Leistbares Wohnen

13. August 2018 13:15; Akt: 13.08.2018 13:38 Print

AK fordert Aus für befristete Mietverträge

Drei von vier neuen Mietverträgen sind befristet, klagt die Arbeiterkammer, und fordert ein neues Mietrecht.

Im Schnitt sind Mietverträge auf 5 Jahre befristet. (Bild: iStock)

Im Schnitt sind Mietverträge auf 5 Jahre befristet. (Bild: iStock)

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Rund drei von vier neuen Wohnmietverträgen werden in Österreich befristet abgeschlossen. Das zeigt eine aktuelle AK Analyse des Mikrozensus 2017 der Statistik Austria für Österreich und Wien. „Befristete Mietverträge sind ein Problem – bei Verlängerung oder Umzug rollt wieder eine Kostenlawine auf die Mieter zu“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Sie verlangt: „Weg mit den Befristungen bei Wohnungsvermietung!“

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Rund drei von vier neuen Wohnmietverträgen sind in Österreich befristet – im Schnitt auf etwa fünf Jahre. In Wien sind sieben von zehn neuen gewerblichen Wohnmietverträgen befristet.

650.000 Menschen betroffen

Bundesweit wurden im Jahr 2016 insgesamt rund 179.900 neue Mietverträge abgeschlossen, davon 116.700 nur für gewerbliche Mietwohnungen. Bei den bestehenden Wohnmietverträgen nimmt daher der Befristungsanteil laufend zu – in Österreich ist schon fast jeder zweite aufrechte Mietvertrag befristet. Davon sind etwa 650.000 Menschen betroffen.

Hohe Kosten plus Unsicherheit

„Befristete Mietverhältnisse bedeuten für die betroffenen Mieterhaushalte enorme Rechtsunsicherheit. Kaum ein Mieter geht gegen gesetzwidrige Mietzinse oder überhöhte Betriebskosten vor, wenn er den Verlust der Wohnung fürchtet. Und: Wenn die Befristung ausgelaufen ist, wird es in fast jedem Fall teurer“, betont Anderl.

„Wer sich eine neue Mietwohnung suchen muss, hat mit Umzugs- und Maklerkosten zu rechnen. Insbesondere für Familien mit Kindern ist der Verlust sozialer Netze, auch etwa der Schul- und Kindergartenwechsel durch unfreiwillige Umzüge problematisch,“ so die AK-Chefin.

AK für neues Mietrecht

Die AK fordert daher, dass die Befristungen weitgehend untersagt werden. Große Immobiliengesellschaften, die über hunderte Wohnungen verfügen, sollen diese nur unbefristet vermarkten dürfen.

Privatpersonen ausgenommen

Bei Privatpersonen, die eine Wohnung vermieten, soll hingegen bei einem Eigenbedarf für ihre Kinder oder Enkerl die Befristung weiter möglich sein. „Überdies muss endlich das Mietrecht reformiert werden“, verlangt Anderl. „Wir brauchen rasch ein neues einheitliches Mietrecht mit tauglichen Mietobergrenzen, damit Wohnen leistbar wird.“

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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mieter am 13.08.2018 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    3 Gründe gegen eine Änderung

    1. Die Befristung gilt nur bei Anwendung des Mietrechtsgesetzes. 2. Die Sozialpartner waren es, die die Befristung einführten. Sprich, bei einer Befristung ist der Mietzins automatisch um 25 % günstiger. 3. Jeder Vemrieter ist daran interessiert, die Mieteinnahmen langfristig abzusichern. Jede Unterbrechnung bedeutet auch Kosten für den Vermieter: Instandsetzen, Ausmalen, Reinigen, Inserieren, Maklerkosten, Mietausfall. Die Befristung ist die einzige Möglichkeit, Mietnomaden los zu werden, da das MRG den Mieter allumfassend schützt.

  • Hausherr am 13.08.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Mietverträge

    Und das mit der Befristung ist auch gut so. Wenn man mal Eigenbadarf an der Wohnung hat, spart man sich VIELE Probleme.

  • Herbert am 13.08.2018 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    25 % Abschlag bei Miete wird abgeschafft

    Die AK will die jetzige Mietzinsminderung von 25 % bei Befristung abschaffen (§§ 16 Abs 7 und 26 Abs 3 MRG). Damit werden die Mieten - speziell in Altbauten - teurer! Also genau dort, wo ohnehin jene Mieter sind, die sich die privaten Mieten von neubauten nicht leisten können. Das verrät die AK nicht! Eine Schweinerei.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Maverick am 18.08.2018 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Kontraproduktiv

    Die Roten gehen immer sehr locker mit Dingen um, die anderen gehören. Deshalb ist diese Partei unwählbar. Sie kapieren einfach nicht, dass immer mehr Beschränkungen zu immer mehr Widerstand führt. Ich habe meine Wohnung immer nur befristet vermietet, weil du sonst als Vermieter keine Chance hast, einen auch noch so querulanten und störenden Mieter je wieder los zu werden. In der Zwischenzeit habe ich eine Mieterin ohne Mietvertrag, die schon über 15 Jahre in meiner Wohnung wohnt. Zur vollsten Zufriedenheit beider Seiten.

  • Herbert am 13.08.2018 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    25 % Abschlag bei Miete wird abgeschafft

    Die AK will die jetzige Mietzinsminderung von 25 % bei Befristung abschaffen (§§ 16 Abs 7 und 26 Abs 3 MRG). Damit werden die Mieten - speziell in Altbauten - teurer! Also genau dort, wo ohnehin jene Mieter sind, die sich die privaten Mieten von neubauten nicht leisten können. Das verrät die AK nicht! Eine Schweinerei.

  • Stephan am 13.08.2018 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialpartner setzen Mieter auf Straße

    Das Problem der AK ist, sie kann sich nur dort wichtig machen, wo das Mietrechtsgesetz zur Anwendung kommt. In Privatverträge, also jene, die dem ABGB unterliegen, darf sie nicht eingreifen, denn hier gilt Vertragsfreiheit. Das Mietrechtsgesetz ist das Ergebnis einer sozialromantischen Regelung des Mietrechts und bewirkte das komplette Gegenteil. Mangels Mieteinnahmen können die Altbauten nicht instandgesetzt werden; die Eigentümer verkaufen; das zieht Immobilienhaie an, die die Altmieter rausekeln; dann wird das Haus abgerissen oder saniert und die Wohnungen als Eigentum verkauft. Gratuliere!

    • Eigentümer am 13.08.2018 22:23 Report Diesen Beitrag melden

      @SPÖ fördert Mietnomaden

      Schließe mich dem als Vermieter an. Ich besitze mehrere Altbau-Wohnungen. Die durch das Mietrechtsgesetz regulierten Mieten decken nicht einmal die Kosten für Instandsetzungsarbeiten innerhalb der Wohnung. Über den Zustand des Hauses (Leitungen, Dach, Fenster, Wäremdämmung) brauche ich nicht weiter ausführen. Ich versuche schon lange die Wohnungen zu verkaufen, weil die übermäßige Regulierung jede Investition ad absurdum führt. Und dann gibt es noch die SPÖ-nahe Mietervereinigung, die Mietnomaden fördert. Die hinterlassenen Schäden kann der Vermieter zahlen. Womit denn?

    einklappen einklappen
  • Mieter am 13.08.2018 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    3 Gründe gegen eine Änderung

    1. Die Befristung gilt nur bei Anwendung des Mietrechtsgesetzes. 2. Die Sozialpartner waren es, die die Befristung einführten. Sprich, bei einer Befristung ist der Mietzins automatisch um 25 % günstiger. 3. Jeder Vemrieter ist daran interessiert, die Mieteinnahmen langfristig abzusichern. Jede Unterbrechnung bedeutet auch Kosten für den Vermieter: Instandsetzen, Ausmalen, Reinigen, Inserieren, Maklerkosten, Mietausfall. Die Befristung ist die einzige Möglichkeit, Mietnomaden los zu werden, da das MRG den Mieter allumfassend schützt.

  • Noxx am 13.08.2018 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Machts eine mietnomandendatenbank

    Dann kann man eventuell darüber rede und bis dahin ... wie uch was vermiete könnt ihr ruhig mir überlassen ... den schaden den mir 3 mietnomaden eingebrockt haben habt ihr auch mir überlassen... also schön brav leise seun und nix fordern