Asylwerber in Lehre

31. August 2018 14:47; Akt: 31.08.2018 15:10 Print

Lehre: Anschober schreibt Offenen Brief an Kurz

Der OÖ-Landesrat kämpft dafür, dass Asylwerbern weiterhin eine Lehre ermöglicht wird. 60.000 Unterstützer hat er schon.

Landesrat Rudi Anschober (Grüne). (Bild: Michael Strobl)

Landesrat Rudi Anschober (Grüne). (Bild: Michael Strobl)

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Der oberösterreichische Integrations-Landesrat Rudi Anschober (Grüne) wendet sich mit dem Anliegen, Asylwerbern weiter eine Lehre zu ermöglichen, nun in einem Offenen Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). In einer Pressekonferenz am Freitag appellierte er zudem an Kurz und Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), ihre "Gesprächsverweigerung" zu beenden und die Initiative zumindest anzuhören.

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Die drei Forderungen in diesem Offenen Brief lauten:

+ Kein Ende des Zugangs zu Lehrstellen für Asylwerber/innen
+ Umsetzung des Versprechens, dass es zu keinen Abschiebungen während der Lehre kommt.
+ Professionelle und vernünftige Umsetzung des angekündigten Zugangs zur Lehrstelle aus Drittstaaten, Einbeziehung der Fachexperten von AMS, WKO und Integrationsressort.

Es müsse vermieden werden, dass "wieder Pfusch produziert wird wie beim Schaffen der Rot-Weiß-Rot-Card 2011" schreibt Anschober.

Den Brief haben im Vorfeld knapp 1.000 Personen unterzeichnet und er wolle ihn Kurz nächste Woche übermitteln, berichtete Anschober. Darüber hinaus werde er auf seiner Homepage und jener der Initiative "Ausbildung statt Abschiebung" weiter Unterschriften für das Schreiben sammeln.

Regierung handelt "teilweise bösartig"

Die bisher von der Bundesregierung angekündigten Pläne, wie man künftig den Zugang zur Lehre für Drittstaatsangehörige regeln will, seien "völlig unklar" und "teilweise bösartig", kritisiert Anschober. So sei etwa offen, ob man den Antrag aus dem Ausland stellen müsse oder ob das auch aus dem Inland möglich sei. Er befürchtet, man wolle "aus ideologischen Gründen etwas kaputtmachen, das sich bewährt hat", denn "es ist absurd, in Südost-Asien um Lehrlinge zu werben und gleichzeitig den vorhandenen im Land lebenden Interessenten den Zugang zur Lehrstelle zu verbieten".

Gesprächsverweigerung

Der Bundesregierung wirft Anschober darüber hinaus Gesprächsverweigerung vor: Die Initiative habe in den vergangenen Monaten immer wieder um einen Termin bei "den Zuständigen", Kurz und Kickl, angefragt. Aber: "Der Bundeskanzler verweist auf den Innenminister und dieser verweigert jede Reaktion." Mit Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) oder Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) gebe es hingegen gute Gespräche, betonte er.

Schon 60.000 Unterstützer

Die Initiative, die er ausdrücklich nicht als Grüne sondern als breit über Parteigrenzen hinweg angelegte Aktion sieht, habe am Freitag die Marke von 60.000 Unterstützern übersprungen, bilanzierte Anschober. 750 Unternehmen, 95 Gemeinden mit insgesamt 2,7 Mio. Einwohnern und zahlreiche Prominente seien mit an Bord - darunter mehrere prominente ÖVP-Vertreter wie der EU-Abgeordnete Othmar Karas, die früheren Parteichefs Reinhold Mitterlehner und Wilhelm Molterer oder der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler.

Weitere Unterstützer sind die Sportlegenden Toni Innauer und Hermann Maier, die Unternehmer Spar-Chef Gerhard Drexel, IV-Präsident Georg Kapsch, Josef Stockinger, Anna Tostmann, Investor Michael Altrichter, Top-Werber Rainer Reichl, Hannes Androsch, Christian Konrad, Winzer Leo Hillinger, Hans-Peter Haselsteiner, Starkoch Mike Süsser, Ökonom Fritz Schneider, die Wissenschafter/innen Josef Penninger und Judith Kohlenberger, die Autoren Hugo Portisch, Petra Ramsauer, Klaus Oppitz und Isolde Charim, AK-Direktor Josef Moser, Volkshilfe-Vorsitzender Michael Schodermayr, Caritas-Präsident Franz Kehrer sowie aus der Politik u.a. Ferry Maier, Christian Kern, Peter Kaiser, Birgit Gerstorfer, Landesrätin Klammbauer, Werner Kogler plus den Kulturschaffenden Hubert von Goisern, Josef Hader, Dirk Stermann, Willi Resetarits, Nadja Maleh, Thomas Maurer, Günther Lainer, Viktor Gernot, Ferry Öllinger, Susi Stach, Stefan Ruzowitzky, Martin Grubinger, Marie Luise Stockinger, Serge Falck, Joesi Prokopetz, Hilde Dalik, Katharina Stemberger, Marion Mitterhammer, Schauspieldirektor Stephan Suschke, Erika Pluhar, Alex Kristan, Robert Dornhelm, Andre Heller, Ursula Strauss, Christian Ludwig Attersee, Sabine Derflinger, Adele Neuhauser, Robert Palfrader u.v.a.m.


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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Habakuk am 31.08.2018 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ich werbe....

    Ich werbe für die Einhaltung der Gesetze. Keine Gefälligkeitsgesetze! Ich bin Steuerzahler! Herr Anschober lebt von Steuergeld.

    einklappen einklappen
  • zimbo am 31.08.2018 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Für einen lnken hart,

    dass der PR-Gag mit Bello nichts gebracht.Soll er doch die miterbrachten Schächtungsrekorde feiern.

  • Franz die Kanaille am 31.08.2018 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Powidl bis dort hinaus

    Wird zum Glück wohl powidl sein was der Herr Anschober schreibt. Na wenigstens hat er eine halbwegs sinnvolle Tipp- Übung erledigen können.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • House am 12.09.2018 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Micky

    Dass Hintertürl wird diesem Herrn hoffentlich nicht durchgehen, mit Unterschrift usw. Damit muss endlich ein für allemal Schluss sein! Kein Mensch braucht hier abgelehnte Asylbewerber, ausser den Grünen, die gottseidank an ihren Platz verwiesen wurden!

  • Patrizia am 02.09.2018 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Grüne agieren gegen eigene Bevölkerung

    Die Grünen sind eine eigenartige Species. Sie sind für alle Menschen da, aber nicht für die eigene Bevölkerung, die sie eigentlich vertreten sollten.

  • AuchneMeinung am 02.09.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bei Solingen werden

    eventuell viele dieser sogenannten Flüchtlinge eingestellt. Messererfahrene gibt es ja zahlreiche. Sind dann allerdings gleich nichtauszubildende Fachkräfte!

  • HHH am 02.09.2018 04:31 Report Diesen Beitrag melden

    Hirn statt Herz und Hetze

    Wenn die Betriebe so viel zahlen dass die Lehrlinge sich zu 100% selbst versorgen können, dann wäre das in Ordnung plus 3 bis 5 jährige Behalteverpflichtung nach Lehrabschluss u. keinen Cent weiteres Steuergeld.

    • Preibisch am 02.09.2018 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @HHH

      Und wer versorgt den Rest des Familienclans Es muss schluss sein mit diesen Hintertürchen

    einklappen einklappen
  • Susi am 01.09.2018 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausbildung von Asylsuchenden

    von dieser Regierung schreien alle laut, dass sich die auszubildenden Betriebe am Pool der Asylberechtigten bedienen sollen. Aber offensichtlich beweben sich diese nicht um Ausbildungsstellen sonst hätten die einen Lehrvertrag und nicht die Asylwerber!!! und zu sagen dass diese Lernwilligen sich Asyl erschleichen wollen ist doch an den Haaren herbei gezogen. weil 3 bis 4 Jahre brav lernen und gute Beurteilungen zu bekommen ist eine tolle Leistung die andere offensichtlich nicht erbringen wollen.