Brexit diese Spaltung zusätzlich forciert."

"Bitcoin kann Kriminellen helfen"
Zum Thema Bitcoin sagt der Finanzexperte: "Bitcoin ist ein reines Spekulationsobjekt, das sich als Währung ausgibt. Weltweit sind Bitcoin im Wert von circa 190 Milliarden Euro im Umlauf, der Euro-Bargeld-Umlauf ist mit 1100 Milliarden Euro fast sechsmal so hoch. Solange das so begrenzt stattfindet und die Menschen nicht massenhaft Kredite aufnehmen, um mit Bitcoin zu spekulieren, sehe ich keine Gefahr für die Finanzmarktstabilität. Es braucht aber eine Regulierung."

Es könne nicht wahr sein, dass einerseits der 500-Euro-Schein nicht mehr gedruckt wird, um Geldwäsche zu bekämpfen, und jedem noch so kleinen Sparverein strenge Regeln aufbrummen. Und auf der anderen Seite "dann einfach zuzusehen, wie weltweit munter mit Bitcoin Geld gewaschen wird".

Entsprechende EU-Beschlüsse müssten nun national umgesetzt werden. Das heiße aber nicht, dass jeder Bitcoin-Nutzer ein Verbrecher sei. Aber: "Bitcoin kann Kriminellen helfen".

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy am 08.02.2018 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gagenkaiser

    Der Nowotny der Gagenkaiser und Privilegienritter sollte lieber ruhig sein. Er soll mal sein Gehalt und seine zukünftige Pension bekanntgeben.

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  • Mooslechner am 08.02.2018 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    reduzierte Staatsmacht

    Bitcoin kann nicht beschlagnahmt werden, Bitcoin kann nicht geraubt werden (außer durch physischen Zugriff auf den Computer), Bitcoin kann nicht besteuert werden, Überweisungen mit Bitcoin können nicht verfolgt werden, Bitcoin verursacht keine Transaktionskosten, usw. Kurzum: Bitcoin bringt die Überwachungsmacht des Staates zum Schwinden. Aber natürlich: Einem Volkswirtschaftler und Finanzer der alten Tradition wie Nowotny muss da Angst und Bang werden.

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  • Europäer62 am 08.02.2018 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    heulsuse

    Der ist aber eine Heulsuse. Sollte lieber die EZB kritisieren mit ihrer Politik gegen das europäische Volk (Nullzins). Die EU gäbe es schon lange nicht mehr wenn sie ihre eigenen Regeln eingehalten hätten. Fehlkonstruktion.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • TantePolly am 12.02.2018 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Bitcoins sind das kryptografische

    Äquivalent zu einem gelösten Kreuzworträtsel. Kreuzworträtsel-Fanatiker können damit untereinander Handel treiben aber kein vernünftiger Mensch wird sein Vermögen in eine Sammlung von gelösten Kreuzworträtseln investieren. Nach dem Krieg wurden auch ausländische Briefmarken als Einzelstücke unter Sammlern gehandelt. Bis man sie schließlich nach Gewicht kaufen konnte und ganze Sammlungen im Papierkorb landeten.

  • TantePolly am 12.02.2018 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Jede Bank hat Angst vor einem Bankrun.

    Weil ihre Kundenguthaben nur zu ca. 5 % durch Bargeld gedeckt sind. Sobald mehr als 5 % von den Konten abgehoben werden sind sie zahlungsunfähig. Deshalb wollen sie das Bargeld überhaupt abschaffen. Und das Bargeld selbst ist überhaupt völlig ungedeckt. Im Ernstfall kann man höchstens 100 auf 2 x 50 umtauschen aber keinerlei reellen Gegenwert dafür von einer Bank erhalten.

  • Europäer62 am 08.02.2018 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    heulsuse

    Der ist aber eine Heulsuse. Sollte lieber die EZB kritisieren mit ihrer Politik gegen das europäische Volk (Nullzins). Die EU gäbe es schon lange nicht mehr wenn sie ihre eigenen Regeln eingehalten hätten. Fehlkonstruktion.

  • Leistung Haben am 08.02.2018 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wir können uns nichts leisten

    Deutschland/Österreich schadet seinen eigenen Leuten. Deutschland ist wieder Export-Weltmeister. Das klingt gut, birgt aber Probleme - nicht nur wegen Donald Trump.

  • Mooslechner am 08.02.2018 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    reduzierte Staatsmacht

    Bitcoin kann nicht beschlagnahmt werden, Bitcoin kann nicht geraubt werden (außer durch physischen Zugriff auf den Computer), Bitcoin kann nicht besteuert werden, Überweisungen mit Bitcoin können nicht verfolgt werden, Bitcoin verursacht keine Transaktionskosten, usw. Kurzum: Bitcoin bringt die Überwachungsmacht des Staates zum Schwinden. Aber natürlich: Einem Volkswirtschaftler und Finanzer der alten Tradition wie Nowotny muss da Angst und Bang werden.

    • Plot am 08.02.2018 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      Gs

      Aber wenn ein paar Finanzjongleure wieder einmal Millionen verspekulieren, dann wird laut nach staatlicher Regulierung gerufen, bitte vorm schreiben denken.

    • Klappi am 08.02.2018 15:28 Report Diesen Beitrag melden

      Missbrauch - Überwachung

      Was willst du, Plot? Ein Messer kann missbraucht werden, ein Injektionsspritze, ein Stück Papier, eine Tasche, ein Auto, ein Lastwagen, ein Flugzeug, TNT, GPS, die Medien - und so auch das Internet mit allem Drum und Dran. Und weisst du, was am meisten missbraucht wird: die ÜBERWACHUNG, nämlich von den Überwachern.

    • Ich bin's am 09.02.2018 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      @Mooslechner

      1: Soviel ich weiß hat sich die Staatsanwaltschaft eines deutschen Bundeslandes über den gestiegenen Wert der beschlagnahmten Bitcoins sehr gefreut. 2: Erzählen sie das doch den vielen Händlern, denen Bitcoins im Wert von inzw. mehreren 100 Mill. $ geraubt wurden. 3: Das wird die Zukunft zeigen. 4: Solange noch Synonyme verwendet werden dürfen. 5: Inzwischen werden Transaktionen abgebrochen, weil die Transaktionskosten den Transaktionswert übersteigen. Und zu guter letzt, empfehle ich ihnen noch: googeln sie doch mal nach 51% Bitcoin Problem.

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