Doktor Sex

04. März 2019 12:30; Akt: 04.03.2019 13:08 Print

"Warum komme ich plötzlich immer zu früh?"

Nach vier Jahren Sex ohne Probleme sind Didi und seine Freundin plötzlich in einer unheilvollen Spirale gelandet, aus der sie nicht mehr herausfinden.

 (Bild: Istock)

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Frage von Didi (26) an Doktor Sex: Ich bin jetzt bald zwei Jahre glücklich in einer Beziehung. Ich liebe alles an meiner Freundin und finde sie wunderschön. In den ersten sechs Monaten war auch der Sex super. Wir machten es regelmäßig und oft mehrmals hintereinander. Doch irgendwann – wir können nicht genau sagen, wann und weshalb – begann es, dass ich schon nach wenigen Minuten ungewollt zum Orgasmus kam, was zuvor nie der Fall gewesen war.

Seither haben wir einiges versucht, um dieses Problem zu lösen, aber ohne Erfolg. Inzwischen sind wir beide verunsichert und verkrampfen uns. Ich denke, dass Erfolgserlebnisse möglich wären, wenn wir ab und zu zweimal hintereinander Sex hätten. Mittlerweile raubt mir der Gedanke daran den Schlaf – und es beschäftigt mich auch tagsüber. Auch meine Freundin fühlt sich unter Druck und ist unsicher.

Ich bin eigentlich ein sehr sexueller Mensch, aber als wir nun für einige Wochen keinen Sex haben konnten, musste ich feststellen, dass mich das kaum stört. Im Gegenteil: Ich war sogar fast etwas erleichtert. Nun mache ich mir Sorgen, dass sich dieser Zustand dauerhaft einstellt. Wir wissen nicht mehr weiter und haben uns deshalb entschlossen, dich um Rat zu bitten. Hast du einige Tipps?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Didi

Beim frühen Samenerguss spielen meist mehrere Gründe mit. Einerseits die Unkenntnis des eigenen Körpers, andererseits Unsicherheit und Angst, beispielsweise davor, verlassen zu werden, falls man beim Sex nicht gut ist oder sich richtig verhält. Und schließlich auch noch die pornografische Fiktion, die besagt, dass ein "richtiger" Mann endlos bumsen kann. Oft kommt durch solche Gedanken eine Spirale in Gang, die genau das bewirkt, was Mann verhindern möchte, nämlich, dass der Schuss lange vor dem angestrebten Zeitpunkt abgeht.

Du scheinst mit deiner Freundin zusammen in einem mentalen Gefängnis zu sitzen. Was den Sex angeht, kreisen eure Gedanken nämlich nur noch um die Frage, ob es beim nächsten Mal wieder so sein wird wie zuvor. Wichtig ist daher, diese Denkspirale zu stoppen und aus der Problemtrance auszusteigen. Aber auch, die in Ansätzen bereits installierte Strategie, Sex zu vermeiden, um dem Problem auszuweichen, sofort wieder fallen zu lassen.

Bedenkt, dass das "Problem" genauso, wie es sich eines schönen Tages aus dem Nichts eingestellt hat, an einem anderen schönen Tag auch wieder in Nichts auflösen und verschwinden kann. Aber genau das lasst ihr nicht zu – im Gegenteil: Ihr hegt und pflegt es wie ein Kind. So weiterzumachen bedeutet, in absehbarer Zeit gar keinen Sex mehr zu haben und danach den Mangel an Sex zum Problem zu erheben.

Ihr habt die Wahl, ob ihr diesen Weg wählen oder einen Schritt zurücktreten und euer Sexualleben neu erfinden wollt. Letzteres würde bedeuten, alle Konzepte fallen zu lassen und Sex nicht mehr zum Zweck des Orgasmus zu haben, sondern ungezwungen das intime körperliche Zusammensein zu genießen. Abwechslung beim Sex bedeutet nicht primär, fortlaufend neue und andere Techniken auszuprobieren – also dem Kopf die Führung zu überlassen, sondern den Augenblick zuzulassen und dem Raum zu geben, was aus einer ganzheitlichen Wahrnehmung heraus sein will. Alles Gute!

Ihre Frage an Doktor Sex: doktor.sex@heute.at

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PeterX am 18.07.2017 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach gedacht

    Kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen: In gewissen Phasen des Körpers, das schwankt so wochenmäßig, wird mehr produziert, sodass man früher kommt. Sollte dies gerade der Fall sein, hat man solche Überschüsse, dass man problemlos nach einer kurzen Zeit dazwischen, oft nur wenige Minuten, eh wieder kann, und dann umso länger, da ja nun schon etwas entsorgt wurde. Man muss nicht nach dem Orgasmus aufhören, auch nicht als Mann. Nur die ersten 10 Minuten meistens tut sich nichts. Betrachte man es dann als Flexibilität.

  • karl am 18.07.2017 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was ist schlimm daran

    passt ja eh, und dann ab zum Kühlschrank ein Bier holen zur Belohnung

    einklappen einklappen
  • Spaltpilz am 18.07.2017 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Stress

    Wir leiden heute Alle unter Stress und Zeitmangel und da muss es schnell gehen,damit man wieder Zeit hat für wichtigere Dinge im Leben...*fg*

Die neuesten Leser-Kommentare

  • TantePolly am 06.08.2017 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ein Zeichen von Jugend

    und gibt sich mit zunehmendem Alter.

  • TantePolly am 18.07.2017 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Am besten hilft Ablenkung von der

    eigenen Erregung. Sie könnten z.B. ihre Beckenstöße mitzählen. Aber nicht laut sondern nur im Geiste weil sonst die Partnerin noch länger bis zum Orgasmus braucht.

  • karl am 18.07.2017 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was ist schlimm daran

    passt ja eh, und dann ab zum Kühlschrank ein Bier holen zur Belohnung

    • ippi_opa am 06.08.2017 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @karl

      Ich nehme das Bier immer mit ins Bett, dann komm ich schneller zum Fernseher Fußball schaun mit dem 2. Bier.

    einklappen einklappen
  • Spaltpilz am 18.07.2017 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Stress

    Wir leiden heute Alle unter Stress und Zeitmangel und da muss es schnell gehen,damit man wieder Zeit hat für wichtigere Dinge im Leben...*fg*

  • PeterX am 18.07.2017 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach gedacht

    Kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen: In gewissen Phasen des Körpers, das schwankt so wochenmäßig, wird mehr produziert, sodass man früher kommt. Sollte dies gerade der Fall sein, hat man solche Überschüsse, dass man problemlos nach einer kurzen Zeit dazwischen, oft nur wenige Minuten, eh wieder kann, und dann umso länger, da ja nun schon etwas entsorgt wurde. Man muss nicht nach dem Orgasmus aufhören, auch nicht als Mann. Nur die ersten 10 Minuten meistens tut sich nichts. Betrachte man es dann als Flexibilität.