AK erstritt 3.500 Euro

10. September 2018 09:35; Akt: 10.09.2018 10:43 Print

Kellnerin sexuell belästigt, aber Chef half ihr nicht

Eine Kellnerin wurde im Café sexuell belästigt. Ihr Chef sagte: „Es ist leichter eine neue Kellnerin zu finden als neue Gäste.“

Kellnerin bei der Arbeit (Bild: iStock)

Kellnerin bei der Arbeit (Bild: iStock)

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Dass die Umgangsformen an ihrem neuen Arbeitsplatz rau waren, merkte Gordana V. schnell. Schließlich kam es zu einem Übergriff, der das Fass zum Überlaufen brachte: Ein Gast versuchte, Gordana V. an sich heranzuziehen und griff ihr dabei ans Gesäß. Sie riss sich mit Mühe los und beschwerte sich bei ihrem Chef. Der sagte, die Gäste seien halt so, aber sie seien ja nicht „gefährlich“.

Wüst beschimpft

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Gordana V. stellte klar, dass sie so nicht arbeiten könne. Auf die Bitte ihrer Chefin sprang sie am nächsten Tag jedoch für eine Kollegin ein. An diesem Tag wurde sie von einem Stammgast gleichzeitig wüst beschimpft und zu Sex aufgefordert.

Als Gordana V. sagte, sie würde jetzt die Polizei rufen, bedrohte der Gast sie sogar. Sie telefonierte mit ihrem Chef, der meinte, sie solle die Gäste beruhigen. Erst später kam er selbst ins Lokal und schickte die Gäste nachhause.

Hilfe von der Arbeiterkammer

Gordana V. erklärte ihrem Chef nochmal, dass sie so nicht arbeiten könne. Er antwortete, dass sie nicht mehr zu kommen brauche, wenn ihr etwas nicht passe. „Es ist leichter eine neue Kellnerin zu finden als neue Gäste.“ Gordana V. holte sich Hilfe bei der Arbeiterkammer, es kam zum Prozess.

Kleidungsstil

Im Gerichtsverfahren bestritten der Chef und seine Frau, dass die Kellnerin sexuell belästigt worden war. Gleichzeitig machten sie jedoch Kleidungsstil und Persönlichkeit der Kellnerin für Übergriffe verantwortlich.

Chef hat Schutzpflicht

Der Richtersenat entschied zugunsten von Gordana V. Ihre Chefs hätten sie vor den Übergriffen der Gäste schützen müssen. Das geht aus dem Gleichbehandlungsgesetz und der arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber Arbeitnehmern hervor. Im Urteilsspruch hieß es: „Beim Tatbestand der sexuellen Belästigung geht es letztlich um die Beeinträchtigung der menschlichen Würde.“

Unsicherheit bleibt

Der ehemalige Arbeitgeber muss Gordana V. rund 2.500 Euro an ausständigem Lohn und Kündigungsentschädigung sowie 1.000 Euro Schadenersatz wegen der sexuellen Belästigung bezahlen. Doch die Unsicherheit bleibt, sagt Gordana V.: „Mir geht es besser, aber ich habe Angst, in der Gastronomie zu arbeiten.“

Bei ihrer jetzigen Arbeitsstelle habe sie darauf geachtet, in einem großen Lokal mit vielen Gästen zu arbeiten, wo man den einzelnen nicht so ausgeliefert sei. „Und meine jetzige Chefin ist das Gegenteil von meiner früheren.“


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(GP)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • reaktione am 10.09.2018 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    ungeheuerliche

    lokal veröffentlichen und zum nichtbesuch aufrufen. schau ma mal, wie lange der das durchhält - ohne gäste

    einklappen einklappen
  • melitta am 10.09.2018 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    händeringend

    Wenn er sagt, dass er eine neue Kellnerin schneller findet als neue Gäste, dann ist der Mangel an Fachkräften in der Gastronomie wohl doch nicht so groß!

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  • bloß Interesse am 10.09.2018 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Interesse

    wo ist dieser Betrieb? Wie heißt das Lokal/Cafe?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • j.k. am 10.09.2018 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meinung

    wsl der kleidungsstil . weil so brav sind die kellnerinnen net gekleidet wie man so oft sehen kann. und dann immer aufregen. passt einfach net zam. und da kommen die männer halt zum saufen hin. man sollte wissen wie man selber tut...

    • Or Dinär am 11.09.2018 02:39 Report Diesen Beitrag melden

      j.k.: Anschauen O.K.

      Anfassen verboten.. Oder schaust a mit den Fingern?? Ein Lokal wo die Gäste ordinär herumschimpfen und grapschen braucht man sowieso nicht.

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  • Anna am 10.09.2018 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Freiwild

    Ich wurde als Gast in einer Buschenschank in Mureck/Stmk. von einem angesäuselten Typen derart penetrant belästigt, dass ich mich deswegen woanders hinsetzte. Er folgte mir und machte weiter, obwohl ich auch den Wirt darüber informiert hatte. Es ging so weit, dass ich(!) das Lokal verlassen musste, weil er als Abgewiesener verbal bösartig und sehr ausfällig wurde. Geholfen hat mir niemand. Vergessen kann ich so etwas nicht, die Buschenschank sieht mich nie wieder.

  • melitta am 10.09.2018 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    händeringend

    Wenn er sagt, dass er eine neue Kellnerin schneller findet als neue Gäste, dann ist der Mangel an Fachkräften in der Gastronomie wohl doch nicht so groß!

    • alexanku am 10.09.2018 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      Regional.

      Kommt sehr auf die Region an. In Westösterreich ehr Mangel, in Ostösterreich eher nicht.

    • Guziwuzi am 11.09.2018 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      @melitta

      Oder die Gäste sehr rar, Ich würde mir das aber auch nicht gefallen lassen. Ein paar fest in die Glocken dann sollte Ruhe sein, dazu braucht man aber ein Resolutes auftreten, und den Rückhalt des Chefs!

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  • reaktione am 10.09.2018 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    ungeheuerliche

    lokal veröffentlichen und zum nichtbesuch aufrufen. schau ma mal, wie lange der das durchhält - ohne gäste

    • abartig am 10.09.2018 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      abartig

      und gewisse Gäste kann man ja mal darauf "ansprechen".. man wird anhand der Antwort schon genau wissen, was für ein Gast das ist..

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  • bloß Interesse am 10.09.2018 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Interesse

    wo ist dieser Betrieb? Wie heißt das Lokal/Cafe?