Diskussion

14. September 2018 12:49; Akt: 14.09.2018 12:49 Print

Hit-Shooter "Battlefield V" unter Beschuss

Die Gefechte rund um "Battlefield V" zeigen – Frauenfeindlichkeit ist in der Game-Szene noch immer ein großes Thema.

Sorgt für Diskussionen: "Battlefield V. (Dice)
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Eigentlich herrscht gerade Waffenstillstand. Mit der Verschiebung von "Battlefield V" auf Ende November ist eines der meist diskutierten Spiele des Jahres vorübergehend aus dem Fokus geraten – könnte man zumindest meinen.

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Doch die Diskussionen rund um den Hit-Shooter werden ungebrochen befeuert. Vor allem, wenn es um das Thema Frauenfeindlichkeit geht. Denn seit bekannt wurde, dass Entwickler Dice in "Battlefield V" spielbare weibliche Charaktere programmiert hat, ist in der Gamer-Szene der Teufel los. Dabei gibt es zwei Lager: Solche, die Frauen im Shooter begrüßen – und solche, die an die Decke gehen.

Frauen an der Heimatfront

Während die Befürworter spielbarer Frauen in einer notorisch männlichen Szene wie der Shooter-Community für eine tolerante Tendenz stehen, können auch die Gegner achtbare Argumente ins Feld führen. Sie monieren, dass die Dice-Charaktere das Spiel historisch verfälschen würden. Mehr noch: Mit der Kreation von Kampfamazonen würde das Andenken an jene Frauen in den Dreck gezogen, die in den Weltkriegen tatsächlich gewirkt hätten.

Denn Frauen waren aufgrund des Kriegsdienstes ihrer Männer nicht nur für den Erhalt und die Ernährung der Familie verantwortlich, sie mussten auch den Mangel an männlichen Arbeitskräften kompensieren. Und neben den Frauen an der so genannten Heimatfront gab es auch noch jene, die ihren Kriegseinsatz direkt an der Front leisteten: Krankenschwestern, weibliche Hilfskräfte und ja – auch Soldatinnen.

Doch die Wut der Gamer richtet sich nicht nur gegen das Geschlecht in "Battlefield V". Auch die Hakenhand einer Soldatin bringt etwa den populären US-Game-Vlogger Razörfist auf die Palme. Denn das Spiel würde damit all jene verspotten, die im Krieg tatsächlich Arme oder Beine verloren hätten. Zudem habe Entwickler Dice bereits in "Battlefield I" ein ähnliches – und politisch überkorrektes – Konzept mit dunkelhäutigen Soldaten verfolgt:

Keine Seltenheit

Der Entwickler selbst hat inzwischen reagiert. Das Studio Dice stellt sich auf den Standpunkt, dass es in der "Battlefield"-Reihe noch nie um Realismus, sondern immer nur um Spielspaß gegangen sei. Tatsächlich aber ist das Thema damit nicht vom Tisch. Denn eine latente Frauenfeindlichkeit wird der Game-Szene schon lange nachgesagt. Was nicht verwundert, wenn Exponenten wie "Fortnite"-Starstreamer Ninja öffentlich erklären, sie würde nicht mit Frauen spielen.

Zwar begründete er das damit, dass er keine Eifersuchts-Probleme mit seiner Ehefrau kriegen will. Doch dass Frauen oft wegen ihres Geschlechts beleidigt werden, hat Twitch-Streamerin Annemunition erst kürzlich aufgezeigt, als sie sich bei einer "Rainbow Six Siege"-Session als Frau zu erkennen gab.

In der "Süddeutschen Zeitung" erklärte die Wissenschafterin Nina Kiel von der Technischen Hochschule Köln vergangene Woche einen möglichen Grund für die Ablehnung: So würden Spiele seit den 1980ern vor allem für junge Männer produziert. Frauen dagegen kommen in Zusammenhang mit Games vor allem als Störfaktor vor – etwa als mahnende Mutter oder als Freundin, die den Gamer vom Spielen abhält.

Ob es "Battlefield V" gelingen wird, dieses Image ein für allemal in den Wind zu schießen? Ab 20. November wird man mehr wissen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gosh am 14.09.2018 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte...

    das ist ein Spiel... Dann wäre Lara Croft als Spiel genauso zu behandeln auch wenn man nicht direkt auf eine Frau schießt und viele andere Games wo Frauen als Spiel Figur ebenfalls... Ist nur ein deppertes Spiel und nicht mehr..

  • Manfred am 14.09.2018 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Seien wir doch mal ehrlich

    Frauen die das Ballerspiel Battlefield spielen sind im Promille Bereich angesiedelt. Das ist so als würde ich BMW Vorschriften machen wie das nächste Auto auszusehen hat, aber dabei nur Fahrrad fahre und nie beabsichtige einen solchen Wagen zu kaufen. Das Ganze ist doch wieder so ein Social Justice Warrior Ding.

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  • NameVor am 14.09.2018 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel

    man ist doch nicht frauenfeindlich wenn man einen akkuraten ww2 shooter will. eine frau mit einer protesen-hand und regenbogen bemalung im gesicht ist absolut fehl am platz. für mich is Battlefield auf jeden fall gestorben

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Seppi S am 15.09.2018 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht im Sommer

    Im Winter zocke ich gerne mal eine Runde, aber im Sommer interessiert mich nicht

  • Raggamuffin am 15.09.2018 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    so ein Blödsinn... is doch nur ein Spiel egal was in real life war, ein Spiel soll ein Spiel bleiben und ich finde weibliche charaktäre in den Games cool und nicht frauenfeindlich... ich als Frau hol mir das Game trotzdem :)...

  • Gosh am 14.09.2018 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte...

    das ist ein Spiel... Dann wäre Lara Croft als Spiel genauso zu behandeln auch wenn man nicht direkt auf eine Frau schießt und viele andere Games wo Frauen als Spiel Figur ebenfalls... Ist nur ein deppertes Spiel und nicht mehr..

  • Manfred am 14.09.2018 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Seien wir doch mal ehrlich

    Frauen die das Ballerspiel Battlefield spielen sind im Promille Bereich angesiedelt. Das ist so als würde ich BMW Vorschriften machen wie das nächste Auto auszusehen hat, aber dabei nur Fahrrad fahre und nie beabsichtige einen solchen Wagen zu kaufen. Das Ganze ist doch wieder so ein Social Justice Warrior Ding.

    • Raggamuffin am 15.09.2018 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Manfred

      ich spiels auch und noch viele andere games und das schon seit Jahren...

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  • Lukas am 14.09.2018 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Im Gegenteil

    Ich bin auch Battlefield Spieler und möchte nicht auf Frauen schiessen. Ich finde es Frauenfeindlich dass man jetzt auch auf Frauen schiessen muss. Bald kommen wohl noch Kinder auf das Schlachtfeld?

    • Geri am 14.09.2018 19:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Luas

      Wieso sollten Frauen nicht in einem Online-Shooter als Avatare dienen ? Im Weltkrieg waren auch Frauen im Englischen Geheimdienst die sicher auch gemordet haben. Ebenso auf Russischer Seite waren auch Frauen im Heer !Ludmila Pawlitschenko war eine der besten Russischen Scharfschützinnen die 309 Soldaten getötet !

    • NameVor am 14.09.2018 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geri

      aber nicht als frontsoldatinen bei den briten!

    • Raggamuffin am 15.09.2018 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lukas

      spielst du Fortnite?? da hast auch weibliche Skins, tut dir das da auch leid?? in Call of Duty gibts auch schon lange weibliche charaktäre und wem hats bis jz gestört?? Mich nicht, wie gesagt bin selber ne Frau...

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