Amabrush

04. April 2019 12:39; Akt: 04.04.2019 13:12 Print

10-Sekunden-Zahnbürste nun Fall für Staatsanwalt

Als "Wunderding" wurde die "erste automatische Zahnbürste der Welt" vom heimischen Start-up Amabrush beworben. Nun gibt es rechtliche Schritte.

So wird die 10-Sekunden-Zahnbürste Amabrush beworben. (Amabrush)
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Das österreichische Start-Up-Unternehmen Amabrush hatte im Sommer 2017 für Jubel gesorgt. Auf den Crowdfunding-Plattformen Kickstarter und Indiegogo wurde die "erste automatische Zahnbürste der Welt" vorgestellt. Sie sollte, so das Versprechen, Zähne vollautomatisch innerhalb von nur zehn Sekunden reinigen, und das besser als jede herkömmliche Zahnbürste.

Infolge wurde Amabrush auch als großer Hit in den Sendungen "2 Minuten – 2 Millionen" und "Das Ding des Jahres" beworben. Das Konzept klang spannend: Amabrush besteht aus einem Mundstück (sieht aus wie eine Beißschiene) samt Batterie, die in einer Ladestation geladen wird. Borsten im Mundstück verteilen dabei durch Vibration Zahngel aus einer Kapsel zwischen den Zähnen.

Tests vernichteten die Amabrush

Auf den Crowdfunding-Plattformen hat Amabrush offenbar rund acht Millionen Euro eingesammelt, die Zahnbürste wird je nach Ausführung für 129,99 bis 179,99 Euro verkauft. Erste Tests allerdings vernichteten die Bürste. "Ich würde mit dem hier getesteten Gerät Patienten sicher keine Empfehlung abgeben, das normale Zähneputzen durch die Amabrush zu ersetzen", hieß es von Andreas Moritz, Leiter der Universitätszahnklinik in Wien, in der ORF-Sendung "Konkret".

Amabrush ist nun ein Fall für den Staatsanwalt

"Das Produkt ist nicht ausgereift", befindet "Standard"-Redakteur Zsolt Wilhelm. Und das Reparatur- und Servicezentrum R.U.S.Z. sagt: "Die Zahnbürste Amabrush ist ungeeignet, die öffentlich beworbene Putzleistung zu erbringen." Der Obmann des Verbraucherschutzvereines (VSV), Peter Kolba, erklärt, dass sich viele Crowdfunder und Käufer gemeldet hätten, die sich durch Amabrush geschädigt sähen. Sie seien entweder seit über einem Jahr bei einer Lieferung vertröstet worden oder hätten sich beschwert, "dass die Zahnbürste in keiner Weise dem entspricht, was beworben wurde".

Prüfung bis zur Sammelklage

"Der VSV hat daher eine Sachverhaltsdarstellung an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingereicht", so Kolba. "Die Staatsanwaltschaft wird zu prüfen haben, ob strafrechtliches Handeln vorliegt. Es gilt allerdings die Unschuldsvermutung." Derzeit würden weitere rechtliche Schritte bis hin zu einer Sammelklage geprüft. Der VSV hat dazu einen Online-Fragebogen für Betroffene eingerichtet.

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(rfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Investor am 04.04.2019 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Rosstäuscher

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Start-Ups sind die modernen Kaffeefahrten: Wundermittel anpreisen, Geld von unbedarften "Investoren" kassieren und innovativ "verbuchen", dann in Konkurs gehen und ein schönes restliches Leben führen. Klug gemacht. Was mich stören würde ist eine "staatliche Förderung" mit meinem Steuergeld. Zum Rosstäuschen gehören immer zwei: Ein Täuscher und ein Pferd:-)

  • isabella am 05.04.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    wie kann man nur

    soetwas kaufen? jeder der wirklich glaubt das in 10 sekunden die zähne sauber sind der hat keine ahnung von hygiene sorra aber so einen schmarren würde ich nicht einmal für 20 kaufen wenn mn die zähne wirklicg sauber haben möchte dann sollte man auf jedenfall 2 minuten putzen alles andere ist nichts

  • Isabella am 05.04.2019 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe

    Die Aufregung nicht weiter wenn man etwas auf Mundhygiene hält dann kauft man so einen Dreck erst gar nicht jeder selber schuld der das kauft weil in 10 Sekunden könne Zähne nicht sauber werden das sagt einem der gesunde Menschenverstand

Die neuesten Leser-Kommentare

  • isabella am 05.04.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    wie kann man nur

    soetwas kaufen? jeder der wirklich glaubt das in 10 sekunden die zähne sauber sind der hat keine ahnung von hygiene sorra aber so einen schmarren würde ich nicht einmal für 20 kaufen wenn mn die zähne wirklicg sauber haben möchte dann sollte man auf jedenfall 2 minuten putzen alles andere ist nichts

  • Peter Wolf am 05.04.2019 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    es wurde der Schmarrn geliefert....aber

    habe damals auch investiert.....und bereits beim Überweisen das Geld abgeschrieben. Das ist so am Besten, dann ist man auch nicht enttäuscht, wenn das Ganze nichts wird. Das ist halt mal so bei Start Ups. Jetzt habe ich vor etwa 3 Wochen ein schön verpacktes Gerät erhalten, zwar etwas verspätet...aber doch. Das Gerät selbst erfüllt die Erwartung in keiner weise. Ich bleibe bei meiner Braun E-Bürste. Aber ein lustiges Gerät ist es schon, jetzt spielen sich meine Enkerln damit.....

  • Isabella am 05.04.2019 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe

    Die Aufregung nicht weiter wenn man etwas auf Mundhygiene hält dann kauft man so einen Dreck erst gar nicht jeder selber schuld der das kauft weil in 10 Sekunden könne Zähne nicht sauber werden das sagt einem der gesunde Menschenverstand

  • Captain Mundgeruch am 05.04.2019 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stinker

    Wer sich so ein Teil gekauft hat der hat auch schon vorher nichts von Mundhygiene gehalten.

  • Investor am 04.04.2019 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Rosstäuscher

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Start-Ups sind die modernen Kaffeefahrten: Wundermittel anpreisen, Geld von unbedarften "Investoren" kassieren und innovativ "verbuchen", dann in Konkurs gehen und ein schönes restliches Leben führen. Klug gemacht. Was mich stören würde ist eine "staatliche Förderung" mit meinem Steuergeld. Zum Rosstäuschen gehören immer zwei: Ein Täuscher und ein Pferd:-)