Inflation steigt um 4,3 %

16. Oktober 2012 12:03; Akt: 16.10.2012 12:23 Print

Leben in Österreich wieder teurer geworden

Der typische Wochen-Einkauf - der "Miniwarenkorb", der auch Treibstoffe enthält - verteuerte sich in Österreich im September im Jahresabstand erneut etwas stärker, nämlich um 4,3 Prozent, nach +4,1 Prozent im August.

 (Bild: Fotolia)

(Bild: Fotolia)

Fehler gesehen?

Der typische Wochen-Einkauf - der "Miniwarenkorb", der auch Treibstoffe enthält - verteuerte sich in Österreich im September im Jahresabstand erneut etwas stärker, nämlich um 4,3 Prozent, nach +4,1 Prozent im August. Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel fordert jetzt "klare Regeln" gegen Preistreiberei.

Wer, bitte, soll sich das Leben noch leisten können? Der "Mikrowarenkorb", der den täglichen Einkauf widerspiegelt und vor allem Nahrungsmittel enthält, kostete im September wie bereits im August um 3,1 Prozent mehr als ein Jahr davor, wie die Statistik Austria am Dienstag mitteilte. Die Inflationsrate in der EU hingegen ist im September im Jahresabstand gegenüber dem August mit 2,7 Prozent gleich geblieben

"Den Menschen bleibt immer weniger im Geldbörsel übrig.", ärgert sich AK-Präsident Tumpel. Gerade bei den Lebensmitteln und Sprit gehen die Verteuerungen großteils aufs Konto der Spekulanten. Daher verlangt die AK den maximalen Einsatz der Regierung gegen die Preistreiberei - auf nationaler sowie auf EU-Ebene.

"Wohnung, Wasser und Energie": +3,0 Prozent

Haushaltsenergie: +3,8 Prozent

Wohnungsmieten: +3,6 Prozent

Heizöl: + 11,6 Prozent

Strom: +1,8

Gas: + 3,2 Prozent

Instandhaltung von Wohnungen: +2,0 Prozent

"Verkehr": +3,3 Prozent

Sprit: 9,3 Prozent

Diesel: +8,7 Prozent

Superbenzin: 10,0 Prozent

Wartung und Reparaturen von Pkw: +3,4 Prozent

"Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke": +3,4 Prozent

Nahrungsmittel: +3,3 Prozent

alkoholfreie Getränke: +4,7 Prozent

Gemüse: + 10,2 Prozent

Fleisch und Fleischwaren: +6,3 Prozent

Brot und Getreideerzeugnisse: +3,3 Prozent

Molkereiprodukte und Eier: +0,9 Prozent

Obst: -4,5 Prozent

Kaffee: +7,6 Prozent kostspieliger.

"Verschiedene Waren und Dienstleistungen": + 2,8

Versicherungsdienstleistungen: +2,6 Prozent

Körperpflege: +2,0 Prozent 

"Bekleidung und Schuhe": +2,8 Prozent

Schuhe: +5,4 Prozent

Hauptpreistreiber

Im Monatsabstand - von August auf September - war "Bekleidung und Schuhe" der Hauptpreistreiber mit satten 17,4 Prozent Teuerung. Grund dafür war laut Statistik Austria der mittlerweile fast völlige Wechsel auf die Herbst/Winter-Kollektion. Zudem war, anders als im August, kaum noch Schlussverkaufsware im Angebot. Insgesamt wurden Bekleidungsartikel durch diese Effekte binnen Monatsfrist um 21,0 Prozent teurer, Schuhe um 11,7 Prozent.

Hauptpreisdämpfer

Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand waren "Restaurants und Hotels" mit durchschnittlich 1,5 Prozent Preisrückgang. Dazu trugen vor allem billigere Beherbergungsdienstleistungen (-10,3 Prozent) bei, die das Ende der Urlaubssaison widerspiegelten; Flugpauschalreisen kamen um 12,8 Prozent billiger, Flugtickets um 4,7 Prozent; dafür kosteten Städteflüge um 10,6 Prozent mehr als im Monat davor.

Superbenzin war im September im Schnitt um 3,0 Prozent teurer als im August, Diesel kostete im Monatsabstand um 1,9 Prozent mehr. Auffallend: Besonders stark verbilligten sich Gipskartonplatten, zum Vorjahr um 16,2 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 2,8 Prozent.

Das fordert die AK:


  • Neues Wettbewerbsrecht: Damit sollen undurchsichtige und nicht gerechtfertigte Preisbildungen leichter verfolgt werden

  • Unterbindung von Spekulationen: Die Regierung soll sich auf EU-Ebene für Maßnahmen gegen Spekulationen auf den Rohstoffmärken einsetzen, vor allem auf dem Ölmarkt.

  • Untersuchung von Sprit-Preisbildung: Die EU-Kommission soll die Preisbildung bei Rohöl und Sprit prüfen und den europäischen Mineralölmarkt untersuchen.

  • Schärfere Prüfung bei Sprit: Die österreichische Wettbewerbsbehörde soll ihre Sprit-Untersuchungen verschärfen und bald Ergebnisse vorlegen.

  • Wohnen billiger machen: Eine Reform des Mietrechts soll billigere Mieten und Entlastungen bei den Hausbetriebskosten bringen. Außerdem muss der soziale Wohnbau merklich ausgeweitet werden.

>