Wegen "Misswirtschaft"

11. Oktober 2018 11:11; Akt: 11.10.2018 15:32 Print

Stronach verklagt eigene Tochter auf 520 Millionen

"Letzter Ausweg": Milliardär Frank Stronach hat beim Obersten Gericht von Ontario Klage gegen seine Tochter Belinda und zwei seiner Enkelkinder eingereicht.

Frank Stronach und seine Tochter Belinda Stronach bei der Jahresversammlung der Aktionäre von Magna International im Jahr 2008. (Bild: Reuters)

Frank Stronach und seine Tochter Belinda Stronach bei der Jahresversammlung der Aktionäre von Magna International im Jahr 2008. (Bild: Reuters)

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Der gebürtige Österreicher Frank Stronach und Gattin Elfriede haben gegen ihre Tochter Belinda (52) wegen angeblicher Misswirtschaft im milliardenschweren Familienunternehmen Klage eingebracht.

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Das Ehepaar fordert Schadenersatz in der Höhe von mehr als einer halben Milliarde kanadische Dollar (umgerechnet rund 345 Millionen Euro). Der Rechtsweg sei der "letzte Ausweg", so der Magnat in einem Statement. In den letzten zwei Jahren hätte man unter "erheblichen Anstrengungen" vergeblich versucht, die Situation innerhalb der Familie zu klären.

Neben Tochter Belinda, die Vorstandsvorsitzende und Präsidentin der Stronach Group, richtet sich die Klage auch gegen CEO Alon Ossip, sowie die beiden Enkelkinder Nicole und Frank Walker. Das geht laut kanadischen Medien aus den Gerichtsdokumenten hervor.

Der Vorwurf: Misswirtschaft

In der Anklageschrift des Ehepaars heißt es, die 52-Jährige und Ossip hätten "eine Reihe von verdeckten und illegalen Maßnahmen" zu verantworten, die gegen die Interessen der anderen Familienmitglieder gerichtet waren.

Zudem beschuldigt Frank Stronach seine Tochter, einen extravaganten Lebensstil geführt zu haben, der dem Unternehmen mindestens 70 Millionen US-Dollar gekostet habe – darunter sollen etwa mehr als zehn Millionen in die Eröffnung eines neuen Büros in Yorkville geflossen sein. Bislang wurden dem Gericht allerdings keine Beweise für die Anschuldigungen vorgelegt.

Stronachs Tochter dementiert

Belinda Stronach hat die Vorwürfe am Mittwoch zurückgewiesen: "Familienbeziehungen innerhalb eines Unternehmens können manchmal herausfordernd sein", so die 52-Jährige. "Meine Kinder und ich lieben meinen Vater. Nichtsdestotrotz sind seine Anschuldigungen unwahr und wir werden auf gerichtlichem Wege darauf reagieren."

Der mitangeklagte Geschäftsführer Alon Ossip ließ über einen Sprecher ausrichten, die Vorwürfe seien "haltlos und hätten keinerlei Bezug zu den Fakten oder der Realität.

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anna am 11.10.2018 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Lebenssinn

    ...... was will er mit dem Geld machen? Sparen auf einen schönen Grabstein?Es ist traurig, wenn er in diesem Alter noch nicht draufgekommen ist, was im Leben zählt.....mitnehmen wird er es nicht können.

  • 1002Himmelszelt am 11.10.2018 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Macht, Geld, Geiz, Sturheit

    Stronach ist langsam zu alt (Senilität?), aber Pferderennbahnen (Wetten!) sind auch nicht gerade seriös. Diese Familie gehört verfilmt à la "Denver Clan" oder "Dynasty" in den 80ern.

  • ironie am 11.10.2018 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    ironie

    finde es irgendwie ironisch, jemanden der missgewirtschaftet hat, auf Geld zu verklagen.. wie soll der-/diejenige das erwirtschaften?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • pet1722 am 12.10.2018 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Ich finde diese Entscheidung gut und richtig. Wenn jemand anders in die Kasse gegriffen hätte, wären die Konsequenzen Jobverlust, Anklage, Verurteilung, Wiedergutmachung und vielleicht sogar Gefängnis. Warum sollte es bei jemandem der zufällig zur Familie gehört anders sein? Er hat mehr Rückgrat als viele von den Reichen und Schönen die den missratenen Nachwuchs auch noch mit allen Mitteln decken und verteidigen.

  • PeterKarl am 11.10.2018 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Skrupellose Kinder

    Herr Stronach tut mir sehr leid. Da zieht man ein Kind auf, ermöglicht dessen Karriere zur Multimillionärin - und dann war dies alles nicht genug. Von Dankbarkeit keine Spur. Was hat sich dieser rein menschlich arme Mann da für eine "Familie" angetan ?

  • Gestein am 11.10.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ur

    Die jüngeren werden Recht geprasst haben. Recht hat er, dass er da einen Riegel vorschiebt, auch wenn er sich einmal nichts mitnehmen kann und wie lange man noch hat auf diesen Planeten, das kann keiner wissen, es hat auch schon junge getroffen! Mit dem Geld kann er gutes tun, anstatt es verschwenderischen undankbaren Verwandten in den Rachen schmeißen!

  • Checker am 11.10.2018 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Mister

    Aber Herr Stronach! Eine Generation baut auf. Die nächste verprasst wieder alles. Das ist in einer Familie so, auch aber in der ganzen Gesellschaft eines Landes. Sie, Herr Stronach, können mit Stolz auf Ihr Lebenswerk blicken. Jetzt müssen Sie jedoch loslassen und dankbar werden für alles. Denn recht lange haben Sie nicht mehr auf diesem Planeten. Also, ZURÜCKLEHNEN UND ENTSPANNEN! God bless...

    • Baum am 11.10.2018 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      Laus

      @ Checker Es hat auch schon jüngere erwischt!!!

    einklappen einklappen
  • Aufbau, Blüte, Verfall am 11.10.2018 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Stronach sieht die Felle davonschwimmen.

    Den Lebensstil seiner Tochter kannte er sicher schon bevor er sie inthronisiert hat. Das ist das Schlechte an der Erbfolge. Es kommen oftmals "Taugenichtse" an die Macht und wirtschaften das Unternehmen zugrunde. Die anderen Aktionäre werden da sehr genau hinsehen.