20. Oktober 2009 11:56; Akt: 28.07.2010 17:27 Print

Web-Community attackiert Jack Wolfskin

Jack Wolfskin steht unter Beschuss der Internet-User. Die deutsche Outdoor-Marke hatte zahlreiche Abmahnschreiben an Hobbybastler verschickt, die Tierpfotenmuster verwendeten. Da Jack Wolfskin als Logo eine Tierpfote hat, sieht das Unternehmen hier eine Verletzung des Markenrechts. Doch Blogger schlagen bereits zurück.

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Anwälte von Jack Wolfskin forderten bis zu 25.000 Euro Schadenersatz und 1.000 Euro Gebühren von Kleinunternehmen und privaten Anbietern, die Bastelarbeiten auf der Website dawanda.com vertreiben. Die Anbieter hatten selbstgebastelte Produkte wie Polster, Taschenspiegel oder Ohrstecker verkauft, auf denen eine Tierpfote abgebildet ist.



Firmensprecherin Lena Fischer erklärte: "Die typische Jack Wolfskin Tatze ist als Marke geschützt. Daher dürfen Dritte keine ähnlichen oder identischen Zeichen für ähnliche und identische Produkte, wie sie Jack Wolfskin anbietet, kommerziell zu vertreiben." Dabei scheint dem Unternehmen aber egal zu sein, wie groß die Ähnlichkeit zum eigenen Logo tatsächlich ist, solange eine Tierpfote abgebildet ist.



Internet-Gemeinde wehrt sich

Jetzt hat sich das Unternehmen für Outdoorbekleidung den Zorn der Internetgemeinde zugezogen. Eine stündlich wachsende Zahl von Blogs und Foren verurteilt das Vorgehen von Jack Wolfskin, und sieht darin nur eine reine Geldbeschaffungsaktion mit einer Angstkampagne. Es hätte auch gereicht, so der einhellige Tenor, einfach ein freundliches Schreiben an die betreffenden Personen zu senden, anstatt gleich Anwälte los zu schicken.



Der Imageschaden für Jack Wolfskin scheint aber bereits jetzt größer zu sein, als der mögliche finanzielle Erfolg der Abmahnwelle. Der Fall wurde mittlerweile in den Wikipedia-Artikel von Jack Wolfskin aufgenommen.



Freude bei der Konkurrenz

Laut Recherchen des Blogs blog.ip-profis.de freut sich auch die Konkurrenz. Ein Mitbewerber von Jack Wolfskin verriet: "Nie hatten wir so viele Anfragen wie heute, und das von Zwischenhändlern die seit Jahren von Jack Wolfskin beliefert wurden. Bei denen hätten wir sonst nie einen Fuß in die Tür bekommen."



Abmahnung in Kontrast zum Image

Unter einem beißenden Cartoon bei werbeblogger.de brachte ein Benutzer das Unverständnis der breiten Masse auf den Punkt: "JW verkauft ja auch ein Gefühl von 'Freiheit und Abenteuer', von Individualismus und hinaus ins Weite, wo es keine Bürokratie, keine Rechtsanwälte und keine Geldgier gibt, sondern die freie Natur. Und jetzt benehmen sie sich konzernhaft, unsensibel wie eine Dampfwalze, die durchs Naturschutzgebiet rollt."



Fraglich bleibt allerdings, ob Jack Wolfskin auch gegen Shakira vorgehen wird. Denn immerhin verwendet die Pop-Sängerin den Abdruck einer Tierpfote als Symbol für ihr aktuelles Album "She Wolf".

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