Währung

10. August 2018 12:02; Akt: 10.08.2018 15:54 Print

Türkische Lira stürzt ab, USA verdoppeln Strafzölle

Die türkische Währung Lira ist im freien Fall. Und US-Präsident Trump verhängt neue Strafzölle auf Stahl und Aluminium.

Recep Tayyip Erdogan. (Bild: picturedesk.com/AP)

Recep Tayyip Erdogan. (Bild: picturedesk.com/AP)

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Die Lira liegt am Boden und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bemüht sich, die Furcht vor einem weiteren Verfall der Landeswährung zu zerstreuen. "Macht Euch keine Sorgen", rief Erdogan in Rize am Schwarzen Meer seinen Anhängern zu. Derzeit liefen gegen die Türkei mehrere Kampagnen, sagte er mit Blick auf den Streit mit den USA. "Beachtet sie nicht."

Das Rekordtief

Die Lira hat seit Jahresbeginn mehr als ein Drittel an Wert verloren. Freitag früh rutschte sie erneut auf ein Rekordtief und sank zeitweise um rund 11 Prozent. Der Dollar verteuerte sich auf 6,63 Lira, so viel wie noch nie. "Vergesst nicht, wenn sie ihre Dollars haben, dann haben wir unseren Gott", tröstete Erdogan die Seinen.

Neuer Dämpfer

Doch auf Erdogan wartet ein neuer Dämpfer. US-Präsident Donald Trump kündigte auf der Kurznachrichtenplattform Twitter an, dass er die Strafzölle auf Aluminium und Stahl verdoppeln wird. Auf Stahl werde ein Zoll von 50 Prozent eingehoben, auf Aluminium 20 Prozent. "Unsere Beziehungen zur Türkei sind nicht gut", so Trump.


Fachleute warnen zudem vor der hohen privaten Verschuldung der Türkei in US-Dollar, was eine steigende Schuldenlast bei abwertender Landeswährung nach sich zieht. Zudem ist die Türkei auf einen steten Zustrom ausländischen Kapitals angewiesen, um ihre Importe zu finanzieren.

Die Europäische Zentralbank beobachtet wegen des Kursverfalls schon seit Monaten die Verbindungen europäischer Geldinstitute in die Türkei. Insgesamt würden die Aufseher die Situation zwar noch nicht als kritisch einstufen, berichtete die "Financial Times". Die Großbanken BBVA aus Spanien, die italienische Unicredit und die französische BNP Paribas seien aber besonders exponiert, da sie große Geschäfte mit Unternehmen in der Türkei machten.

Im Frühjahr lag die Arbeitslosenquote in der Türkei bei mehr als zehn Prozent, allerdings bei fallender Tendenz. Die Inflation betrug zehn Prozent. Das Haushaltsdefizit wächst. Die Auslandsverschuldung liegt bei fast 500 Milliarden Dollar.


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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Recep E. am 10.08.2018 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Patrioten

    Euer despot... ehm. designierter Staatschef braucht euer Vermögen - JETZT !! Kommt nach Hause und rettet die Osmanen !!

  • I. President am 10.08.2018 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Sevgili kardeler

    Euer Volk braucht Euch, bringt Euer Erspartes unmittelbar nach Konst... ähm Istanbul oder zum Präsidentenpalast nach Ankara.

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  • I bin's, Eier President am 10.08.2018 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Letzter Aufruf, liebe Brüder

    wechselt eure Devisen in Lira und rettet das osmanische Reich !

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Recep Trampsacker am 11.08.2018 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Das Opferfest naht

    diesmal wird das Volk geschächtet.

  • Bernhard am 11.08.2018 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Erdi

    Alles kein Problem, ihr habt ja euren Gott und die Sozialhilfe in Mitteleuropa!

  • Bruno Bär am 11.08.2018 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit war es

    Endlich hat Erdogan in Trump seinen Meister gefunden. Der zeigt ihm so richtig wo der Hammer hängt. Nicht so wie die europäischen Politiker die vor Erdogan auf die Knie über seinen unechten Keyseri Teppich rutschen, ihm huldigen, Respekt erweisen, und die Euromilliarden in den Hintern stopfen.

  • Babsi am 11.08.2018 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Grandios

    Erdogan legte sich mit Putin an und mußte dann vor ihm auf die Knie. Jetzt das gleiche mit Erdogan bei Trump, grandios!

  • Ina am 11.08.2018 06:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich das Foto betrachte

    frage ich mich: "Gibt es in der Türkei keine Zahnpaste?" Oder dürfen sie dort aus religiösen Gründen nicht Zähne putzen?

    • Babsi am 11.08.2018 09:11 Report Diesen Beitrag melden

      Halal

      Nicht Halal, nix putzta, stinkta, oba egall!

    • DaOideKarl am 14.08.2018 08:50 Report Diesen Beitrag melden

      Staatschefs dürfen das

      Erinnert mich an jemanden! Weiß nur momentan nicht an wen!

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