2 /3 2. PLATZ: Anna Bergner, GRG/VBS Draschestrasse 90-92, 1230, 4C. Begründung der Jury für Erwachsene: In Anlehnung an Fritz Langs „Metropolis“ hat die Künstlerin eine dystopische Variante des sozialen Wohnbaus in der Zukunft skizziert, um ein Statement für die soziale Durchmischung im Gemeindebau zu setzen. Ohne dieses Instrument der Verteilung, droht Wien, wie im Monumental-Schinken von Fritz Lang, eine Zweiteilung der Gesellschaft. In eine unter einer Glasglocke im Luxus lebenden Oberschicht und eine Arbeiterklasse, die unter Wasser in Gemeindebauten wohnt und in riesigen Maschinen für den Gewinn der Reichen schuftet. Das zeitgenössische Meisterwerk verkörpert dies ikonenhaft durch gigantische Symbole, wie das überdimensionale Riesenrad an der Oberfläche das für den Hedonismus steht oder die scheinbar sinnlosen Verbindungs-Röhren, die die Entfremdung von Arbeit und Mensch andeuten. Die Natur spielt keine Rolle mehr. Sie ist symbolisch durch einen einzelnen ratlos vor sich hinschwimmenden Wal auf ein Minimum reduziert und sich selbst überlassen. Begründung der Jury für Kinder: Die Vorstellung, dass es Gemeindebauten unter Wasser geben wird, hat die Jury fasziniert. Offensichtlich ist in 100 Jahren die Luft auf der Erde nicht mehr gut genug, um sie bedenkenlos einatmen zu können, daher steckt Wien unter einer Glasglocke. Der einzige andere Platz für neue Gebäude ist unter Wasser. Umweltschutz und Klimaveränderung spielen also für die Schülerin eine große Rolle. Die Jury hat in jedem Fall die Überlegungen, wie dieses Problem gelöst werden könnte, sehr gut gefunden. Die Zeichnung ist sowohl von ihrer Idee her, als auch was die Maltechnik betrifft, sofort herausgestochen und allen Mitgliedern in der Jury sofort aufgefallen.
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