"Artifact"

05. Dezember 2018 10:05; Akt: 05.12.2018 10:06 Print

Der neue Stern am Kartenspiel-Himmel?

von Riccardo Castellano - Mit "Artifact" hat Valve einen potenziellen Hit veröffentlicht. Das Spiel erfordert strategisches Denken und ist komplex.

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Für Liebhaber von Trading Card Games (kurz TCG) gibt es auf der Spieleplattform Steam ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk: "Artifact" verbindet das traditionelle Sammelkartenspiel mit der Geschichte und den Figuren aus dem hauseigenen Strategiespiel "Dota 2". Doch nicht nur gestalterisch lehnt sich "Artifact" daran an, sondern auch im Gameplay: So hat das Spiel nicht nur ein virtuelles Spielbrett, sondern gleich drei davon, entsprechend den Lanes aus dem Genre der Mulitplayer Online Battle Arena (Moba).

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Das Spielprinzip hört sich zunächst einfach an: Auf den drei Lanes stehen jeweils Türme, die einen Kern beschützen. Entweder man zerstört zwei Türme, oder einen Turm und den dahinterliegenden Kern. Doch das Spiel ist so komplex wie es aussieht. Strategisches Denken und optimiertes Management der Ressourcen sind gefragt. Die Karten auf der Hand müssen nämlich für alle drei Lanes reichen, somit ist es manchmal sogar schlau, eine davon komplett aufzugeben, um sich auf gewinnbringendere Spielfelder zu konzentrieren.

Kostspieliges Vergnügen

"Artifact" hatte prominente Hilfe bei der Entwicklung des Spiels. Niemand Geringeres als Richard Garfield, Erfinder des bekannten Kartenspiels "Magic: The Gathering", hat als Spieldesigner Unterstützung geleistet. Zusammen mit Valve wollte er eine Erfahrung liefern, die dem realen Kartenspiel ähnelt. So können die Karten aus Boosterpackungen auf dem Steam-Online-Markt gekauft und verkauft werden, um die eigene Kollektion zu vervollständigen oder zu ergänzen.

Ganz so billig ist das Spiel aber nicht: Für den Preis von 17,95 Euro erhält man zunächst zehn Boosterpackungen. Danach wird man jedoch für weitere Packungen zusätzlich zur Kasse gebeten. Eine Möglichkeit, diese als Belohnung im Spiel zu erhalten, gibt es ohne Geld nicht. Hier wird der Unterschied zu Gratis-Spielen wie "Hearthstone" und die Annäherung am realen Sammelkartenspiel deutlich. Die Möglichkeit, die meisten Karten günstig im Online-Markt zu erwerben, macht dieses Manko aber praktisch wieder wett. Doch es gibt auch dort eine Handvoll seltener Karten, die die Zehn-Euro-Grenze überschritten haben.

E-Sportler sind interessiert

Edouard Wanner, Verantwortlicher für die Athleten beim E-Sport-Team mYinsanity, sieht für das Spiel eine große Zukunft: "Valve hat hier ein anspruchsvolles Spiel entwickelt, das sich von den anderen im Markt abhebt". Als Magic-Veteran begrüsse er ein Spiel, das mehr Fertigkeiten vom Spieler abverlangt. So sei das derzeit dominante Kartenspiel "Hearthstone" zwar einsteigerfreundlicher, aber mit mehr Glücks- und Zufallselementen versehen.

"Es fehlt aber noch ein System, das dem Spieler seinen persönlichen Fortschritt zeigt", sagt Wanner. Dazu gehöre beispielsweise ein Spielmodus, bei dem man Sieg für Sieg in den Rängen aufsteigen kann. Sein Team bei mYinsanity werde "Artifact" in Zukunft weiter beobachten und vielleicht sogar ein eigenes Team für das Spiel bereitstellen. "Persönlich werde ich ‹Artifact› auf jeden Fall weiterspielen", sagt Wanner.

Da Valve, der Entwickler vom lukrativen Spiel "Dota 2" ist, gibt es für interessierte E-Sportler schon nächstes Jahr einen großen finanziellen Anreiz: In einem von Valve organisierten "Artifact"-Turnier soll es 2019 eine Million US-Dollar zu gewinnen geben.

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