Verwechslung

06. September 2018 11:45; Akt: 06.09.2018 14:27 Print

FPÖ irrte: Musterlehrling ist kein Terroristen-Fan

FP-Gudenus hatte Lehrling angezeigt. Polizeiliche Ermittlungen zeigten, dass der junge Mann keine Terror-Verbindungen hat.

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Bundespräsident Van der bellen mit dem Musterlehrling.

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Ein Facebook-Profil, dessen Besitzer die FPÖ als mutmaßlichen Terror-Sympathisanten angezeigt hat, gehört nicht jenem von der Abschiebung bedrohten Lehrling, mit dem sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen fotografieren hatte lassen.

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Nach mehreren Medienberichten – darunter auch von "Heute" – ergaben das nun die polizeilichen Ermittlungen. Auch die Staatsanwaltschaft Wels bestätigte die FP-Verwechslung.

Ermittlungen abgeschlossen

Die Ermittlungen sind nun abgeschlossen und zeigen klar, dass es sich bei dem von der FPÖ Beschuldigten nicht um den von den Freiheitlichen als "Asyl-Musterlehrling" bezeichneten Mann handelt.

Anschober empört

"Gudenus hat ganz offensichtlich tagelang einen völlig unschuldigen Jugendlichen öffentlich verleumdet", ärgerte sich Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne), der sich mit seiner Initiative "Ausbildung statt Abschiebung" für den Lehrling eingesetzt hatte: "Gudenus hätte nur zwei Minuten recherchieren müssen, dann hätte er sofort gemerkt, dass der Name nicht ident ist, das Aussehen der Person nicht ident ist, der Wohnort nicht ident ist". Das müsse Konsequenzen haben, damit eine derartige Vorgangsweise nicht zur Normalität in diesem Land werde, so Anschober.

Staatschef setzte Signal

Das Bild des Asylwerbers war durch die Medien gegangen, als der Mann von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Landesrat Anschober an seiner Lehrstelle in einem Supermarkt in Oberösterreichbesucht worden war. Der Bundespräsident wollte damit ein Signal an die Bundesregierung setzen, eine humanitäre Lösung beim Aufenthalt von Asylwerbern in Lehre zu finden.

Anzeige von Gudenus

FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus hatte den Mann wegen einer möglichen Straftat im Internet dann von einigen Tagen angezeigt. Nebeneffekt des freiheitlichen Vorgehens: Anschobers Initiative "Ausbildung statt Abschiebung" wurde so in Misskredit gebracht.

"Öffentlich ersichtlich war auf diesem Profil, dass ihm die Liwa Fatemiyoun gefällt - die unter anderem auch als Hisbollah Afghanistans bekannt ist", erklärte etwa der oberösterreichische FPÖ-Landesparteisekretär Erwin Schreiner. Die FPÖ bezog sich dabei auf "Gefällt-mir"-Angaben.

Auf der Facebook-Seite Anschobers ist ein Foto des Lehrlings markiert. Das dieser Markierung zuzuordnende Profil hat aber nicht nur einen anderen Namen, sondern der Mann am Profilbild ist auch korpulenter, trägt einen anderen Haarschnitt und gibt an, nicht in Oberösterreich zu leben.

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(GP)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • andi stange am 06.09.2018 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wahnsinn

    der wahnsinn ist das dieser typ 15.000! im monat für facebook lesen bekommt und selbst das ist zu schwierig für ihn ...

    einklappen einklappen
  • Kein Blau-Wähler am 06.09.2018 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Fettnäpfchen

    Jetzt wird aber sehr peinlich, für die Blauen.

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  • Ludwig am 06.09.2018 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Womit haben wir den verdient?

    Und täglich grüssen die FPÖ-Schwammerln.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • SEPP am 06.09.2018 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz ist Gesetz

    Meine Nachbarin wurde gestern mit Staatshilfe aus der Wohnung geworfen, weil sie wegen Krankheit die hohe Miete nicht mehr zahlen konnte. Beinhart Gesetz ist Gesetz, Herr Bundespräsident und oberster Gesetzeshüter

    • Josip am 06.09.2018 19:21 Report Diesen Beitrag melden

      und das

      hat mit vorsätzlicher Verleumdung eines Unschuldigen durch G. jetzt genau was zu tun?

    einklappen einklappen
  • Herr Karl am 06.09.2018 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    untragbar

    Wahllos Leute verleumden, ist das der neue Stil?

    • Mika am 07.09.2018 13:48 Report Diesen Beitrag melden

      Verleumdung

      Das ist schön länger System! Mir auch passiert! Es wird einem auch gern das Wort im Mund umgedreht!

    einklappen einklappen
  • Snens am 06.09.2018 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Entschuldigen

    Jetzt sollte sich Gudenus aber mindestens entschuldigen. Jemanden wegen Terrorverdacht in aller Öffentlichkeit zu denunzieren ist einfach nicht richtig. Da kann er noch so viel Flüchtling sein, sowas hat niemand verdient. Ich bin gespannt ob Gudenus so viel anstand hat und sich wenigstens entschuldigt.

  • e.e. am 06.09.2018 15:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anpatzen sollte gut überlegt sein

    Jetzt sieht Links wie Anpatzen ausschaut. Die Wiederherstellung des Ansehen ist nicht so leicht, es bleibt immer etwas hängen.

  • UAW am 06.09.2018 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Na dann..

    Anzeige wegen übler Nachrede, Kreditschädigung etc lalala, irgendein Star Anwalt lässt sich sicher finden..