Kriminalprävention

17. April 2019 15:32; Akt: 17.04.2019 16:44 Print

So schnell machst du dich mit deinem Handy strafbar

Unter Jugendlichen gibt es immer mehr Straftaten im Umgang mit dem Handy – oft geschieht das völlig unbewusst. 5 Punkte, auf die es zu achten gilt.

Jugendliche mit Smartphones. Symbolfoto (Bild: picturedesk.com)

Jugendliche mit Smartphones. Symbolfoto (Bild: picturedesk.com)

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Straftaten von Minderjährigen verschieben sich immer öfter auf das Handy. Oft ist Jugendlichen aber gar nicht bewusst, dass sie gerade etwas Verbotenes tun. Auf diese fünf Punkte ist besonders zu achten:

1
Bilder und Videos von Gewaltszenen

Bilder oder Videos von grausamer Gewaltanwendung an Menschen oder Tieren sind verboten. Dazu gehören etwa Hinrichtungen, Folter, Körperverletzungen, Schlägereien oder Tierquälereien. Solche Gewaltdarstellungen dürfen nach den Jugendschutzgesetzen nicht heruntergeladen und gespeichert werden.

Zugestellte Bilder oder Videos sind sofort zu löschen. Sie dürfen nicht mit anderen geteilt werden. Ebenso ist verboten, solche Bilder und Videos selbst herzustellen – wenn zum Beispiel ein Schulkollege zusammengeschlagen wird.

2
Der Umgang mit Pornos

Harte Pornografie wie Bilder und Videos von sexuellen Handlungen mit Kindern, Tieren oder Gewalttätigkeiten ist verboten und darf nicht hergestellt, heruntergeladen oder gespeichert werden. Schon das bloße Anschauen ist strafbar.

Zugestellte Bilder und Videos sind sofort zu löschen. Sie dürfen nicht mit anderen geteilt werden. Besondere Gefahr besteht beim Versenden von Nacktbildern: Es kann sich um Kinderpornografie handeln und ist somit nach § 207a des Strafgesetzbuchs (StGB) strafbar.

Normale Pornografie, also Bilder und Videos von sexuellen Handlungen, ist grundsätzlich nicht verboten, darf aber für Jugendliche unter 16 Jahren nicht zugänglich gemacht werden.

1
Mobbing kann verheerende Folgen haben

Seit 1. Jänner 2016 ist das sogenannte Cyber-Mobbing (§ 107c StGB) in Österreich strafbar. Beschimpfungen, Verleumdungen, Bloßstellungen oder Hetze via Social Media können massivste Auswirkungen für betroffene Personen haben, die bis zum Suizid gehen. Sie können Ehrverletzungen oder Nötigungen darstellen, die strafbar sind. Betroffene können dagegen Strafanzeige erstatten.

1
Drohungen sind strafbar

Drohungen, die Schrecken und Angst auslösen, sind strafbar. Betroffene Personen oder Institutionen wie die Schule können dagegen Anzeige erstatten. Auch aus Spaß verbreitete Drohungen sind strafbar (§ 107 StGB).

1
Schon Likes können strafbar sein

Ein öffentlicher Aufruf zu Diskriminierung und Hass (Verhetzung, § 283 StGB) gegen Personen und Gruppen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion ist strafbar. Solche Botschaften können auch in Chats als öffentlich gelten. Öffentliche rassendiskriminierende Äußerungen aller Art sind verboten. Auch das Gutheißen, sprich Liken, solcher Botschaften kann ebenso strafbar sein – dafür drohen bis zu einem Jahr Haft.

Grundsätzliche Regeln

Respekt und Anstand zeigen: Online gelten im Umgang miteinander die gleichen Regeln wie in der realen Welt.

Persönliche Daten schützen: Das Internet vergisst nie. Zurückhaltung beim Teilen von persönlichen Daten und Bildern ist ratsam.

Gefahren und Risiken kennen: Es gibt verschiedene verbotene Bilder oder Videos, und auch das Teilen solcher Inhalte kann eine Straftat sein.

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(wed/rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vorstadtmama am 17.04.2019 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man etwas gutheißt...

    was jemand anderer geschrieben hat, drohen eineinhalb Jahre Haft. Wenn man Videos von etwas Abstoßendem zeigt, was wirklich passiert ist, ist das auch strafbar. Das alles weckt Erinnerungen an sehr dunkle Zeiten. Die Jugend von heute ist wirklich nicht zu beneiden. Vor dreißig Jahren waren wir da noch freier.

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  • Kannitverstan am 17.04.2019 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird der Tag kommen

    da werden wir uns den Schädel einschlagen lassen müssen, denn schon die Bitte um Unterlassung ist dann ein Eingriff in die Privatsphäre.

  • Preibisch Friedrich am 17.04.2019 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das möchte ich sehen

    Ich würde getne den oder die organisation sehen die Mir vorschreibt was ich von meinem telefon zu loschen habe

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Die neue Sabrina am 17.04.2019 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Vor allem sind diese Gesetzeswuensche auch

    Auf die normale Presse anwendbar. Wer also Angst verbreitet macht sich strafbar... Das sollten sich die Politiker schon merken können...

  • Andrea am 17.04.2019 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ignorieren

    Welcher normale Mensch wird Verhetzung schon öffentlich gutieren? Und wenn es einer doch täte, könnte er das ja für sich behalten und etwa ein "Zorn-Gesicht" als Symbol der Ablehnung klicken. Oder auch das Ganze ignorieren. Ich bin da lieber vorsichtig und tu oft "so als ob" ...hab keinen Bock auf Zoff!

  • Preibisch Friedrich am 17.04.2019 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das möchte ich sehen

    Ich würde getne den oder die organisation sehen die Mir vorschreibt was ich von meinem telefon zu loschen habe

  • Kannitverstan am 17.04.2019 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird der Tag kommen

    da werden wir uns den Schädel einschlagen lassen müssen, denn schon die Bitte um Unterlassung ist dann ein Eingriff in die Privatsphäre.

  • Vorstadtmama am 17.04.2019 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man etwas gutheißt...

    was jemand anderer geschrieben hat, drohen eineinhalb Jahre Haft. Wenn man Videos von etwas Abstoßendem zeigt, was wirklich passiert ist, ist das auch strafbar. Das alles weckt Erinnerungen an sehr dunkle Zeiten. Die Jugend von heute ist wirklich nicht zu beneiden. Vor dreißig Jahren waren wir da noch freier.

    • Preibisch am 17.04.2019 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vorstadtmama

      Ja traurig heutzutage macht man sich schon strafbar wenn man sich wert

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