Laut Studie

26. Juli 2012 20:57; Akt: 07.12.2012 10:15 Print

Rating-Agenturen an Eurokrise schuld

Standard & Poors, Moodys und Fitch: Die Wirtschaftsuniversität HSG St. Gallen geht mit den Rating-Agenturen hart ins Gericht. Eine Studie zeigt, dass viele Herabstufungen europäischer Staaten willkürlich erfolgten und so die Krise erst ausgelöst haben.

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Standard & Poor's, Moody's und Fitch: Die Wirtschaftsuniversität HSG St. Gallen geht mit den Rating-Agenturen hart ins Gericht. Eine Studie zeigt, dass viele Herabstufungen europäischer Staaten willkürlich erfolgten und so die Krise erst ausgelöst haben.

Untersucht wurden in dieser Studie volkswirtschaftliche Daten wie Staatsverschuldung oder Inflation von 25 OECD-Ländern über die vergangenen elf Jahre. Diese Daten wurden mit den Entscheidungen der Rating-Agenturen verglichen. Ergebnis: Bei den massiven Herabstufungen seit 2008 seien völlig andere Maßstäbe angelegt worden als vor der Krise.

Schadenersatz für höhere Zinsen

Die Studie belegt, was Kritiker den Agenturen schon lange vorwerfen: "Die Rating-Agenturen sind erschrocken, als sich die Welt einig war, dass man die Finanzmärkte zurückstutzen muss. Das können sie nicht wollen, denn sie verdienen dort ihre Brötchen", so Studienautor Manfred Gärtner. Er fordert ein Klagerecht für Staaten, um Schadenersatz für höhere Zinsen zu erwirken, die wegen der Bewertungen der Agenturen anfallen.

Robert Zwickelsdorfer