Experimentelle Gentherapie

23. April 2019 16:08; Akt: 23.04.2019 17:04 Print

Baby stirbt bei klinischer Studie von Novartis

Eine experimentelle Gentherapie des Schweizer Pharmakonzern Novartis wird mit dem Tod eines sechs Monate alten Babys in Verbindung gebracht.

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Der Säugling nahm an der klinischen Studie mit dem Novartis-Medikament Zolgensma zur Behandlung von einer spinalen Muskelatrophie teil. Dabei handelt es sich um eine ernste Muskelerkrankung, die Neugeborene betrifft und insbesondere für Kleinkinder unter zwei Jahren ein hohes Todesrisiko birgt.

Berichten zufolge ist das erst sechs Monate alte Kind an einer schweren Atemwegsinfektion in Verbindung mit neurologischen Komplikationen verstorben. Die Ergebnisse der Obduktion stehen laut Bloomberg aber noch aus. Ein Zusammenhang mit der experimentellen Behandlung ist demnach noch nicht bestätigt.

Novartis teilte mit, dass der Vorfall den Aufsichtsbehörden gemeldet wurde. Der Fall wird geprüft. Das Schweizer Unternehmen teilte darüber hinaus mit, dass sich der verstorbene Patient im letzten Stadium der klinische Studie, für die aktuell noch weitere Patienten aufgenommen werden, befunden hatte.

Zweiter Vorfall binnen kurzer Zeit

Novartis hatte geplant, das als revolutionär geltende Medikament Zolgensma in diesem Jahr in den USA und in Europa einzuführen. Angesichts der Berichte um den Tod des Babys kommen nun aber Zweifel auf – und mehr noch: Es ist dies innerhalb kürzester Zeit die zweite besorgniserregende Nachricht aus dem Hause Novartis.

So war auch am 16. April ein Patient einer klinischen Studie des Schweizer Konzerns an einem Atemstillstand verstorben. Eine unabhängige Untersuchungskommission hatte keinen Zusammenhang zwischen der Behandlung und dem Todesfall festgestellt.

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(ek)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandy am 23.04.2019 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein zweischneidiges Schwert

    Sehr sehr traurig. Aber ein Leben mit Spinaler Muslelatrophie ist noch trauriger. Je älter die Kinder werden, desto schlechter wird deren Zustand. Anfangs Gehprobleme bis über Jahre Muskelabbau bis hin komplette Bewegungsunfähigkeit, Atenprobleme, E Rollstuhl, bis die Herz und Atemmuskulatur versagt. Ich habe in meiner 25 jährigen Tätigkeit als Erzieher den Lebensweg einige dieser Kinder miterlebt. Die Verzweiflung der Eltern, die Hoffnung, dass es durch diverse Ops besser wird und die Kinder selbst, geistig überhaupt nicht beeinträchtigt, aber fühlen sich oft in ihren letzten Lebensjahren alleingelassen mit ihren Gedanken über den Tod. Sie wollen ihre Eltern nicht verletzen, deshalb spielen sie und sind es auch die Starken. Dabei haben Kinder die feinfühligsten Antennen in Bezug auf Gefühle und können ungezwungen über dieses Thema Tod reden, was uns Erwachsener oft so schwer fällt

  • DerEine am 24.04.2019 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Letzte Phase

    der klinischen Studie, dann ist das Medikament in der Entwicklung schon sehr weit fortgeschritten. Finde es nur Schade von den Medien dass Sie den Tod des Kindes zuerst in Kontak mit der Studie bringen um dann zu schreiben dass es noch keinen Hinweis gibt dass das neue Medikament die Ursache ist. Eine Zulassung ist in Europa zum Glück schwieriger zu erreichen als in den USA.

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  • DerEine am 24.04.2019 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Letzte Phase

    der klinischen Studie, dann ist das Medikament in der Entwicklung schon sehr weit fortgeschritten. Finde es nur Schade von den Medien dass Sie den Tod des Kindes zuerst in Kontak mit der Studie bringen um dann zu schreiben dass es noch keinen Hinweis gibt dass das neue Medikament die Ursache ist. Eine Zulassung ist in Europa zum Glück schwieriger zu erreichen als in den USA.

  • Sandy am 23.04.2019 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein zweischneidiges Schwert

    Sehr sehr traurig. Aber ein Leben mit Spinaler Muslelatrophie ist noch trauriger. Je älter die Kinder werden, desto schlechter wird deren Zustand. Anfangs Gehprobleme bis über Jahre Muskelabbau bis hin komplette Bewegungsunfähigkeit, Atenprobleme, E Rollstuhl, bis die Herz und Atemmuskulatur versagt. Ich habe in meiner 25 jährigen Tätigkeit als Erzieher den Lebensweg einige dieser Kinder miterlebt. Die Verzweiflung der Eltern, die Hoffnung, dass es durch diverse Ops besser wird und die Kinder selbst, geistig überhaupt nicht beeinträchtigt, aber fühlen sich oft in ihren letzten Lebensjahren alleingelassen mit ihren Gedanken über den Tod. Sie wollen ihre Eltern nicht verletzen, deshalb spielen sie und sind es auch die Starken. Dabei haben Kinder die feinfühligsten Antennen in Bezug auf Gefühle und können ungezwungen über dieses Thema Tod reden, was uns Erwachsener oft so schwer fällt