Spritpreise

17. August 2018 10:47; Akt: 17.08.2018 10:47 Print

Kostet das Benzin bei uns bald 1,60 Euro?

von V. Blank - Die Weltpolitik sorgt für hohe Preise an den heimischen Zapfsäulen. Wird das Benzin bald noch teurer?

Wie hoch steigt der Spritpreis noch? (Bild: iStock)

Wie hoch steigt der Spritpreis noch? (Bild: iStock)

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Tanken tut dem Autofahrer derzeit weh. Benzin kostet im Durchschnitt um 1, 28 Euro, Diesel ist geringfügig günstiger. Die Tendenz ist weiter steigend. Doch wie teuer kann der Sprit noch werden? „Heute“ liefert die wichtigsten Antworten rund um den Benzinpreis.

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Warum kostet der Liter Benzin im Moment so viel?

Der wichtigste Faktor, der den Preis an den Zapfsäulen beinflusst, ist der Ölmarkt. Und dort geht es seit Monaten turbulent zu und her. Der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent ist innerhalb eines Jahres um etwa 40 Prozent gestiegen. Zuletzt bewegte sich der Ölpreis zwischen 70 und 80 US-Dollar – laut Experten wird sich der Preis in den nächsten Monaten eher ans obere Ende dieser Spanne bewegen. "Unser Dreimonatsziel sind 80 Dollar", sagt Schweizer Rohstoffexperte Elias Hafner.

Was heisst das jetzt für den Benzinpreis in Österreich?

Derzeit herrschen viele geopolitische Risiken. Wenn die Situation weiter eskaliert, könnte der Rohölpreis auf 90 US-Dollar steigen, so Rohstoffexperte Norbert Rücker von der Privatbank Julius Bär – „und auch Preise von 1.60 Euro pro Liter an den Tankstellen wären denkbar“. Vor der Finanzkrise im Jahr 2008 kostete ein Liter Benzin noch mehr. Wird es bald wieder dazu kommen? "Ausschließen kann man nie etwas", sagt Daniel Hofer, Chef der Schweizer Mineralölgesellschaft Migrol. Tendenziell glaube er an eine Preisverschiebung nach oben. Den Grund sieht er in der stetig wachsenden Nachfrage nach Treibstoff, vor allem aus Schwellenländern wie China oder Indien.

Was ist derzeit der größte Angstmacher am Ölmarkt?

Das große Thema sind die Sanktionen, die die US-Regierung dem Iran androht. Die USA drängen darauf, den Import von Öl aus dem Iran weltweit zu stoppen. Der Iran ist eines der wichtigsten Ölförderländer der Welt. "Wenn es die USA schaffen, den Iran vom Markt abzuschneiden, käme es zu einer merklichen Verknappung des Angebots – und als Konsequenz zu steigenden Preisen", sagt Rohstoffexperte Rücker.

Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

Grundsätzlich gehe er nicht davon aus, dass die USA mit ihren Drohungen Erfolg haben werden und bald alle Länder auf den Kauf von Öl aus dem Iran verzichten, so Rücker. Vor allem China – ein großer Importeur von iranischem Öl – habe wegen des Handelsstreits mit den USA wohl kein Interesse, den Boykott-Forderungen zu folgen. Eine Zukunftsprognose bleibe jedoch schwierig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Die Politik am 17.08.2018 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Politisches Versagen überall

    Steigend Wohnungspreise, Treibstoffpreise, etc. aber die Löhne und Gehälter sind in den letzten 15 Jahren kaum gestiegen, die Lebenshaltungskosten aber enorm. Dazu hohe Arbeitslosigkeit und Druck durch die reinströmenden Firmen und Arbeiter aus dem Nachbarland. Und dann noch die steigenden Ausgaben für die Sozialleistungen für Flüchtlinge/Migranten, die sich noch viele Jahre lang nicht selbst erhalten können. Früher oder später krachts in der Bevölkerung und dann geht's aber rund.

    einklappen einklappen
  • Andreas am 17.08.2018 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Benzin

    Logisch...zuerst die dieselauto abschaffen dann ham ma alle autofahrer benzinhörig gemacht und jetzt dreh ma an der preisschraube..war doch vorhersehbar.

    einklappen einklappen
  • Steuerzahler am 17.08.2018 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    bereits teueres wohnen

    ist eh egal bei den wohnpreisen! die Menschen leben von einem monatslohn zum nächsten mit der Hand zum Mund.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Komisch am 19.08.2018 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Venezuela

    Holt das Erdöl von dort, da gibt es einen Preisverfall - entgegen dem Rest der Welt.

  • Richard am 18.08.2018 00:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    autobahnspritabzocke

    auf Autobahnen nichts besonderes der Preis

  • Mal am 17.08.2018 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder

    Gleicher Artikel wie in der Schweiz bei 20 Minuten, nur nicht 1,60 Euro sondern 2,0 Franken. Als Deutscher kann ich mich noch erinnern das man entrüstet war wo der Sprit in Richtung 2,0 DM ging, davon träumen wir heute ;-)

  • Madeln Servas die puam am 17.08.2018 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Servas die

    Alles mit Absicht!!!!!!!Man könnte Kulantweise: Mineralölsteuer, MwSt anpassen.Damit wir Normalsterbliche unter diesem absichtlich herbeigeführten Kaspertheater nicht so sehr leiden müssen.Wie schaut's aus meine Damen und Herren Politiker.

  • shoot gun am 17.08.2018 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Benzinpreis

    Vielleicht einmal die 42% Mineralölsteuer senken.