Produktivität steigt

04. März 2019 10:08; Akt: 04.03.2019 10:59 Print

Das sind die Vorteile einer 4-Tages-Woche

Eine Studie hat untersucht, was passiert, wenn die Mitarbeiter einer Firma bei gleichem Lohn nur noch vier Tage arbeiten. Überraschend: Die Produktivität steigt.

 (Bild: iStock)

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Es ist vielleicht die Studie mit dem bisher größten Umfang zu der Einführung einer Viertagewoche. Bei der neuseeländischen Fondsgesellschaft Perpetual Guardian, wo 240 Mitarbeiter seit November 2018 mit gleichem Lohn nur noch 30 statt 37,5 Stunden arbeiten. Grundvoraussetzung war, dass alle weiterhin bereit waren, die nötigen Wochenziele zu erreichen. Die Mitarbeiter mussten auch zeigen, wie sie ihre Produktivität trotz Stundenreduzierung aufrecht halten konnten.

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Produktivität steigt bei sinkender Arbeitszeit

Die Studie zeigt nun: Die Produktivität konnte nicht nur gehalten, sondern sogar um 20 Prozent gesteigert werden. Dabei erhöhte sich auch das Wohlbefinden der Angestellten – und die Gewinne. Die Stresswerte sanken von 45 auf 38 Prozent. Die Work-Life-Balance stieg von 54 auf 78 Prozent. Auch das Teamgefüge wurde besser. Die Angestellten waren zufriedener und in Folge engagierter.

„Die Mitarbeiter haben realisiert, dass ein freier Tag ein Geschenk ist, das man sich verdienen muss. Deshalb haben sie ihr Verhalten geändert“, sagte Geschäftsführer Andrew Barnes in einem TEDX-Talk. „Sie haben verstanden, dass ein freier Tag wichtiger ist, als Arbeitszeit unnötig in den Sozialen Netzwerken oder mit vielen Kaffeepausen zu vergeuden“, so der Geschäftsführer.

Auch andere Unternehmen hatten ihre Arbeitszeiten bereits auf 30 Stunden reduziert.Die Umstellung stieß auf internationales Interesse. Für Barnes ist das ein Zeichen dafür, dass „langsam verstanden wird, dass die Art, wie wir heutzutage arbeiten, nicht mehr zeitgemäß ist“

Erfolgreiche Vorreiter in Österreich bleiben Einzelphänomene

Ansätze gibt es auch in Österreich. Eine Arbeitszeitverkürzung ist Gegenstand zahlreicher Debatten. Wirtschaftssoziologe Jörg Flecker von der Universität Wien ist ein Verfechter der 30-Stunden-Woche. Dem Zeitwohlstand solle eine höhere Priorität eingeräumt werden. Laut Flecker können Betriebsvereinbarungen keine dauerhafte Lösung sein. Es müsse auf europäischer Ebene eine Anpassung und Verkürzung der Arbeitszeit erfolgen.

Eine Onlinemarketingfirma wollte für junge Mitarbeiter an Attraktivität gewinnen und hat deswegen die 30-Stunden-Woche eingeführt. Dafür gibt es ein striktes Handyverbot während der Arbeit. Auch ein Osttiroler Naturkosmetikhersteller konnte trotz eingeführter Viertagewoche seine Umsätze steigern. Diese Unternehmen stellen in Österreich jedoch die Ausnahme dar. Erst vergangenes Jahr wurde die Höchstarbeitszeit auf 60 Stunden ausgedehnt.

Ein Antrag wurde mit Begründung eines Ungleichgewichts bei wechselseitigen Interessen bei der Wirtschaftskammer abgelehnt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Richard am 05.03.2019 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder mal

    Wieder mal eine echte "Intelligenzstudie" - früher sagten wir: Wers glaubt wird seelig !

  • zachaeus am 10.03.2019 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Schmarrn

    In Hersteller kann seine Produktivität steigern, aber nicht den Umsatz, der wird wo anders gemacht! Außer einer "Deutung" ist von der Studie nichts bekannt, oder?

  • Elli am 05.03.2019 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Warum machen wir nicht gleich nur eine 3 Tageswoche und 4 Tage frei ? Und das Lohngeld fällt dann vom Himmel herunter ? Unfassbar !

Die neuesten Leser-Kommentare

  • zachaeus am 10.03.2019 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Schmarrn

    In Hersteller kann seine Produktivität steigern, aber nicht den Umsatz, der wird wo anders gemacht! Außer einer "Deutung" ist von der Studie nichts bekannt, oder?

  • Elli am 05.03.2019 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Warum machen wir nicht gleich nur eine 3 Tageswoche und 4 Tage frei ? Und das Lohngeld fällt dann vom Himmel herunter ? Unfassbar !

  • Richard am 05.03.2019 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder mal

    Wieder mal eine echte "Intelligenzstudie" - früher sagten wir: Wers glaubt wird seelig !

  • Thomas am 04.03.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    1. Glaub ich das nicht, ich kann nicht schneller arbeiten. 2. Selbst wenn es stimmt, nachdem alle sich daran gewöhnt haben, wirds wieder gleich, und erst mit der 3 Tagewoche wieder besser, oder?

    • Mark am 04.03.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

      Alles neue ist blöd, gell?

      Es gibt Studien die Belegen, dass die Produktivität steigt bei 30h-Wochen und Sie sagen "ich kann nicht schneller arbeiten" Lässt man halt mal das Pläuschchen während der Arbeitszeit weg, rennt nicht 2x die Stunde zum Kaffeeautomat etc Trifft vllt auf Sie zu, dass Sie wirklich nicht schneller arbeiten können, vielleicht motiviert Sie aber der zusätzliche Schlaf und Ruhe zu mehr Leistung, wer weiß Es sind genug 40h Jobs eigentlich gut 50h oder mehr (bezahlte/unbezahlte Überstunden) Stimmung gegen kürzere Arbeiszeit machen ist aber wieder klasse, ne?

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