Nur für Lehrer?

19. März 2019 13:05; Akt: 19.03.2019 14:01 Print

Soll Burn-out eine Berufskrankheit werden?

Stress, Überforderung, Depressionen - Jeder dritte Österreicher fühlt sich Burn-out gefährdet. Vielleicht wird es für Berufsgruppen wie Lehrer bald anerkannt.

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Wenn Herzrasen beim Klingeln des Smartphones ausgelöst wird, Einkaufen sich wie ein Marathon anfühlt und ein Meeting Magenbeschwerden und Erschöpfung verursacht, sprechen Experten von Burn-out. Die sozialdemokratischen Gewerkschafter fordern nun eine Anerkennung als Berufskrankheit. Doch dabei stoßen sie seitens der Wirtschaft auf Gegenwind.

Umfrage
Soll Burn-out als Berufskrankheit anerkannt werden?

Arbeitgeber fürchten Zusatzkosten

Wie die "Presse"berichtete, steht die Wirtschaft einer Ausweitung der Gesetzeslage ablehnend gegenüber, da sie dadurch Zusatzkosten für die Dienstgeber befürchtet. Ein weiteres zentrales Problem ist, dass es sich bei Burn-out um kein klar definiertes Krankheitsbild handelt. Darunter fallen lediglich Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinträchtigen. Meist stellt es somit eine Erkrankung bestehend aus seelisch-körperlich gemischten Symptomen dar.
Neben der Arbeit als Belastung gibt es zudem noch weitere Einflussfaktoren: familiäre Probleme, die Pflege einer nahestehenden Person, eine Trennung oder Scheidung, Überforderung mit der Kindererziehung, Schulden, Hausbau, Perfektionismus, Überehrgeiz und aufopfernde Verhaltensmuster usw.

Bei Lehrern könnte Burn-out anerkannt werden

Möglich wäre jedoch, dass Burn-out bei einzelnen Berufsgruppen anerkannt würde, so etwa bei Lehrern. Einer Umfrage zufolge soll bei 40 Prozent der Wiener Lehrer eine psychische Überbelastung vorliegen.Wie die Sozialdemokratischen Gewerkschafter in Österreich fordern, soll Burn-out deswegen bei Lehrern als Berufskrankheit berücksichtigt werden. Bei Betroffenen würde dann unter Umständen ein früherer Pensionsantritt in Betracht kommen.

Was ist eine Berufskrankheit?

Berufskrankheiten fallen in Österreich in die Zuständigkeit der Unfallversicherungsträger, nicht der Gebietskrankenkassen. Die aktuelle Gesetzeslage sieht wie folgt aus: Es liegt nur dann eine Berufskrankheit vor, wenn aufgrund gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse festgestellt werden kann, dass die Krankheit ausschließlich oder überwiegend durch Verwendung schädigender Stoffe oder Strahlen entstanden ist. (z.B Allergien auf Inhaltsstoffe bei Friseuren) Dann hat der Berufstätige die Möglichkeit Therapien einzuleiten, gegebenenfalls berufliche Umschulungen zu besuchen und ein Übergangsgeld zu erhalten .

In einem Gespräch mit der "Presse"betont Johanna Klösch, Arbeits- und Organisationspsychologin in der Arbeiterkammer, dass alle durch die berufliche Tätigkeit entstandenen psychischen Krankheiten als Berufskrankheiten anerkannt werden müssten.

Ähnliche Debatte in der Schweiz

Auch in der Schweiz gibt es eine öffentliche Auseinandersetzung zu der Thematik. Im Laufe dieser Woche soll im Parlament darüber diskutiert werden. Ähnlich wie in Österreich ist die Wirtschaft gegen eine Ausweitung.

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(GA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ehklar am 19.03.2019 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Wir können das gerne als Berufskrankheit anerkennen WENN das auch für Krankheiten und Beschwerden richtiger Arbeiter gilt. Wir haben Arbeiter die nicht mehr gehen können, die künstliche Gelenke usw haben, nicht mehr aufstehen können... Das sind tatsächlich vorhandene und messbare Beeinträchtigungen

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  • Insider am 19.03.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    no na net ?

    Die sozialdemokratischen Gewerkschafter fordern nun eine Anerkennung als Berufskrankheit, wenn du Freunde in der oberen Etage der PVA hast dann ist es eine Krankheit und wir gehen in Rente......Freundschaft

  • Karl Max am 19.03.2019 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Simulanten

    Ich kenne welche, die wirklich Burn out haben und leider noch mehr die so tun, als ob sie es hätten. Haben sich die Diagnose aber auch etwas kosten lassen. Leider ist das bei vielen Ärzten möglich. Sobald in Frühpension, geht es ihnen aber blendend. Auf Urlaub fahren, beim Nachbarn arbeiten, Partys feiern...... Wenn jemand wirklich Burn out hat, sollte er sofort den Führerschhein abgeben, da diese Personen ja meistens auch Psychopharmaka bekommen. Dann sinkt auch sofort die Rate der Erkrankten.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Helga Wick am 24.03.2019 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrerdasein

    Jeder kann seinen Job selbst wählen. Lehrer haben viel Urlaub, das stimmt. Die Anforderungen in diesem Job werden aber immer härter, auch im Kindergarten. Ich denke jedoch, dass jeder den Job wechseln sollte, wenn er darin unglücklich ist. Mich würden die Ferien nicht daran hindern, weiterzumachen, wenn mir das Lehrersein nicht gefällt. Ich bin auch der Meinung, dass auch Lehrer nur 5 bis 6 Wochen Urlaub haben sollten, wenn mehr, dann unbezahlt. So wie wir anderen auch!

  • mh.. am 22.03.2019 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was für zeiten

    burnout kann man nur haben, wenn man im beruf "gebrannt" hat. 99% sind keine burnout Fälle. ist aber zurzeit sehr in mode. bissl stress oder überforderung alle schreien "i hab burnout". unglaublich.

    • Lisa i am 23.03.2019 23:49 Report Diesen Beitrag melden

      @mh

      Ich wünsche es niemanden!Ich wüsste nicht einmal das man sowas simulieren könnte.Es ist das Schlimmste was einem Menschen passieren kann!Bei meiner Untersuchung wollte man das medizinische ausschließen.Bei der Befundbespr.war alles ok.Aber für mich nicht, in dem Moment wünschte ich mir es wäre medizinisch gewesen.Dann hätte ich hinzeigen können, wo es mir wehtut.Es gibt nichts schlimmeres als nicht zu wissen was mit einem passiert Alles rundherum passiert nur selbst steht alles still.Es war sehr schwierig wieder auf die Beine zukommen. Vondaher urteilen Sie nicht zu schnell.Ich wollte es nicht

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  • Emy am 21.03.2019 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle

    Wenn das kommt dann für alle sonst ist es ja eine diskriminierung gegen alle anderen Arbeitsgruppen!!

  • Witz am 20.03.2019 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    Geh bitte....

    Warum grad bei Lehrer? Was die frei haben? Und wo Fortbildungszeit wäre, wird Urlaub gemacht. Ein Schlag ins Gesicht die wirklich schwer arbeiten müssen.

  • der Gärtner am 20.03.2019 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mit ca. 12-14 Wochen...

    ...Urlaub ist es kein Wunder wenn man als Lehrer Burn-out gefährdet ist