Schlank und stark

31. August 2016 16:04; Akt: 10.09.2016 03:40 Print

HP Spectre: Flachster Laptop der Welt im Test

HP lieferte über das vergangene Jahrzehnt hardwaremäßig Spitzengeräte abgeliefert, war aber beim Design nie wirklich innovativ. Das ändert sich nun beim HP Spectre, dem mit dem neuen Gerät liefert HP das flachste Notenbook der Welt ab. Ob dieses dann aber wiederum bei der Ausstattung mit den derzeit stärksten Konkurrenten mithalten kann, haben wir von "Heute Digital" getestet.

 (Bild: HP)

(Bild: HP)

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Zuerst eine Kleinigkeit: Für die neue Spectre-Edellinie beginnt die Designänderung schon beim Logo, das auf geraden Linien, die die Marke andeuten, anstatt dem "hp"-Schriftzug steht. Das mag für Nutzer wenig Aussagekraft haben, ist aber schon anfangs ein schönes Zeichen, dass die Designsprachen-Änderungen von HP bereits bei Kleinigkeiten beginnen. Tatsächlich wirkt das Notenbook bereits beim Auspacken luxuriös, dieser Eindruck wird sich auch später nicht ändern.

HP reklamiert für das Spectre den Titel "dünnster Laptop der Welt", was bei 10,4 Millimeter Dicke zutreffend sein dürfte. Zumindest ist kein anderes Ultra- oder Notebook bekannt, das bei dieser Dünne i7-Intel-Prozessoren verbaut hat. Bei den i5-Prozessoren dürfte das Spectre aber vom neuen Acer Swift 7 (9,98 Millimter). Äußerlich unterscheiden sich die verschiedenen Spectre-Konfigurationen kaum, nur minimal beim Gewicht (rund 1,1 Kilo wiegt das Leichtgewicht).

Beeindruckendes Design

Das Design des Spectre ist schlicht beeindruckend, das in Gold-, Aluminium- und Glaselemente gefasste Notebook liegt toll in der Hand, fühlt sich absolut hochwertig an und zeigt sich trotz anfänglicher Skepsis aufgrund der Dünne erstaunlich stabil. Wer sich dafür entscheidet und das Spectre unterwegs nutzt, ist aber sicherlich auf eine verstärkte Tasche angewiesen, denn auch wenn es solide ist, so hat die Widerstandsfähigkeit sicherlich ihre Grenzen.

Auch wenn wir subjektiv bisher kein Fan von Gold-Designs waren, zeigt sich das Gold-Schwarz-Schema des 13,3-Zoll-Geräts durchaus eindrucksvoll. Es passt einfach alles zusammen, ohne dass es aufdringlich oder langweilig wirkt. Ein richtiger Hingucker ist die Gold-Leiste, die sich über eine Kante des Spectre zieht, ebenso das Logo und die in Gold gehaltenen Gelenke. Es sei uns dem Farbtrend gegenüber verziehen, aber zum Glück verwendet HP ein "pures" Gold und keines, das Richtung Rosé geht. Wie bei allen glänzenden Oberflächen aber üblich, ist jeder Fingerabdruck deutlich zu sehen.

Dünnes Gerät mit vielen Details

Weil es so dünn ist, beherbergt die Hinterseite des Spectre drei USB-C-Ports (zwei unterstützen Video-, Daten- und Ladeanschluss), für USB-3.0-Anschlüsse bedarf es eines Adapters. Interessant sind die zwei Gelenke, die das Display über dem Keyboard schweben lassen, anstatt dass Display und Keyboard wie bei herkömmlichen Laptops über die gesamte Länge abschließen. Die Gelenke sind äußerst stabil und wackeln nicht - bringt man das Display in die geeignete Position, ist ein zufälliges Verschieben ausgeschlossen. Nach hinten kann das Display in etwa in einem 120-Grad-Winkel geschwenkt werden.

Die Unterseite des Spectre besteht aus Kohlefaser, möglicherweise aus Gewichtsgründen. Sie unterscheidet sich haptisch nicht von dem Aluminumgehäuse, bietet aber den Vorteil, dass die Unterseite nicht so warm wird, wie sie es wahrscheinlich in einer Aluminiumausführung werden würde. Während Ultrabooks und ultraflache Notebooks meist die etwas schwächeren Intel Core M Chips verwenden, gibt es beim Spectre mit den i7-Prozessoren die Leistung der neuesten, dickeren Laptops. HP bietet zudem verschiedene Konfigurationen an, etwa ein Gerät mit Touchscreen oder auflösungsstärkere Displays. Die Kosten für das Spectre beginnen bei 1.499 Euro.

Leistung und Lüfter

Schon die Geräte mit M-Prozessoren bieten genug Leistung für Nutzer, die flott Arbeiten und Surfen, möglicherweise etwas Zocken und kleinere Videoschnitte erledigen wollen. Das Spectre (Windows 10 ist vorinstalliert), mit i7-Konfiguration, ist bei der Chipleistung so gut wie nicht in die Knie zu zwingen. Eigentlich schafft es jede Anwendung - nur aktuelle, grafikintensive Games aus 2016 wird die Intel HD-Grafikkarte 520 nicht in höchster Auflösung packen. Gut, Gamer-Laptop will das Spectre sowieso keiner sein, dafür .

Zwei Besonderheiten bietet das Spectre dem Nutzer. Zum einen bietet es eine Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung und ein Trackpad aus Glas. Zum anderen bietet das Spectre einen Überdruckkühler, der Luft nicht nur hinausbläst, sondern auch anzieht. Beide Besonderheiten bieten Vorteile, aber auch kleine Nachteile. So komfortabel die Tastatur und ihre Beleuchtung ist, so zickig zeigt sich machmal das Trackpad und ignoriert einfach sanfte Berührungen. Der Kühler wiederum, der warme Luft rausbläst und kühle Luft einsaugt, lässt das Spectre jederzeit Höchstleistungen vollbringen, ohne dass es wegen Hitze zu stocken beginnt. Dafür wird die Spectre-Umgebung aber dementsprechend warm, vor allem auf der Tastatur fühlt man das.

Auffälliges und Fazit

Beim Akku gibt HP eine Laufzeit von rund acht Stunden an - beim Testgerät waren es mit 8:30 Stunden etwas mehr, was überrascht, da bei einem Testgerät mit unregelmäßiger Nutzung und Ladung mit schlechteren Ergebnissen gerechnet werden konnte. Nach spätestens zwei Stunden Laden ist der Akku wieder bei 100 Prozent. Ein ganz, ganz dicker Pluspunkt ist das Display, das satte Farben und tiefdunkle Schwarztöne. Das HP Spectre lieferte uns das beeindruckendste Bildschirm-Erlebnis, das es derzeit bei Laptops für Geld zu kaufen gibt.

Bleibt noch der Sound, und wer Bang & Olufsen am Spectre liest, der weiß, was man erwarten darf. Die Dual-Lautsprecher bieten ein tolles Sounderlebnis und das Spectre kann aufgrund der hohen Lautstärke-Einstellungsmöglichkeiten schon mal als Stereoanlagen-Ersatz herangezogen werden. Fazit: Kritikpunkte sind beim Spectre schwer zu finden, es ist nicht nur der beeindruckendste HP-Computer bisher, sondern auch in Hinblick auf die Konkurrenz. Billig ist es nicht, aber für den Preis bekommt man ein Gerät, das die Gegner in seiner Preisklasse, etwa Apples MacBooks, vor allem beim Design weit hinter sich lässt.

Auf Seite 2 finden Sie die technischen Daten des HP Spectre 

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