Automarkt

11. September 2018 15:30; Akt: 11.09.2018 15:39 Print

Diesel-Verkäufe in ganz Europa brechen ein

Die Verkäufe von Dieselautos sind in Europa stark zurückgegangen. Die Autobauer müssen sich daher auf CO2-Strafzahlungen einstellen.

Im ersten Halbjahr 2018 ist der Dieselanteil an Neuwagen in Europa um über 8 Prozent gesunken. Der Gesamtanteil bei den neu verkauften Autos beträgt noch 36 Prozent. (Bild: picturedesk.com)

Im ersten Halbjahr 2018 ist der Dieselanteil an Neuwagen in Europa um über 8 Prozent gesunken. Der Gesamtanteil bei den neu verkauften Autos beträgt noch 36 Prozent. (Bild: picturedesk.com)

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Das Misstrauen der Konsumenten gegenüber Autos mit Dieselmotor zeigt sich in Zahlen: Im ersten Halbjahr 2018 ist der Diesel-Anteil an Neuwagen in Europa um über 8 Prozent gesunken. Der Gesamtanteil bei den neu verkauften Autos beträgt noch 36 Prozent. Auch die Schweiz trägt zu dieser Entwicklung bei, wie eine Studie der Universität Duisburg zeigt.

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Auslöser sind laut der Studie der Dieselskandal und drohende Fahrverbote für Dieselautos mit den Abgasnormen Euro-1 bis Euro-5. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die vor September 2015 in Verkehr gesetzt wurden. Erst letzte Woche hat ein deutsches Gericht entschieden, dass ältere Dieselautos und noch ältere Benziner ab Anfang 2019 nicht mehr in Frankfurt fahren dürfen. Damit soll die Stickstoffoxid-Belastung reduziert werden.

Milliarden-Strafzahlungen drohen

Laut Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer gibt es im Dieselauto-Markt ein strukturelles Problem: "Es gibt kaum Gründe dafür, dass sich die Marktanteile wieder erholen." Durch das Wegfallen der Verkäufe von Dieselfahrzeugen könnten die Autobauer nicht genug CO2 einsparen. Was nach einem Paradox klingt, erklärt Andreas Burgener, Direktor vom Branchenverband Auto Schweiz, so: "Neue Diesel-Autos sind auf Langstrecken immer noch deutlich CO2-freundlicher als Benziner." Da sich die Autokäufer als Alternative zu Dieselfahrzeugen eher für Benziner als für ein Elektroauto entscheiden, steigt für die Autobauer das Risiko für Milliarden-Strafzahlungen wegen der Verletzung von CO2-Zielen.

Der Diesel-Absatzeinbruch ist nicht das einzige Problem der Autoindustrie. Nach Ankündigung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel soll bis Ende September entschieden werden, ob wegen der CO2-Ziele eine Nachrüstung von älteren Dieselmotoren nötig ist. Um diese Frage zu klären, wurde eine Expertenrunde eingesetzt, die sich nach Recherchen der "Welt" noch immer uneinig ist.

Wer zahlt die Nachrüstungen?

Besonders beim Punkt, wer eine allfällige Nachrüstung der Motoren bezahlen soll, herrsche in der Expertenrunde kein Konsens: Soll die Industrie dafür aufkommen? Die Autohalter? Oder die Steuerzahler? Abhängig vom Modell und vom Aufwand beim Einbau belaufen sich die Kosten laut der Zeitung für die Umrüstung pro Auto zwischen 1.000 und 11.000 Euro.

Auto-Schweiz-Direktor Burgener glaubt nicht, dass Dieselautos durch diese Entwicklungen in den nächsten 20 Jahren vom Markt verschwinden werden. Was er sich wünscht, ist mehr Sachlichkeit in der Diesel-Diskussion: "Man muss sich bewusst werden, dass die deutschen Fahrverbote ältere und nicht neuere Dieselautos betreffen."

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(vay/20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Al am 11.09.2018 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verdrehte Welt

    Lustig wie ausgerechnet Frankfurt die Dieselfahrzeuge aus Umweltgründen verbannen möchte. Die Belastung durch den Flughafen ist um ein vielfaches höher.

  • onlinekiebitz am 11.09.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Na gut, wenn der vekauf ....

    .... von diesel einbricht, warum ist er dann noch so teuer ???

  • kein Schaden ohne Nutzen am 12.09.2018 06:06 Report Diesen Beitrag melden

    die umweltfreundliche E-Auto Steuer

    nachdem auch immer mehr E-Autos in Ö zugelassen werden, wird in absehbarer Zeit eine entsprechend hohe E-Auto Benutzungssteuer pro Monat eingeführt werden müssen, da die Steuereinnahmen durch weniger Mineralölsteuereinnahmen, MWSt., Öle, Werkstattbesuche, Ersatzteile usw. deutlich zurückgehen werden zudem werden auch noch tausende Arbeitsplätze verloren gehen (Werkstätten, Tankstellen, Ersatzteilproduktion, Raffinerien, Zubehörhandel....)

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Kemminger am 13.09.2018 01:50 Report Diesen Beitrag melden

    Versteckte Kosten beim Diesel

    kommen zu dem unverschämten Aufpreis beim Kaufen von etwa 2000-4000 Euro noch dazu, wie z.B. der Partikelfilter der nach 50tkm in der Stadt verstopft sein kann und der Tausch 2000 Euro Kostet. Dann das ADD Blu, wo bei den neuesten Normen 3 mal so viel eingespritz wird (bis zu 3 Liter auf 1000km) und die Werkstatt verlangt bis zu 7 Euro für das Auftanken. Dann die teureren Reparaturen bei der Einspritzung und das teurere Jahresservice. Alles in allem dürfte der Dieselanteil beim PKw nur mehr 5% betragen, wenn denn die Leute rechnen könnten.

  • kein Schaden ohne Nutzen am 12.09.2018 06:06 Report Diesen Beitrag melden

    die umweltfreundliche E-Auto Steuer

    nachdem auch immer mehr E-Autos in Ö zugelassen werden, wird in absehbarer Zeit eine entsprechend hohe E-Auto Benutzungssteuer pro Monat eingeführt werden müssen, da die Steuereinnahmen durch weniger Mineralölsteuereinnahmen, MWSt., Öle, Werkstattbesuche, Ersatzteile usw. deutlich zurückgehen werden zudem werden auch noch tausende Arbeitsplätze verloren gehen (Werkstätten, Tankstellen, Ersatzteilproduktion, Raffinerien, Zubehörhandel....)

    • Weana am 12.09.2018 13:00 Report Diesen Beitrag melden

      So ist es

      Aber leider verstehen die wenigsten die Hintergründe tatsächlich. E-Autos sind NICHT der Heilsbringer.

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  • j.l. am 11.09.2018 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    am besten

    der steuerzahler weil alle an einer besseren luft interressiert sein müssten. un diesem fall kann man wohl keine andere entscheidung treffen

  • Hans am 11.09.2018 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Drama

    Eigentlich gibt es überhaupt keinen Grund für den schlechten Ruf der Dieselfahrzeuge. Seit AdBlue wären auch die Stickoxide in den Städten kein Problem, wenn man es intelligent genug einspritzen würde. Einige Hersteller haben das versucht, zB AdBlue nur bei Geschwindigkeiten unter 80 km/h einzuspritzen, weil man ja in der Stadt normalerweise nicht schneller fährt. Das wurde ihnen als Betrug ausgelegt. Auch die CO2 Bilanz der Diesel ist besser als die der Benziner. Genau deshalb kämpft die Politik gegen den Diesel, weil sie so eine Weiterentwicklung am besten verhindern können.

  • onlinekiebitz am 11.09.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Na gut, wenn der vekauf ....

    .... von diesel einbricht, warum ist er dann noch so teuer ???