Erfahrungsbericht

05. Juli 2019 13:16; Akt: 05.07.2019 20:56 Print

5 Dinge, die ich in Wien am Motorrad gelernt habe

Mopeds und Motorräder erfreuen sich in der Bundeshauptstadt großer Beliebtheit. So habe ich als Einsteiger die Stadt auf zwei Rädern erlebt.

Wie haben Sie Wien auf zwei Rädern erlebt? Schreiben Sie einen Kommentar und diskutieren Sie mit! (Bild: iStock)

Wie haben Sie Wien auf zwei Rädern erlebt? Schreiben Sie einen Kommentar und diskutieren Sie mit! (Bild: iStock)

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Zweimal Umsteigen, dann noch 10 Minuten zu Fuß – öffentlich kostet mich der Weg in die Arbeit gut und gerne 50 bis 60 Minuten. Bis zu zwei Stunden täglich bleiben so auf der Strecke. Ein Umstand, den ich als leidgeplagter Außenbezirkler, Zur-U-Bahn-Sprinter und In-letzter-Sekunde-zur-Arbeit-Kommender nicht länger hinnehmen will. Ein anderes Transportmittel muss her.

Autos sind teuer, Redakteure keine Spitzenverdiener und Parkplätze rar. Der Wechsel zum Zweirad liegt auf der Hand. Günstig soll es sein, zuverlässig und möglichst wenig Papierkram mit sich bringen. Wie viele Wiener entscheide ich mich für ein Gefährt mit 125 ccm. Ein Nachmittag beim Fahrtraining und einen Besuch bei der Verkehrsbehörde später habe ich die Lenkberechtigung in der Tasche. Fehlt nur noch das Gefährt: Ein Roller ist die logische Wahl. Das Herz verlangt nach einer anderen.

"Die erste Fahrt war eine Offenbarung"

Frisch ausgestattet und grün hinter den Ohren wage ich mich also auf meiner "125er" auf die Straßen Wiens. Zugegeben, auf der Skala von Mountainbike bis Harley Davidson rangiert mein Untersatz deutlich links der Mitte. Doch der erste Trip in die Arbeit ist eine echte Offenbarung. Zehn, maximal 15 Minuten vergehen zwischen Garagenausfahrt und Redaktionsgebäude. Ersparnis: Mindestens eine Stunde pro Tag.

Mission erfüllt? Einstweilen. Die 125er ist eine Einstiegsdroge. Etwas Größeres muss her. Aber das hat Zeit. Was ich bis dahin gelernt habe, will ich Ihnen nicht vorenthalten.

1
Zwei Räder sind extrem günstig

Um 10 Euro tanken, dann einen Monat durch die Gegend kurven – davon können Autofahrer nur träumen. Kurzparkschein? Kann mir gestohlen bleiben! Versicherungskosten? Im Vergleich zum Pkw in homöopatischen Dosen.

2
Du kommst enorm schnell voran

Mopeds und Motorräder dürfen an stehenden Kolonnen vorbeifahren – wenn genug Platz bleibt und keine Sperrlinien überfahren werden. Mit meiner wendigen Maschine lasse ich im Stadtverkehr jeden Autofahrer im Rückspiegel schrumpfen. Da fällt es nicht weiter ins Gewicht, dass meinem Gefährt bei 110 die Puste ausgeht. Außerdem: Parkplätze werden gefunden, nicht gesucht.

3
Du bist verwundbar

Ohne Anschnallen im Straßenverkehr? Fühlt sich seltsam an. Vor allem, wenn man jeden Tag Todesmeldungen von Bikern ließt (und schreibt). Egal, ob du im Recht bist, oder nicht – am Moped verlierst du. Wer heil ankommen will, hält die Augen immer offen, denkt für die anderen mit, fährt defensiv. "Jeden Tag erlebe ich gefährliche Situationen", las ich in einem Roller-Forum. Ganz so dramatisch erlebe ich das nicht. Denn...

4
Die meisten Autofahrer nehmen Rücksicht

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ein gesundes Misstrauen vor (ein- und abbiegenden) Autofahrern kann Leben retten. Vom in manchen Foren und Medien beschwörten Konflikt zwischen Bikern und Autofahrern bekomme ich aber nichts mit. Viele auf vier Rändern nehmen Rücksicht, machen Motorradfahrern an der Ampel Platz. Jedem, der nicht wie die "gesengte Sau" am Gasgriff dreht, wird mit Respekt begegnet. Ausnahmen bestätigen die Regel.

5
Motorradfahren macht wahnsinnig viel Spaß

Mir zumindest. Ihnen auch? Was sind Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie mir per Kommentarfunktion!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rainer Lonin am 05.07.2019 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zweiradfahren in Wien ist cool

    Ich fahre seit rund 10 Jahren mit dem Zweirad in die Arbeit. Da ich in Breitenlee wohne und in der Nähe des Hauptbahnhofes wohne, brauche ich mit öffentlichen Verkehrsmittel inkl Fußwege rund 55 Minuten. Mit dem Bike, trotz Tangente maximal 20 Minuten. Allerdings ist die Fahrt über die Tangente sehr oft brandgefährlich. Defensiv fahren und für manche Autofahrer mitdenken, hat schon öfters einen Unfall verhindert. Denn plötzliches Spurwechseln ohne blinken passiert mehrmals täglich. Auch das reinschneiden, wenn ich als Zweiradfahrer einen Sicherheitsabstand halte.

  • Francis Lane am 05.07.2019 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    ich will spaß

    ich will spaß beim fahren haben, daher meide ich auch Städte und verbaute Gebiete... meine bevorzugten Bikes sind aber a eher Nakeds und Superbikes mit 600 bis 1000ccm. das ist halt nichts für die Stadt. ab und an hör i mal a Auto hupen, aber da geh i davon aus weils sauer sind das sie wer überholt.... mit dem Großteil der Autofahrer gibts null Probleme, aufpassen musst auf die, auf die du eh im Auto a aufpassen musst weil aus großer Entfernung schon ersichtlich ist, dass die eigentlich nicht für den Straßenverkehr geeignet sind.

  • Susanne am 05.07.2019 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Hausarzt

    Ich bin Hausarzt in einer NÖ Kleinstadt. Seit 3 Jahren mache ich meine Visitenrunde mit der Vespa. Anfangs wurde ich etwas skeptisch beäugt, mittlerweile hat sich jeder daran gewöhnt. Kein Parkplatz Suchen, deutliche Zeit Ersparnis und mit 2,5/100km auch zusätzlich zum fun Faktor ein echtes Sprit spar Gerät, der Umwelt zuliebe! Ich kann die Argumente zu 100% teilen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sh am 13.07.2019 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Kommentar

    Für viele AutofarerInnen existieren Blinker warum noch immer nicht. Und das ist Grund für die Unfälle

  • Opachello am 06.07.2019 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Eines der besten Gesetze C111

    Habe den C111 kurz nach der Einführung gemacht und bin dann ca. 8 Jahre vom Stadtrand 23., in den 1. gependelt. Es war traumhaft, kein Gestank in den Öffis, kein Hecheln zum Anschluss und immer ein Parkplatz. Bin 10-11 Monate pro Jahr gefahren. Aber dann kam ein Tag an dem ich Privat auf der Tangente unterwegs war und mich plötzlich nicht mehr Wohl fühlte im Verkehr. Da ich schon Pensionist war, habe ich dem Roller adieu gesagt.

  • SandyMT am 06.07.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ich möchte mein Bike nicht eintauschen

    Ich kann dem nur massiv zustimmen. Der Arbeitsweg wird wesentlich kürzer, keine lästige Parkplatzsuche, keine hohen Parkkosten und auch geringe Spritkosten. Ich selbst fahre eine Yamaha MT07 und ich muss sagen seitdem ich das Bike fahre verzichte ich sehr gerne aufs Auto. Ich empfinde es einfach als Stressfreier und Angenehmer. Das Gegenseitige aufeinander acht geben sollte in jedem Fall stattfinden, da nur so sichere Fahrten gewährleistet sind.

  • Wolfgang Winkler am 06.07.2019 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Punkt 3 passt exakt allen Bikern ins Stammbuch geschrieben /gilt im Übrigen auch beim Autofahren/ wichtigster Punkt: auf die Anderen Aufpassen dann kommt man heil nach Hause

  • monika am 06.07.2019 00:24 Report Diesen Beitrag melden

    schon gefährlich !

    ich fahre seit über 20 Jahren und es ist schon gefährlich! plötzliche Abbieger und Bremser ohne Blinker, Spurwechsler ohne schauen, Geradeausfahrer auf der Abbiegespur , nicht wissen wer Vorrang hat, auch unerwartete Bremser auf der Vorrangstraße ... usw ! erlebe ich täglich in Wien ! aber wenn man vorsichtig fährt erkennt man die Dumpfbacken rechtzeitig und ein bischen Glück gehört auch dazu.