AK vermutet Preisabsprache

28. Juni 2012 10:16; Akt: 28.06.2012 11:06 Print

Teure Tank-Abzocke auf Autobahnen vor Ferien

Rechtzeitig zu Ferienbeginn analysierte die Arbeiterkammer (AK) die Spritpreise bei 1500 Tankstellen in ganz Österrech. Das Ergebnis: Tanken ist im Westen Österreichs teuerer als im Osten. Und wer entlang von Autobahnen oder im Ausland seinen Tank füllt, wird gnadenlos abgezockt.

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(Bild: Fotolia.com)

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Die Preise für Eurosuper waren im Juni um 2,1 Prozent höher als im Juni 2011, bei Diesel betrug der Preisanstieg 1,7 Prozent, zeigt die AK-Analyse. "Der Höhenflug setzt sich fort", kritisiert AK-Energie-Experte Dominik Pezenka. Zum Vergleich: Insgesamt betrug die Teuerung im Mai 2,1 Prozent.

Im regionalen Vergleich zeigte sich, dass das Tanken im Westen am teuersten ist. In Niederösterreich, Oberösterreich und Wien ist es am günstigsten. "So ist zum Beispiel in Tirol der Sprit um durchschnittlich vier Cent teurer als in Niederösterreich", sagte Pezenka. Er empfiehlt auch, Autobahntankstellen zu meiden. Eurosuper ist dort um 14,3 Prozent, Diesel um 15,8 Prozent teurer als an Straßentankstellen. "Eine Tankfüllung kostet damit an der Autobahntankstelle im Durchschnitt um rund 13 Euro mehr", rechnet Pezenka vor. "Die Rekordpreise an den Autobahntankstellen genau vor den Sommerferien sind reinste Abzocke."

Tanken beim Diskonter zahlt sich nicht wirklich aus, sind die Preise im Durchschnitt doch nur um rund einen Cent billiger als Markentankstellen.

Nur Slowenien günstiger als Österreich

Obwohl die Arbeiterkammer die hohen Spritpreise in Österreich kritisiert, empfehlen die AK-Experten dennoch, vor der Urlaubsfahrt noch zu Hause zu tanken - denn im benachbarten Ausland tankt man nur in Slowenien günstiger als in Österreich, dort ist Diesel um fünf Cent billiger als in der benachbarten Steiermark, Eurosuper hingegen ist teurer. Deutschland und Italien sind wegen der dort höheren Mineralölsteuer besonders teuer.

Vier Firmen teilen sich Autobahntankstellen

Die AK vermutet Preisabsprachen, denn nur vier Multis würden sich den Markt an Autobahnen aufteilen. In Österreich werde deswegen die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) den Mineralölmarkt prüfen, aber auch eine europäische Marktuntersuchung sei notwendig. Außerdem sollen sich die Mineralölhändler künftig für ihre Preise rechtfertigen müssen, verlangt die AK. Finanzinvestoren sollen vom Treibstoffhandel an der Börse ausgeschlossen werden, fordert die AK weiter. Damit soll die Spekulation bekämpft werden.

APA/red.