EU-Geschlechtervergleich

05. April 2012 09:18; Akt: 05.04.2012 13:04 Print

Bei uns verdienen Frauen am wenigsten

Dieser Donnerstag ist "Equal Pay Day". Der Stichtag ist vom Frauennetzwerk "Business and Professional Women Austria" ausgerufen worden. Er markiert jene Grenze, an der Frauen durchschnittlich dasselbe verdient haben, wie ihre männlichen Kollegen im Jahr zuvor. Der Tag macht deutlich, dass Frauen durchschnittlich um ein Viertel weniger verdienen als Männer - Österreich ist in dieser Hinsicht EU-Schlusslicht.

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Dieser Donnerstag ist "Equal Pay Day". Der Stichtag ist vom Frauennetzwerk "Business and Professional Women Austria" ausgerufen worden. Er markiert jene Grenze, an der Frauen durchschnittlich dasselbe verdient haben, wie ihre männlichen Kollegen im Jahr zuvor. Der Tag macht deutlich, dass Frauen durchschnittlich um ein Viertel weniger verdienen als Männer - Österreich ist in dieser Hinsicht EU-Schlusslicht.

Frauen müssen laut Statistik 2010 um 66 Tage länger arbeiten um gleich viel zu verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Und: Frauen bekommen im Brutto-Stundenlohn-Vergleich um mehr als ein Viertel weniger. Das sind statt etwa 16 Euro nur gut zwölf Euro. Hochgerechnet auf einen Monat beträgt der Unterschied bei allen unselbständig Beschäftigten mehr als 700 Euro brutto für einen Vollzeitjob. Vergleicht man das Einkommen von Männern und Frauen, die in der gleichen Branche mit der gleichen Ausbildung arbeiten, dann ergibt sich immer noch ein Lohn-Unterschied von 18 Prozent.

Rote Laterne

Innerhalb der EU ist Österreich von jenen Staaten, die die Einkommensunterschiede gemeldet haben, vom zweitletzten auf den letzten Platz abgerutscht. So große Unterschiede gibt es nur noch in Tschechien, mit dem Österreich die rote Laterne teilt.

Heinrich-Hoschek: Anhebung des Mindestlohns

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sieht dennoch Fortschritte. Die SPÖ-Politikerin erkennt im Kampf um gleiche Entlohnung immerhin gewisse Erfolge, zu messen daran, dass der "Equal Pay Day" heuer um acht Tage früher stattfinde. Heinisch-Hosek will den Mindestlohn von 1.300 Euro auf 1.500 Euro anheben."Denn Absicherung für Frauen bedeute ein Gehalt, von dem man tatsächlich leben könne. Weiters gehe es um innerbetriebliche Weiterbildung und darum, dass Stundenlöhne bei Teilzeit in der Regel um bis zu einem Drittel niedriger sind."

Wirtschaftskammer "leugnet" Unterschiede

Die Politik könne Rahmenbedingungen schaffen, und das mache sie auch, sagt Heinisch-Hosek, und nennt als Beispiel die Einkommensberichte sowie die Lohn- und Gehaltsrechner. Kein Verständnis hat Heinisch-Hosek für die Wirtschaftskammer, die die Einkommensunterschiede leugnet.