Weder Bakterium noch Virus

11. März 2019 18:44; Akt: 12.03.2019 10:31 Print

Neuartiger Krebserreger in Nahrungsmitteln entdeckt

Deutsche Wissenschaftler haben neuartige Krebserreger in tierischen Produkten entdeckt. Besonders Säuglinge sind ihnen schutzlos ausgeliefert.

Krebs nach Verzehr von Milch und Rindfleisch: Deutsche Forscher warnen (Quelle: Glomex/Bit Projects News)

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Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums haben bei ihrer Suche nach Auslösern von Brust- und Darmkrebs einen neuartigen Infektionserreger entdeckt. Die sogenannten "BMMFs" (Bovine Meat and Milk Factors) gelangen über Rindfleisch und Kuhmilch in unsere Körper und sind vor allem für Säuglinge gefährlich, wie das Institut bei einer Pressekonferenz erklärt.

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Denn unser Immunsystem ist erst nach dem ersten Lebensjahr vollständig ausgereift und kann deshalb eine Infektion in dieser Zeit kaum abwehren. Deshalb warnen die Forscher eindringlich davor, Säuglinge mit Kuhmilchprodukten zu füttern, um einer Infektion mit den Erregern vorzubeugen.

Als Säuglinge infiziert

Ihre Hypothese: BMMFs induzieren in bestimmten Geweben (Darm, Brust) eine chronisch-entzündliche Reaktion, die die Krebsentstehung fördern kann. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es erst Jahrzehnte nach der Infektion.

"Es ist davon auszugehen, dass Menschen sich mit den BMMFs im frühen Säuglingsalter infizieren – wenn ihr Immunsystem noch nicht ausgereift und leistungsfähig ist. Ab einem Alter von 12 Monaten ist das Baby wahrscheinlich immunkompetent und kann viele Erreger abwehren", so die Forscher in ihrer Publikation.

Weder Bakterium noch Virus

Sollten wir nun Rindfleisch und Milchprodukte generell meiden? Diese Frage beantworten die Forscher mit einem klaren Nein – aber auch nur, weil wir Erwachsenen vermutlich bereits alle mit BMMFs infiziert wurden.

Bislang konnten über 120 verschiedenen BMMF-Typen isoliert werden. Sie stellen wohl eine neue Klasse von Erregern dar, die in ihren Charakteristika zwischen Viren und Bakterien liegen.

Indirekte Karzinogene

In den infizierten Gewebebereichen konnten erhöhte Spiegel reaktiver Sauerstoffverbindungen nachgewiesen werden, ein typisches Merkmal für Entzündungen. Solche Sauerstoffradikale begünstigen die Entstehung von Erbgutveränderungen. Je mehr Mutationen zusammenkommen, desto höher das Risiko, dass auch Gene getroffen werden, deren Defekt das Zellwachstum außer Kontrolle geraten lässt.

Weil sie erst über diesen Umweg Krebs auszulösen scheinen, gelten die BMMFs als indirekte Karzinogene.

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 11.03.2019 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die tägliche Gewissheit

    Das Leben birgt ein Risiko zu sterben vom ersten Tag an.

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  • Querdenkerin. am 12.03.2019 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Tierhaltung.

    In diesem Beitrag fehlt, dass das Problem durch den Menschen entsteht. Die Tiere werden mit Medikamenten, eingesperrt auf Leistung gezüchtet. Zum Schluss dürfen sie dann qualvoll sterben und die geschundenen Körper hinterlassen Krankheiten. Wir müssen dringend umdenken.

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  • Harri am 11.03.2019 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Die Krätze

    Wie hat sich eigentl. die Krätzenseuche in Wien weiterentwickelt...Anfang Feb. 2019 gab es lt. Ztg. ca. 20 neue-Fälle pro Tag....das ist immens schlecht für den Wien Tourismus

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Auch nur eine Meinung am 13.03.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Leben ist lebensgefährlich

    Gesteigerte Krebsraten durch gute Diagnostik (früher viele durch vermeintlich andere Krankheiten tot). Auch Atomkraftwerke und Unfälle dafür verantwortlich. Und als Baby entkommt mann Plastik nicht. Befindet sich in Spielzeug, Flaschen,Windeln. Dazu gibt es praktisch keine ehrliche Forschung.

  • Jean-Claude Juhnke am 12.03.2019 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Neu entdeckt aber kaum neuartig

    Warum die Krebsraten im 21. Jahrhundert so stark ansteigen wär jedenfalls eine unabhängige Studie wert.

    • Monsanto + Pharma? am 13.03.2019 08:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Jean-Claude Juhnke

      ist sehr leicht eigentlich: so viel Chemie und Gentechnik wie seit etwa 30 Jahren wurden noch nie eingesetzt.

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  • Querdenkerin. am 12.03.2019 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Tierhaltung.

    In diesem Beitrag fehlt, dass das Problem durch den Menschen entsteht. Die Tiere werden mit Medikamenten, eingesperrt auf Leistung gezüchtet. Zum Schluss dürfen sie dann qualvoll sterben und die geschundenen Körper hinterlassen Krankheiten. Wir müssen dringend umdenken.

    • unvollständig am 13.03.2019 08:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Querdenkerin

      Pestizide auf Äckern, Verstrahltes Atomreaktor-Kühlwasser in den Meeren, Erdöl im Wasser (das "Leck" im Golf von Mexiko ist meines Wissens noch nicht geschlossen.. eh erst über 8 Jahre her), Kerosin in Luft und Meer..... Tierhaltung gehört natürlich auch dazu, aber von Umdenken derer, die es wirklich beeinflussen könnten, wird noch lange nichts zu sehen sein (Verdienstentgang)

    • Querdenkerin. am 13.03.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

      Danke.

      Gut vervollständigt. Wir selbst können aber auch was tun und Produkte aus Qualhaltung meiden und Umweltschutz im eigenen Umfeld ernst nehmen. Jeder tut, was er kann, wäre schön, ich bin seit Jahren dabei.

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  • eb am 12.03.2019 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    go vegan

    Selbst schuld wer noch Milch und Fleisch zu sich nimmt.

    • koarllustig am 12.03.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

      Von allem ein wenig ....

      ....ist besser als alles einseitige, aber das ist nur meine Meinung. Keine Milch und kein Fleisch mag Ihre persönliche Einstellung/Lebensweise sein, aber wer was und/oder wie viel davon zu sich nimmt, müssen Sie bitte jeden selbst überlassen ! Und was ist mit dem Obst und Gemüse ? Gespritzt mit Pestiziden, en masse, gezüchtet auf Monsanto verseuchten Äcker. In Wien sprießen bei Billa und Co., anscheinend nur noch die spanischen zu Tode gespritzten Obst und Gemüsearten. Na dann, Mahlzeit ! Am besten wäre es selber anzubauen, dann weiß man wenigstens was man isst.

    • mensch vs natur am 13.03.2019 08:04 Report Diesen Beitrag melden

      @koarllustig

      im Grunde richtig, doch weiß man aufgrund diverser äußeren Einflüsse leider trotzdem nicht (Regen, Wind etc etc... Pestizide etc, bleiben nicht nur dort, wo sie "gewünscht" sind)

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  • Versaute Gesellschaft am 11.03.2019 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    und was fehlt in diesem Beitrag ...

    Wodurch wird dieses Gefahr ausgelöst? Weiß man's noch nicht oder will man's uns nicht mitteilen?