Neue Fluglinie

21. Februar 2018 12:04; Akt: 21.02.2018 12:29 Print

Lauda zahlt Flugbegleitern 959 Euro brutto im Monat

Die Gewerkschaft ist wieder auf 180: Niki Laudas neue Airline zahle mickrige Gagen und fliege mit Leiharbeitern.

Lauda will Steuern sparen. (Bild: zVg)

Lauda will Steuern sparen. (Bild: zVg)

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Niki Lauda fliegt wieder mit Leiharbeitern. Und das sorgt für ordentlichen Ärger. Beim Neustart der insolventen Airline Niki als "Laudamotion“ werden nämlich den Mitarbeitern zwei Dienstverträge angeboten: einer direkt bei "Laudamotion" und einer bei einer neugegründeten Personalleasing-Tochter "Laudamotion Operations". Deshalb schäumt die Gewerkschaft.

Umfrage
Genügen 959,20 Euro als Grundgehalt bei Laudas neuer Fluglinie?
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Insgesamt 2528 Teilnehmer

"Wir verstehen nicht, warum Herr Lauda erneut ein Leihpersonal-Konstrukt aufsetzt, mit Laudamotion Operations als hausinternem Arbeitskräfte-Überlasser. Mit solchen Modellen werden die Arbeitnehmerrechte ausgehebelt", schimpfte vida-Gewerkschafter und AUA-Flugbegleiter Johannes Schwarcz im "Kurier". "Wir empfehlen den Leuten, solche Verträge nicht zu unterschreiben."

"Steuern sparen"

Lauda hingegen sagte, das Modell diene dazu, Steuern zu sparen. "Wir haben den Mitarbeitern angeboten, bei der Laudamotion Operations einen Vertrag zu unterschreiben, dann zahlen sie für die Diäten und Zulagen keine Steuern. Das sind 300 bis 400 Euro im Monat. Gleichzeitig haben wir ihnen eine Direktanstellung angeboten, wenn das gewünscht ist." Die Verträge mit der "Laudamotion Operations GmbH" seien, so Lauda, eine Übergangslösung, bis ein neuer Kollektivvertrag vorliegt.

959,20 Euro Grundgehalt

Auf geharnischte Kritik stoßen vor allem die mickrigen Grundgehälter der Flugbegleiter. Das Einstiegsgehalt liegt bei 959,20 Euro brutto im Monat, davon seien 360 Euro als Zulage für Gefahren sowie Sonn- und Feiertagsdienste gedacht. Inklusive aller Flugzeit-Zulagen kommt ein Lauda-Flugbegleiter damit auf rund 1.300 Euro brutto.

"Laudamotion" spricht hingegen von insgesamt rund 1.500 Euro brutto, abhängig von den Flugstunden, im ersten Jahr. Lauda selbst wäscht seine Hände in Unschuld: "Wir haben die Niki-Mitarbeiter mit dem Niki-Kollektivvertrag übernommen. Diese Gehälter sind 1:1 die Niki-Gehälter."

Die künftigen Lauda-Mitarbeiter sollen außerdem mit einer Vorlaufzeit von drei Monaten von Wien an einen anderen Dienstort verlegt werden können. Dafür erhalten sie nur 2.500 Euro brutto Umzugspauschale. "Was macht da aber jemand, der Familie hat", fragt sich Gewerkschafter Schwarcz.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jan am 21.02.2018 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Da lohnt die Ausbildung zum Flugbegleiter garnicht. Als ungelernter Hilfsarbeiter, der täglich nach Hause fährt hat den gleichen Lohn. Vor allem eird hier an den representativen Mitarbeitern gespart. Die Fluggäste werden es merken Pleite schon fast vorprogrammiert. Ich werde diese Fluggesellschaft meiden.

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  • Calimero am 21.02.2018 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Hab nichts zu verschenken !

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  • zimbo am 21.02.2018 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Sklaverei pur

    Dabei sind die noch hoher radioaktiver Strahlung ausgesetzt.Mein Geigermüllerzählrohr schlägt in 10000m Höhe wie verrückt aus.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Nicht blauäugig am 27.02.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Arm trotz qualifiziertem Job

    In den USA lebte eine junge Piloten, die trotz eines Einkommens von rd 1.600 Dollar, mtl, zu arm war, um sich eine eigene Wohnung leisten zu können. Sie wohnte noch bei ihren Eltern und übernachtete zudem öfters am Terminal. Selbst als sie krank war, zwang man sie zur Arbeit. Total übermüdet stürzte sie daraufhin mit ihrer Maschine ab und verunglückte tödlich. Es ist sehr erschütternd, dass man heutzutage massivst unterbezahlt wird, selbst wenn man top ausgebildet ist. Pilot und Flugbegleiter, einst top Berufe mit gutem Einkommen, lassen einem heute mitunter am Hungertuch nagen. Erschütternd!

  • Herbert am 22.02.2018 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Soll doch kein Mensch hingegen und diese Jobs übernehmen.Besagter Airleiner könnte könnte locker Getränke und Sandwichautomaten im Flieger installieren und auserdem könnte der Pilot die Tikets verkaufen und die Fluggäste bei Laune halten gleich wie es zig.tausende Reisebusfahrer erledigen.Das währe das perfekte Geschäftsmodel oder doch Stumpfsinn.ha

  • Sahin am 22.02.2018 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Viele Firmen gründen eine Leihfirma damit sie uns Arbeiter zu Spottpreise an ihre eigene Firma verleihen. Beispiel Restaurant Plachuta

  • Oh sole mio am 22.02.2018 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Reichtum verpflichtet

    Man wird nicht umsonst so reich, aber haben wir nicht selber schuld...wenn wir uns dieses gefallen lassen. Am besten soll Mr... diese Tätigkeiten selber tun, dann kann er sich auch besser entkommen. Schade dass es Bedürftige gibt die es machen müssen um zu überleben.

  • Bertl Kral am 22.02.2018 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    die Diäten und Zulagen

    sind in der Sparte Transport (dank Gewerkschafter) schon sehr lange usus, da regt sich keiner von denen auf, weshalb ja auch immer mehr nicht-Inländer diesen stressigen Beruf ausüben ! Der gierige Lauda nützt da leider nur eine von der GW selbst geschaffene Gesetzeslücke für seinen Vorteil aus. Was nicht im Artikel steht ist: Daß man weder in einer evtl Arbeitslosigkeit, noch in der Pension diese Sonderzahlungen angerechnet bekommt. Dies ist allein nur den beamtierten (Vertragsbediensten) Gewerkschaftern vorbehalten- und DAS sollte auch dazu gesagt-geschrieben werden !!!