Ärger über 1.200 Euro

10. Oktober 2018 05:34; Akt: 10.10.2018 07:33 Print

Wienerin soll Provision für Mietverlängerung zahlen

Obwohl eine junge Wienerin seit Jahren in einer Mietwohnung lebt und beim Einzug die Maklerprovision zahlte, soll sie nun wegen einer Vertragsverlängerung noch einmal in die Tasche greifen.

Die Wienerin soll für eine Vertragsverlängerung 1.200 Euro zahlen.  (Bild: Leserreporter)

Die Wienerin soll für eine Vertragsverlängerung 1.200 Euro zahlen. (Bild: Leserreporter)

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Jasmina ist 24 Jahre alt und lebt in Wien-Rudolfsheim. Seit mehr als drei Jahren hat sie sich in ihrer Wohnung ein trautes Heim geschaffen. Nun stand eine Mietvertragsverlängerung an. Für den Vermieter war das grundsätzlich kein Problem, doch seine Bedingungen für die Verlängerung machen der jungen Wienerin Kopfzerbrechen. Zum Einen sollte die Miete um 25 Euro angehoben werden, was für die 24-Jährige in Ordnung gewesen wäre. Dazu sollen aber auch noch 1.200 Euro für eine "entgangene Provision" des Immobilienmaklers kommen.

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Haben Sie bei einer Mietvertragsverlängerung schon eine Provision bezahlt?

Für Jasmina ist das viel Geld und unverständlich, warum sie nun noch einmal in die Tasche greifen soll, immerhin wurde die Maklerprovision bereits bei ihrem Einzug bezahlt. "Ich wohne ja schon hier, wozu ist dann wieder eine Provision fällig", fragte die Wienerin den Eigentümer.

Der Vermieter argumentierte in einer E-Mail, er habe sich vor Jahren mit der Maklerfirma ausgemacht, dass alle Einheiten, egal ob Vertragsablauf oder Kündigung, neu vermietet werden. Im Falle einer Verlängerung dürfe die "entgangene Provision" dem Vermieter verrechnet werden.

Provision nur bei Vermittlungstätigkeit

"Heute" fragte beim Mieterservice der Arbeiterkammer nach. Laut AK darf eine Provision nur dann verlangt werden, wenn es auch eine Vermittlungstätigkeit gibt. In dem konkreten Fall wohnt Jasmina aber schon seit Jahren an der selben Adresse und dies wäre somit nicht Rechtens. Also zog sich die 24-jährige Angestellte aus einer Vertragsverlängerung zurück und bekam auch sofort die schriftliche Kündigung.

Die Maklerfirma, die ihren Firmensitz in Wien hat, distanzierte sich gegenüber "heute.at" von jeglichen Geldforderungen bei Vertragsverlängerungen: "Wir können und dürfen hier nichts verrechnen, also verlangen wir natürlich auch nichts." Der Vermieter war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Experte: "Wo kein Kläger, da kein Richter"

"heute.at" sprach mit einem Immobilienexperten aus Wien. Für ihn sind Forderungen, wie in diesem konkreten Fall, äußerst dubios: "Mehrmalige Provisionen sind nicht nur unseriös, sondern auch illegal. Leider kommt es aber hin und wieder vor, dass Vermieter mit solchen Mitteln Druck auf ihre Mieter ausüben wollen. Frei nach dem Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter."

In einigen Wochen soll Jasmina ausziehen und dem Eigentümer die Schlüssel überreichen. Sie ist nun auf der Suche nach einer neuen Wohnung.

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(mz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • myopinion am 10.10.2018 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Mietvertrag gekündigt

    Wäre schön, wenn Wiener Wohnen hilft Provision nochmals kassieren obwohl nichts vermittelt wurde, ist echt dreist.

  • Ursus am 10.10.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wer anschafft, soll zahlen

    Es sollte wie in Deutschland auch hier in Österreich endlich das "Bestellerprinzip" eingeführt werden. Wer den Makler beauftragt, soll auch die Kosten übernehmen (also der Vermieter). Seit in DE der Vermieter zahlen muss, man höre und staune, sind die Provisionen erheblich gesunken. Leider zeigt hier unsere Regierung überhaupt keinen Willen, irgendwas zu ändern.

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  • Kannitverstan am 10.10.2018 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So lebt die Jugend

    Erschreckend, wenn in einen Haus alle drei Jahre die Mieter wechseln. Da wird Wohnsitz zum Fremdwort.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • rex am 10.10.2018 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    komisar

    Sie kann gerne zu mir Zieren, sie bekommt einen unbefristeten Mietvertrag und das Provisionsfrei :)

  • Makler Makel am 10.10.2018 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betrug

    Toller Job, Provisionen kassieren fürs nixtun

  • Martina am 10.10.2018 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sparen

    In Kommentaren steht etwas von kein Urlaub machen Sparen keine Partys an die Person die das geschrieben hat kann man mit Max 1300 Lohn im Monat sparen ich weiß nicht was sich die Dame dabei gedacht hat wahrscheinlich ist Sie eine Ärztin oder eine Chefin in einer Bank das Sie Sie so etwas schreibt warum Leben wir dann wenn wir uns nichts gönnen können gönnt Sie sich kein Urlaub nach einem Jahr durch arbeiten oder einmal einen Schönen Abend Wir sind keine Sklaven in Wien ist es schwer geworden was Wohnungen betrifft und Arbeit genau so hast du Geld hast du macht nicht jeder hat einen Höhen Lohn

  • Charm am 10.10.2018 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    2004-2007

    Wurden von Privaten Vermietern(keine Markler) Provision auch verlangt, da die neuen Mitbürger (Asylbewerber) keine Ahnung hatten was eine Provision ist , es hieß Provision nix zurück, koution zurück, okey? Wohnung deine

  • Christian Faul am 10.10.2018 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Mietrechtsgesetz dringend ändern !

    Es ist mehr als an der Zeit, das Mietrechtsgesetz zu ändern. Der Vermieter als Auftraggeber muß die Provision zahlen,wir in der Provinz handhaben das schon lange !! Das Land und die Städte müssen für die Kautionen einspringen, da die Banken keine Garantien abgeben, aber der Makler kassiert 6 Monatsmieten. 3 und 3 vom Abgeber und vom Mieter brutto.Also auch für die Betriebskosten für die Heizkosten plus die UST.

    • Maestro am 10.10.2018 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Maestro

      Nicht ganz richtig: Mietvertrag bis 3 Jahre: 1 Monatsmiete; über 3 Jahre 2 Monatsmieten. Warum sollen Land und Städte für Kautionen einspringen? Wer hätte dann noch eine Motivation eine Wohnung in einem ordentlichen Zustand zurückzugeben?

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