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15. April 2019 16:37; Akt: 15.04.2019 16:46 Print

Wer im Job lächeln muss, trinkt mehr Alkohol

Verkäufer, Kellner, Callcenter-Agent: Es gibt Berufe, in denen muss man immer freundlich sein, auch wenn einem gar nicht danach ist. Das hat Folgen.

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In manchen Jobs müssen die Mitarbeiter immer ein Lächeln auf den Lippen haben – selbst dann, wenn sie die Mundwinkel eigentlich lieber hängen lassen würden.

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Müssen Sie in ihrem Job auch dann lächeln, wenn ihnen nicht danach ist?

Forscher um Psychologin Alicia Grandey von der Pennsylvania State University haben nun herausgefunden, dass Menschen in diesen Jobs nach Feierabend häufiger zur Flasche greifen als jene, die schauen können, wie sie wollen.

Impulsiv und trinkfreudig

Für ihre im "Journal of Occupational Health" publizierte Studie hatte das Team in Telefoninterviews mehr als 1.500 Angestellten in den USA Fragen zu ihrem Berufsalltag gestellt. Etwa, ob sie sich oft verstellen müssen, ob sie eigenständig Entscheidungen treffen können und wie viel sie nach Feierabend trinken.

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Dabei zeigte sich, dass die Beantwortung der Fragen stark von der Art des Jobs abhängt: Die Teilnehmer, die viel Kontakt zu Kunden hatten und regelmäßig Ärger unterdrücken mussten, tranken generell mehr Alkohol. Am trinkfreudigsten waren jene, die sich als impulsiv beschreiben und jobbedingt nicht über einen längeren Zeitraum mit den Kunden zu tun haben. So wie es etwa bei Callcenter-Agenten, Verkäufern oder Baristas der Fall ist. Sie tranken besonders viel.

Kein Kraft, um nach einem Bier aufzuhören

"Wenn du impulsiv bist oder ständig gesagt bekommst, wie du deinen Job machen sollst, kann es schwieriger sein, deine Emotionen den ganzen Tag über zu zügeln", so Grandey. "Wenn du dann nach Hause kommst, reicht die Selbstkontrolle nicht mehr, um nach einem Drink aufzuhören." Die Forscher vermuten, dass diese Menschen jünger sind und am Anfang ihrer Karriere stehen und nicht genügend finanzielle Entschädigung fürs ständige Freundlichsein bekommen.

Angestellte in der Pflegebranche oder Lehrer griffen dagegen nicht so oft zur Flasche. Wahrscheinlich, so die Forscher, weil sie wüssten, dass sie für ihre Dauerfreundlichkeit mehr zurückbekämen und auch, weil sie wüssten, dass ihr Lächeln Gutes bewirke.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gastro am 16.04.2019 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Bei mir ists umgekehrt

    Ich trink in der Arbeit, damit ich die Kunden ertrage und (über sie) lächeln kann. Privat abstinent

  • Karl Fensterstock am 17.04.2019 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kenn ich

    Verstehe dich vollkommen.

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