Carlos Slim

05. Juni 2012 15:43; Akt: 05.06.2012 17:03 Print

Reichster Mann der Welt steigt bei Telekom ein

Die Telekom Austria soll nach einem Magazinbericht mit dem mexikanischen Milliardär einen neuen Großaktionär bekommen - Carlos Slim, der reichste Mann der Welt, halte über seinen Mobilfunkkonzern America Movil bereits über vier Prozent und sei auf dem Sprung, zweitgrößter Aktionär mit knapp 25 Prozent Anteil zu werden.

 (Bild: Stringer (EFE))

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Die Telekom Austria soll nach einem Magazinbericht mit dem mexikanischen Milliardär einen neuen Großaktionär bekommen - Carlos Slim, der reichste Mann der Welt, halte über seinen Mobilfunkkonzern America Movil bereits über vier Prozent und sei auf dem Sprung, zweitgrößter Aktionär mit knapp 25 Prozent Anteil zu werden. Slim ist laut "Forbes" 69 Milliarden Dollar schwer.

Die ÖIAG unterstütze den Plan, der ägyptische Finanzpartner des neuen Großaktionärs Ronny Pecik, Naguib Sawiris, lehne Slim aber ab, heißt es in der aktuellen Ausgabe des am Mittwoch erscheinenden Nachrichtenmagazins "News".

Der Telekom Austria ist die Beteiligung Slims, die unterhalb der Meldeschwelle liegt, offiziell nicht bekannt. Die ÖIAG bezeichnete den Bericht am Dienstag als "Marktgerücht", das man nicht kommentieren wolle.

Konkret soll Pecik, dessen Privatstiftung knapp 21 Prozent hält, dieses Aktienpaket für 9,5 Euro pro Aktie an eine neue Gesellschaft namens Amov verkaufen. America Movil soll seine Aktien ebenfalls in diese neue Gesellschaft einbringen. Der neue Großaktionär Amov werde knapp 24,9 Prozent an der Telekom halten und zu 80 Prozent von Carlos Slim Helu kontrolliert werden.

Gegenüber der ÖIAG, dem mit 28,4 Prozent größten Aktionär sowie der Bundesregierung soll das mexikanisch-österreichische Konsortium ein Bekenntnis zum Standort Österreich abgegeben haben. Die ÖIAG stufe einen Einstieg Slims als "freundlich" ein. Der bisherige Finanzpartner von Ronny Pecik, der ägyptische Telekom-Unternehmer und Milliardär Naguib Sawiris wolle das Aktienpaket aber lieber an die norwegische Telenor verkaufen.

Die Telekom-Aktie sprang nach bekanntwerden des Berichts in den Nachmittagsstunden des Dienstag um vier Prozent auf 7,55 Euro in die Höhe.

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Der mexikanische Unternehmer Carlos Slim Helu, der nun in die Telekom Austria einsteigen soll, ist laut der jüngsten Liste der US-Zeitschrift "Forbes" der reichste Mensch der Welt. Er verlor demnach zwar 2011 ein Vermögen von fünf Milliarden Dollar, führt die Liste der Reichsten mit 69 Milliarden Dollar (55,5 Mrd. Euro) aber weiterhin an und besitzt immer noch acht Milliarden mehr als der Zweitplazierte, Microsoft-Gründer Bill Gates.

Sein Vermögen machte der Sohn einer libanesischen Händlerfamilie bei der Privatisierung der staatlichen mexikanischen Telefongesellschaft Telmex. Er zahlte seinerzeit für das Unternehmen rund 1,8 Milliarden Dollar an den Staat. Nach der Meinung von Experten war Telmex ein Vielfaches mehr wert.

Privatisierung mit Monopolstellung verknüpft

Die Privatisierung der Firma Telefonos de Mexico (Telmex) wurde unter Slims Freund und damaligem Präsidenten Carlos Salinas de Gortari in die Wege geleitet. "Während Länder wie Brasilien und die Vereinigten Staaten ihre Monopolbetriebe in untereinander konkurrierende Firmen aufspalteten", so das "Wall Street Journal","verkaufte Mexiko sein Monopol als Ganzes und untersagte sogar für weitere sechs Jahre jede Konkurrenz." Aus einem staatlichen wurde ein privates Monopol, dem auch die Öffnung des mexikanischen Telefonmarktes 1997 nicht viel anhaben konnte. Kritiker orteten dadurch weit überhöhte Preise am mexikanischen Telekom-Markt - von denen Slim profitiert habe.

"Besitzer von Mexiko"

Als "Besitzer von Mexiko" wurde Slim in der "Le Monde Diplomatique" tituliert. Egal ob man heute in Mexiko telefoniert, Geld abhebt, ein Hotel bucht, Essen geht oder sich ein Brot kauft - meist profitiert davon Carlos Slim Hélu. Mit 25 Jahren gründete er die Investmentfirma Inbursa. Er schuf das Immobilienunternehmen Carso und heiratete die ebenfalls in Mexiko geborene Libanesin Soumaya Domit Gemayel.

Seitdem hat er mehr Unternehmen gekauft als normale Menschen Hemden. Zu seinem Imperium gehören die mexikanischen Telefonunternehmen Telmex und Telcel, Banken, Hotels, Bauunternehmen, Bergbaufirmen, Restaurantketten, eine Großbäckerei und Kaufhäuser. 2009 unterstützte er die renommierte "New York Times" (NYT) mit einen mittlerweile zurückgezahlten Kredit von 250 Millionen Dollar. Inzwischen gehören Slim 7 Prozent der Aktien, er hat eine Kaufoption auf weitere 9 Prozent, berichtete die NYT im vergangenen Sommer.

Slim besitzt auch Anteile an der New Yorker Luxus-Kaufhauskette Saks.

Engagement gegen Armut

"In der Krise zu wachsen ist eine Frage der Vision", lautet ein Lehrsatz des Magnaten, der sich für Projekte gegen die Armut in Lateinamerika engagiert, mehrere Stiftungen finanziert und seit Jahren auch die Wiederherstellung des historischen Zentrums von Mexiko-Stadt. Außerdem schenkte er der mexikanischen Hauptstadt ein nach seiner Frau Soumaya benanntes Museum, in dem bedeutende Kunstwerke zu sehen sind, die Slim im Laufe der Jahrzehnte gesammelt hat. Gleich daneben ließ er eine neue Konzernzentrale errichten.

Großzügig zeigte sich Slim aber auch gegenüber Parteien, Politikern und sogar Gewerkschaften, die er mit Spenden und Zuwendungen bedachte. In Mexiko gilt sein Konzern als Rückgrat der gesamten Wirtschaft.

"Wie fühlt sich der reichste Mensch der Welt in einem Land mit 50 Millionen Armen", wurde Slim vor Jahren bei einer seiner seltenen Pressekonferenzen in Mexiko-Stadt gefragt. Seine Antwort: "Wenn ich sterbe, werde ich nichts mitnehmen."

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