Weltmeister

08. Mai 2019 12:29; Akt: 08.05.2019 13:42 Print

Ist das der beste Gin der Welt?

Seit 1844 wird der Boar Gin in Handarbeit hergestellt. Jetzt erregt er weltweite Aufmerksamkeit.

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"Bester Gin", "Bester klarer Spirituose", "Distillery of the Year" - diese und weitere Auszeichnungen konnten die Boar Destillerie mit ihrem "Boar Blackforest Dry Gin" abstauben. Ganz schön bemerkenswert für die kleine Familienbrennerei, die ihre Brände seit 1844 in Handarbeit herstellt.

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Gebirgsquellwasser und Trüffel

Weltweit wird der Gin bei renommierten Wettbewerben mit Goldmedaillen ausgezeichnet, unter anderem in Deutschland, Las Vegas und New York. Dabei versuche die Brennerei, geschmacklich und qualitativ "neue Wege" zu beschreiten.

Der Boar Gin wird daher mit Gebirgsquellwasser und dem seltenen Schwarzwälder Trüffel veredelt. Dadurch erhalte der London Dry Gin ein "mild-komplexes Aromenprofil und eine besondere Identität".

Wildschwein als Namensgeber

Insgesamt konnte der Spirituose bis heute in 34 internationalen Wettbewerben auf vielen Kontinenten die Juroren überzeugen. "Wir brennen in unserer Schwarzwald-Destille noch mit Herz, Hand und Holz aus dem eigenen Wald" erzählt Markus Kessler, der Ur-Ur-Urenkel von Andreas Kessler, der seine Brennerei vor 175 Jahren gründete.

Namensgeber und Ikone des Boar Gin sei ein "echter Ureinwohner" aus den unberührten Wäldern des Schwarzwalds - der wildlebende Keiler (das männliche Wildschwein; engl. boar).

Die Geschichte vom Schwarzwälder Trüffel

Der Trüffel gilt als die wertvollste Zutat aus dem Schwarzwald. Schon im 19. und 20. Jahrhundert blühte der innereuropäische Handel mit den wertvollen Pilzen. Viele Kaufleute verdienten an ihm ihren Lebensunterhalt.

Das NS-Regime verbot im Reichsnaturschutzgesetz 1935 schließlich die Suche und den Handel mit dem wildwachsenden Trüffel. Damit wurde vielen Juden ihre damalige Ertragsgrundlage entzogen. Der Trüffel geriet in Vergessenheit.

Bis heute stehen die Gesetze aus der NS-Zeit in den Landesnaturschutzgesetzen Baden-Württembergs und zeigen immer noch Wirkung. Nach wie vor ist die Trüffelsuche nämlich verboten. Lediglich die Ernte aus kultiviertem Anbau auf Trüffel-Plantagen ist mittlerweile legal möglich.


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(rfr)

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