Millionen Euro weg

15. Februar 2018 11:19; Akt: 15.02.2018 11:42 Print

Enormer Bitcoin-Betrug in Österreich aufgeflogen

Tausende haben Geld in das Bitcoin-System "Optioment" gesteckt. Das Geld ist weg. Drei Österreicher vertrieben das System.

12.000 Bitcoins sind verschwunden. (Bild: Reuters)

12.000 Bitcoins sind verschwunden. (Bild: Reuters)

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Wie viel Geld in das System "Optioment" gesteckt wurde, ist derzeit noch unklar. Die heimische Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte die Firma im Jänner mit dem Verdacht auf Betrug, Pyramidenspiel oder Verletzung des Kapitalmarktgesetzes angezeigt.

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12.000 Bitcoins sind weg

Beteiligte sprechen von 12.000 Bitcoins, die verschwunden seien. Derzeit entspricht das etwa 80 Mio. Euro, zum Höhepunkt des Bitcoin-Hypes waren es 240 Mio. Euro. Eine gemeinsame Recherche von "Presse" und ORF-Wirtschaftsmagazin "Eco" ergab nun, dass zwar drei Österreicher maßgeblich die Produkte von Optioment vertrieben und beworben haben.

Zwei Steirer, ein Niederösterreicher

Diese drei - zwei Brüder aus der Steiermark und ein Niederösterreicher - würden sich aber selber als Opfer sehen. Sie hätten aber nur den Vertrieb übernommen. Hinter Optioment stünden ein Däne Namens Lucas M. und ein Lette Namens Alex P., sagen die drei Österreicher. Sie hätten die beiden auch bereits im Dezember wegen Betrugs angezeigt.

"Drei Musketiere"

Die drei Österreicher, die als die "drei Musketiere" aufgetreten seien, haben ihrerseits die Anwaltskanzlei "Brandl & Talos“ engagiert. Diese lässt wissen: "Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass unsere Mandanten nicht in den Zahlungsfluss eingebunden waren. Unsere Mandanten haben von den Investoren daher weder Geld noch Bitcoins entgegengenommen noch Gelder oder Bitcoins weitergeleitet, sodass sie mit dem Verschwinden der Bitcoins nichts zu tun haben können."

Sektenartig

Die Veranstaltungen von Optioment seien laut Teilnehmern sektenartig verlaufen. Zwischen Rollenspielen sei die Einlagensicherung erwähnt worden. Auch habe man behauptet, dass Optioment mit 35.000 Bitcoins abgesichert sei. Versprochen wurden Verzinsungen von bis zu 4 Prozent pro Woche. Einige Monate habe es Auszahlungen gegeben, Ende November 2017 sei das System kollabiert.

Angaben stimmten nicht

Rund 140 Betroffene haben sich inzwischen an die Wiener Kanzlei "Lansky, Ganzger & Partner“ gewandt. Von Optioment seien Angaben gemacht worden, "die nicht gestimmt haben", zitiert „Die Presse“ Anwalt Ronald Frankl. "Wenn sich die derzeitigen Annahmen bewahrheiten sollten, wären etliche Straftatbestände verwirklicht und auch Haftstrafen nicht auszuschließen", sagt Frankl. Andererseits müssen sich die drei Österreicher gegen Morddrohungen wehren - sechs seien angezeigt worden.


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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nil am 15.02.2018 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Mitleid

    Kein Mitleid mit den Menschen wenn sie Geldgeil sind und auf volles Risiko gehen und dann jammern wenn der Plan nicht funktioniert, und das Geld weg ist. Geschieht ihnen recht

    einklappen einklappen
  • Pat am 15.02.2018 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Kein mitleid

    Absolut kein mitleid! Immer die große kohle machen wollen und fest in so systeme hinein investieren! Aber nicht eine einzige minute darüber nachdenken woher das geld kommt! Dann ganz ehrlich? Warum sollte ich für etwas ,für das ich 1000 euro bezahlt habe plötzlich 12000 bekommen? Es kommt von jemand anderem der auch einbezahlt hat, und wenn sich dann ein paar leute etwas heraus nehmen ist der Pot leer

  • j.l. am 15.02.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    solange es gewinne bringt

    ist es ihnen wurscht sonst hätten sie sich besser informiert aber wehe es platzt die blase dann ist es plötzlich betrug.mittlerweile müsste jeder wissen das man mit sparen in der matratze weiter kommt.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Ally Schacht am 16.02.2018 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ja - keiner hat was festes in der Hand. Eigentlich ist unser Bargeld was ähnliches. Silber und Gold sind was festes zum Anfassen. Auch Edelsteine und Holz sind gut. Ach ja - die ganzen Schneeballsysteme sind auch a riesiger "Schass".

  • Mario am 16.02.2018 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Gier, sondern Blödheit

    Wie blöd muß man im 21 Jhdt sein, zu glauben das einem einer viel Geld schenkt.

  • Helmut Dirk am 15.02.2018 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    Leicht verdient und dumm investiert

    Der Schaden beschränkt sich auf die eingezahlte Summe und nicht auf das erwartete große Geld. Die Anleger haben das Geld sicher sehr leicht verdient, dass sie es so dumm anlegen. Je höher die Zinsen, um so unsicherer die Anlage.

  • Gernilein am 15.02.2018 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gier ist Schuld

    Die gier wieder in Schuld . Habe einen passenden Artikel gelesen

  • Ein Armer Reicher am 15.02.2018 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Gelernt

    Die kleinen werden den Großen noch zeigen wo es lang geht.

    • Das omen am 15.02.2018 21:29 Report Diesen Beitrag melden

      psychologie

      naja es ist wohl so das die firmen mit psychologischen tricks arbeiten. geschultes personal der deine schwachstellen sucht, und mit diesen schwachstellen deine meinung dreht. eine art der gehirnwäsche. wenn einer gut ist verkauft er ihnen sogar die getragene unterhose ihres nachbarn.

    einklappen einklappen