2 /3 2. PLATZ: Milica Dimic, NMS Mira-Lobe-Weg 4, 1200, 1C. Begründung der Jury für Erwachsene: Das Bild berührt augenblicklich und hält uns gleichzeitig den Spiegel vor. Dabei ist besonders beeindruckend, wie es der Künstlerin gelingt, ein komplexes und gesellschaftlich relevantes Thema wie Obdachlosigkeit, mit klarer, einfacher Linienführung zu beschreiben und im selben Atemzug eine simple Lösung anzubieten: Einen Gemeindebau für Obdachlose mit W-Lan. Zitate an andere Stilrichtungen finden sich in dem Bild zahlreich und sind hier mehr als nur Mittel zum Zweck. Die Sonne, eine Verbeugung vor der Naiven Kunst im Stile eines Adalbert Trillhaase, das W-Lan- Symbol als Verneigung vor den Pop-Art-Künsten eines Andy Warhols, die impressionistische Reminiszenz am Beispiel der Parkbank im Stile eines Monet, der Handy-Mast als Anspielung an Marinettis Futurismus und seine pathologische Erhöhung des Fortschritts zur Kunstform. Die Künstlerin will zeigen, Obdachlosigkeit hat viele Gesichter. Das Mittel dagegen allerdings hat nur ein Antlitz. Es ist das Gesicht der Hilfsbereitschaft. Begründung der Jury für Kinder:Die Jury war begeistert, dass eine so junge Schülerin, sich Gedanken macht, wo Obdachlose leben und wohnen können. Wir finden den Vorschlag, einen Gemeindebau ganz speziell für Obdachlose zu bauen, sehr schön. Aber auch die Zeichnung selber hat uns sehr gut gefallen, weil sie wirklich sehr schön gemalt worden ist. Auch die Überlegung, was Obdachlose benötigen, zum Beispiel W-Lan, zeigt, dass sie Schülerin viel zu dem Thema überlegt hat. Besonders gut fanden wir auch die Idee, eine leere Parkbank zu zeichnen, als Erinnerung daran, worauf Obdachlose manchmal schlafen müssen, wenn sie keine Unterkunft finden. Das hat uns sehr berührt.
...