Doktor Sex

10. April 2019 11:43; Akt: 10.04.2019 11:46 Print

"Meine Onaniertechnik funktioniert nicht mehr!"

Beni experimentiert mit der Art, wie er sich selbst befriedigt. Nun ist ihm alles durcheinandergeraten. Wie weiter?

Symbolfoto (Bild: iStock)

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Frage von Beni (31) an Doktor Sex: Seit Jahren befriedigte ich mich selbst durch Reibung des Gliedes in Bauchlage. Nur wirkt sich dies beim Geschlechtsverkehr und beim Oralsex mit meinem neuen Partner negativ aus. Ich spüre zum Teil nichts und komme auch nicht zum Orgasmus, obschon ich sehr erregt bin.

Es gibt Momente, da bin ich kurz davor. Aber plötzlich ist die Erregung weg. Nun übe ich mich in der normalen Selbstbefriedigung. Jedoch verlässt mich dabei schnell die Lust, und ich breche die Übung frustriert ab. Aber wenn ich meine Technik anwende, dauert es knapp fünf Minuten, und ich komme zum Höhepunkt.

Ich habe erst seit einem halben Jahr eine feste Beziehung. Vorher hatte ich nur selten Sex mit einem anderen Mann und machte vor allem Selbstbefriedigung. Ich denke, dies ist mit ein Grund für mein Problem. Wird sich mein Penis je an etwas anderes gewöhnen, so dass ich wieder zum Orgasmus kommen kann?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Beni

Die körperliche Erregung beim Sex und auch der Orgasmus entstehen aus dem Zusammenspiel von sinnlichen Eindrücken, rhythmischen Bewegungen, Muskelspannung beziehungsweise -entspannung und Atmung. Um sie zu beeinflussen, kann daher bei allen diesen Teilaspekten angesetzt werden.

Viele Männer onanieren mit hoher Körperspannung und mit intensivem Druck auf den Penis durch die vor- und zurückgleitende Hand. Beim Geschlechtsverkehr sind diese gewohnten Umstände aber nicht vorhanden, weshalb es für manche schwierig wird, zum Orgasmus zu kommen. Und bei allen führt diese Technik zu einer massiven Reduktion der Fähigkeit, den Höhepunkt im ganzen Körper und nicht nur im Bereich des Penis zu empfinden.

Durch eine andere Technik beim Onanieren kann eine Veränderung erreicht werden. Zentral ist dabei, den Penis bewusst nicht mit Druck zu reiben, sondern ihn mit einer weichen Berührung zu umfassen und durch eine kreisende Bewegung des Beckens in die geschlossene Hand zu stoßen und wieder zurückzuziehen. Unter Zuhilfenahme von Gleitmittel kann der Reiz noch verstärkt werden.

Erregung führt zu einer flachen, Stoßweisen und gepressten Atmung. Diese verunmöglicht es, zusammen mit dem Partner in einem weiten Raum zu verweilen und all das wahrzunehmen, was in dieser Verbindung sowie im Körper geschieht. Stellen sich Verspannungen ein oder übernimmt das Denken die Führung, ist es deshalb hilfreich, sich auf die Atmung zu konzentrieren und sie sich im ganzen Körper ausbreiten zu lassen.

Herauszufinden, was für dich richtig ist, erfordert etwas Geduld. Folge dabei besser nicht kurzfristigen Impulsen, die einen schnellen Höhepunkt wollen, sondern genieße das absichts- und ziellose Sein – mit dir allein und mit deinem Partner. Viel Spaß und alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@heute.at

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