Europäische Zentralbank

16. Mai 2018 16:49; Akt: 16.05.2018 17:02 Print

Rom will Schuldenerlass von 250 Milliarden Euro

Italiens künftige Koalition stellt Forderungen an die Europäische Zentralbank: Rom will 250 Mrd. Euro Schulden einfach streichen.

Luigi Di Maio (m) von der 5-Sterne-Bewegung will Premier werden und die EZB schröpfen. (Bild: Reuters)

Luigi Di Maio (m) von der 5-Sterne-Bewegung will Premier werden und die EZB schröpfen. (Bild: Reuters)

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Das neue Regierungsbündnis in Italien ist noch nicht einmal im Amt, hat aber schon enorme Wünsche. Die populistische 5-Sterne-Bewegung und die rechtsextreme Lega wollen laut einem Entwurf für ein Koalitionsabkommen die Europäische Zentralbank auffordern, Italien Schulden in Höhe von 250 Milliarden Euro zu erlassen.

Das Papier, das der "Huffington Post Italia“ vorliegt, sieht zudem eine Neuverhandlungen von Italiens Beitrag zum EU-Budget, das Ende der Russlandsanktionen und die Zurücknahme einer Rentenreform von 2011 vor. Des weiteren sollen in der EU Vorkehrungen getroffen werden, die es erlauben, aus der Währungsunion auszutreten.

"Alte Version"

5 Sterne und Lega erklärten, bei dem Entwurf vom 14. Mai handele es sich um eine alte Version, die inzwischen umfassend geändert worden sei. Insbesondere werde der Euro nicht infrage gestellt.

Die beiden Parteien kommen bei der Bildung einer neuen italienischen Regierung nur schleppend voran. Zur Uneinigkeit darüber, wer neuer Ministerpräsident werden soll, kommen inhaltliche Differenzen insbesondere bei den Haushaltsregeln der Europäischen Union. Präsident Sergio Mattarella gab Insidern zufolge den Parteien bis kommende Woche Zeit.

Höchste Staatsverschuldung

Italien gehört zu den Länder mit der höchsten Staatsverschuldung in Europa. Mit der Bitte um Schuldenerlass bei der EZB würden zehn Prozentpunkte des Schuldenbergs wegfallen.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • forza Italia am 16.05.2018 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    die cleveren stolzen Italiener

    die Italiener sind halt viel viel cleverer als andere Länder; Die Migranten schicken sie einfach weiter - Ausländeranteil in Italien 8% - Österreich 16%! Dann wollen sie trotz Brexit den Nettobeitrag nachverhandeln - Ö Nettobeitrag 0,8 Millarden bei 8,7 Mio. EW - Italien 2,3 Milliarden bei 60 Millionen EW im Verhältnis zahlt Ö doppelt so viel

  • Rita am 16.05.2018 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    Das Leben ist kein Wunschkonzert!

    Wir sind nicht hier bei wünsch dir was, wir Österreicher müssen auch unsere Schulden ausgleichen.

  • genug am 16.05.2018 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    wir zahlen alles

    ja, das ist originell. wir hätten bitte gerne 300 milliarden nachlass. aber was kümmern uns 300 milliarden,wir überweisen trotzdem mehr nach Brüssel . und beim nachlaß für Italien haften wir mit sicherheit , siehe Griechenland. und wenn dann die vergemeinschaftung der schulden kommt, aber natürlich, bevor man den eigenen bürgerm etwas gibt. da sage noch einer, die EU macht keinen sinn.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • patrioteautriche am 17.05.2018 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Schulden macht,muß sie auch begleich

    Warum? Habt ihr die Schulden nicht selbst gemacht,liebe Italiener.

    • Kritischer Geist am 18.05.2018 09:17 Report Diesen Beitrag melden

      @patrioteautriche

      Nachder Logik von Sozialismus und EU ist das eben NICHT so. Der Sozialismus geht von der Prämisse aus, man könne langfristig mehr Geld ausgeben als man einnimmt. Und die EU geht nach dem Prinzip vor, dass man die Schulden des einen Landes ja ohne weiteres den Steuerzahler eines anderen Landes aufbürden kann. Und wer sich gegen diesen offensichtlichen Unfug ausspricht, muss sich als "europafeindlich" bezeichnen und ins rechtsextreme Eck stellen lassen.

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  • Wiesinger am 17.05.2018 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Der Sparer zahlt es ohnedies

    Jedes Jahr wird dir über die reale Inflation gut 5 Prozent durch die Nullzinspolitik gestohlen. Selbst ein Einstieg in "reale Werte" wie Immobilien ist unvernünftig da sich durch an Spekulanten verschenktes Geld gewaltige Blasen gebildet haben. Auch Gold ist mindestens doppelt so hoch bewertet, erstens wegen der niedrigeren Förderkosten, zweitens weil es aus Gier gehortet wird aber industriell kaum nutzvoll ist. Einzig sinnvoll ist momentan die Investition in Rüstung und seltene Rohstoffe wie Lithium

  • Franz Weinpolter am 17.05.2018 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Italy

    Die sollen erst mal ihre Korruption und Mißwirtschaft in den Griff kriegen. Nur für 1 Jahr! Dann dürfens fordern.

  • Micky Mau am 17.05.2018 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ich setze auf Italien.

    Falls es mal eine Buchmacherwette gibt, welches Land den Euro sprengt,setze ich auf Italien.

  • Hans am 17.05.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich ziehen sie es durch

    Bravo Italien! Hoffentlich hat die neue Regierung auch die Eier, diesen Kampf standhaft durchzufechten. Damit würden die Italiener nämlich die Muddi vom Kanzlerthron blasen, wenn die Target - Forderungen endlich buchungswirksam werden. Die EU in ihrer heutigen Form dürfte dann Geschichte sein.