Leitlinien erneuert

26. August 2018 16:11; Akt: 26.08.2018 16:11 Print

Ärzte legen neue Grenzen für Blutdruckwerte fest

Der Kardiologen-Kongress in München bringt eine bedeutende Neuerung für ältere Patienten, die mit erhöhtem Blutdruck zu kämpfen haben.

Neue Werte für

Neue Werte für "gesunden" Blutdruck festgelegt. (Bild: iStock)

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Wie hoch darf der Blutdruck sein? Vor allem ältere Patienten kennen die Idealwerte ganz genau, müssen sich aber vielleicht bald auf eine Neuerung einstellen.

Der Kardiologen-Kongress in München hat nun neue Leitlinien für die Behandlung von zu hohem Blutdruck festgelegt.

Grundsätzlich heißt es weiterhin: Ab einem Grenzwert von 140/90 mmHg wird eine medikamentöse Behandlung nötig. Neu ist, dass bei älteren Patienten nun höhere Grenzwerte akzeptiert werden können. So will man Nebenwirkungen von Medikamenten reduzieren.

Zu intensive Behandlungen vermeiden
Die Präsidentin der Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG), Andrea Podczek-Schweighofer, erklärt, dass ab sofort auch 160 mmHg okay sein können, um "unerwünschte Nebenwirkungen durch die intensive medikamentöse Therapie zu vermeiden".

Natürlich sind die Grenzwerte für eine Behandlung immer individuell vom Patienten abhängig. Eine Behandlung bei normalem Blutdruck im höheren Bereich (130 bis 139 zu 85 bis 89 mmHg) soll nur in bestimmten Fällen erfolgen. Etwa, wenn es Vorerkrankungen gibt oder ein besonders hohes Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung besteht.

Weitere Grenzwerte
Die Einnahme von Blutdruckmedikamenten sollte jedenfalls zu einer Senkung unter 140/90 mmHG führen, wird die Therapie gut vertragen auch 130mmHg. Patienten unter 65 Jahre sollen einen Zielwert von 120-129 mmHg anstreben.

Vergleich zu den USA
Der generelle Wert von 140/90 mmHg ist eine europäische Sache. In den USA etwa spricht man ab einem Wert von 130/90 mmHg von Bluthochdruck. Der kleine Unterschied wirkt sich auf die Patienten aus: "In den USA sind alleine etwa vier Millionen Menschen zusätzlich medikamentös behandlungsbedürftig, die es bei einem Schwellenwert von 140/90 mmHg nicht wären", sagt Podczeck-Schweighofer.

Neue Medikamenten-Strategie
Neu in den Leitlinien ist auch die Behandlungsempfehlung. Gleich von Anfang an solle bei Bluthochdruck-Patienten man zwei unterschiedliche Substanzen einsetzen. Bis jetzt wurde zunächst mit einem Medikament begonnen.

In Sachen Lebensstil empfehlen die Leitlinien eine Reduktion des Salzkonsums, gesunde Ernährung, regelmäßiges körperliches Training, Nikotinverzicht und das Anstreben von Normalgewicht. Der Hinweis, dass "binge drinking" (Koma-Saufen) vermieden werden soll, ist neu.

Außerdem wird erwähnt, dass körperliche Anstrengung im Hochgebirge (über 4.000 Meter Seehöhe) vermieden werden soll.

Empfehlungen für Krebs-Patienten
Bei Krebs-Patienten, die sehr hohe Blutdruckwerte aufweisen, kann der Arzt erwägen, die Krebs-Therapie vorübergehend zu pausieren. Erste Wahl wäre aber eine Kombinationsbehandlung.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • franz am 26.08.2018 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    sehr gut

    eine sehr gute Entscheidung die Pharmaindustrie wird dagegen aufbegehren

    einklappen einklappen
  • Hubert Huber am 26.08.2018 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Auch beim Zucker

    Völlig richtig, genauso dumm sind ja derzeit die Grenzwerte für Zucker - aber endlich ein Schlag gegen die Pharmaindustrie die ja mit den niedrigen Grenzwerten enorm viel Geld verdient.

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  • MN am 26.08.2018 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lügen,Anpassungen-Profit

    Da macht Bayer und co. Fett Geschäft. Wir sind nur mehr Spielzeug! jetzt wird der Blutdruck angepasst das Millionen irgendwelche Medikamente brauchen-zahlen.due nicht nötig sind! wie mit dem Fisch und der strahln Belastung. Antibiotika im wassa usw usw.. der Feind ist der mensch.Punkt.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Nina Schäffer am 02.09.2018 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Ansätze bei Bluthochdruck

    Krebstherapien wg zu hohem Blutdruck zu pausieren wäre meiner Ansicht nach ziemlich kontraproduktiv.

  • Hartmut Wolf am 29.08.2018 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    gefälschte Medikamente "Valsartan"

    toll ist aber immer noch wenn man seit 2018 verunreinigte Medikanente bekommt (Valsartan)...und es interessiert keinen...weder den Staatsanwalt noch das Gesundheitsministerium...und die Ärzte ja sowie so nicht

  • TantePolly am 27.08.2018 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ein einfache Therapie

    wäre in implantiertes Überdruckventil.

  • ida knauff am 27.08.2018 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    blutdrucksenker - zuviel ist ungut

    ich war auf kur; bei der eingangsuntersuchung erhöhtenrblutdruck -massiv blutdrucksenker, das war dümmste was geht - massiv senken; - pulver brav genommen , dann nur mehr am boden--keine mehr genommen pudelwohl gefühlt; viel unterwegs - fernreisen, jakobsweg 770km gewandert - ohne probleme ; einige monate später schlaganfall - glücklicherweise nicht hirngeschädigt; jetzt mit pulver 140/90 paßt gut; man braucht den richtigen internisten und gefühl für seinen körper;pulver reduzieren bis 135/85

  • Ursula am 27.08.2018 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die antwort liegt in der Natur

    Ich hatte vor 8 Jahren einen Infarkt. 4 stints wurden mir eingesetzt. Da ich die ganzen Blutdrucksenker nicht vertragen habe, habe ich mich schlau gemacht. Heute nehme ich zu einem drittel THC 15% und zwei drittel CBD 10%. Morgens und abends. Fühle mich seither Pudelwohl, Blutdruck perfekt. Und das beste, ich brauche keine einzige Pille mehr. Mein Artzt meinte blos, das ist aber verboten.

    • Franz am 27.08.2018 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ursula

      So hat man das auch vor 100 Jahren gemacht. Heilung mit der Natur. Warum das verboten ist wissen sie ja sicherlich. Da verdient die Pharma keinen cent daran.

    • martin am 27.08.2018 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      @franz

      Als man das vor 100 Jahren so machte, lag die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer bei 46 Jahren, für Frauen bei 52. Böse Pharma aber auch! :-)

    • erich07 am 27.08.2018 17:32 Report Diesen Beitrag melden

      @martin

      Kleiner Irrtum. Die Leute wurden genauso 70 und 80 Jahre alt. Die durchschnittliche Lebenserwartung ergab sich aus der hohen Kindersterblichkeit.

    • martin am 28.08.2018 08:09 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ganz

      Wenn man damals die 50 schaffte, konnte man damit rechnen, etwa 65 zu werden. Zwischenzeitlich starb man halt an irgendwelchen Infektionen, die heute eine Bagatelle sind.

    • Paula am 28.08.2018 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @martin

      Hätten die damals schon gewusst das man Cannabis Decarboxylieren muss damit es die volle Wirkung hat. Dann hätte es keine Infektionen gegeben. Ja, dann hätte die Pharma mit ihren giftigen Pillen keine Chance gehabt. Damit kann man sogar Krebs heilen. Und tausende andere schwere Krankheiten. Was der Pharma bis heute nicht gelungen ist.

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