Zusammenaschluss

06. September 2018 13:37; Akt: 06.09.2018 14:21 Print

Österreicher Rene Benko zimmert Kaufhaus-Riesen

Karstadt und Kaufhof, die letzten großen Warenhäuser Deutschlands, fusionieren. Karstadt-Eigentümer Rene Benko hat einen neuen Kaufhaus-Konzern geschaffen.

Investor Rene Benko (Bild: picturedesk.com)

Investor Rene Benko (Bild: picturedesk.com)

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Die Banken haben einem Zusammenschluss der beiden Unternehmen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung“ zugestimmt und damit den Weg für den Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof frei gemacht. Jetzt entsteht der zweitgrößte Kaufhaus-Konzern Europas unter Führung des Österreichers Rene Benko.

Die österreichische Signa-Holding von Benko soll als Karstadt-Eigentümer die Mehrheit an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen halten. Insider gehen davon aus, dass der Fusionsvertrag zwischen Signa und der Kaufhof-Mutter, der kanadischen Hudson's Bay Comany (HBC), bis zum 15. September unterzeichnet wird, so die Süddeutsche.

5.000 Jobs fallen weg

Wegen der desolaten Finanzsituation bei Kaufhof und HBC sollen beim Kölner Warenhauskonzern etwa 5.000 der insgesamt knapp 20.000 Arbeitsplätze wegfallen. Eine Jobgarantie gibt es nicht, stattdessen sollen Sozialpläne erstellt werden. Auf die verbleibenden Mitarbeiter kommt ein Sanierungstarifvertrag mit schlechteren Konditionen zu, so die Süddeutsche.

Kaufhof machte Verluste

Kaufhof macht seit der Übernahme durch die Kanadier steigende Verluste in Millionenhöhe und soll am Rande der Insolvenz gestanden haben. Das Bankenkonsortium habe das Vertrauen in HBC verloren, weil die Kanadier kein einziges Mal in drei Jahren die im Kreditvertrag vereinbarten Bedingungen erfüllt hätten. Sie sollen den vollständigen Ausstieg der Kanadier bevorzugt haben, hieß es, seien aber mit einer Mehrheitsverteilung zugunsten von Signa einverstanden.

Signa stellt Management

Wie die SZ aus Bankenkreisen erfuhr, soll Signa das gesamte Management des Gemeinschaftsunternehmens stellen. Geführt werden soll es vom derzeitigen Karstadt-Chef Stephan Fanderl, der auch Chef der Einzelhandelssparte von Signa ist, sowie von Karstadt-Finanzchef Miguel Müllenbach. Von HBC soll niemand am Management beteiligt sein. Deren Vertreter sollen im Aufsichtsrat sitzen. Das sei eine Forderung der Banken gewesen sein, hieß es.

Faktisch übernimmt Signa 50,01 Prozent am Warenhausgeschäft des Joint Ventures. Zwei Immobilienpakete, eines mit 41 Häusern, ein anderes mit 18 Gebäuden, teilen sich beide jeweils zur Hälfte. Der Kredit, den das Bankenkonsortium vor drei Jahren den Kanadiern bewilligte, um den Kauf von 41 Kaufhof-Immobilien zu finanzieren, läuft weitere sieben Jahre, meldete die Süddeutsche. Das beschlossen die Vorstände der beteiligten Geldhäuser unter Führung der Landesbank Baden-Württemberg.

Zweitgrößte Kaufhauskonzern Europas

Durch die Fusion entsteht der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas nach dem spanischen Unternehmen El Corte Inglés. Er erwirtschaftet mit mehr als 30.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa fünf Milliarden Euro, El Corte Inglés kommt auf mehr als das doppelte.

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Na Servas am 07.09.2018 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Wenn er aus dem Kaufhof einen zweiten Karstadt macht kann ich nur sagen, armes Deutschland, war Karstadt früher ein Kaufhaus das man gerne besuchte lässt man es heute lieber sein. Ich fürchte mit kika und Leiner wird ähnliches geschehen. Den Lutz wirds freuen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Na Servas am 07.09.2018 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Wenn er aus dem Kaufhof einen zweiten Karstadt macht kann ich nur sagen, armes Deutschland, war Karstadt früher ein Kaufhaus das man gerne besuchte lässt man es heute lieber sein. Ich fürchte mit kika und Leiner wird ähnliches geschehen. Den Lutz wirds freuen.