Ansteckungsgefahr

12. März 2019 15:06; Akt: 12.03.2019 15:13 Print

Für Menschen gefährlicher Erreger bei Igeln entdeckt

Igel sind herzig, können aber auch zur Gesundheitsgefahr werden. Und das nicht nur, weil sie mit ihren Stacheln Zecken in die Städte bringen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

So stachelig Igel auch sind: Sie ziehen Menschen magisch an, wie das Beispiel des jüngst verstorbenen Instagram-Stars Mr. Pokee zeigt. Auch nach seinem Tod folgen ihm noch 1,3 Millionen Fans.

Was beim Betrachten der herzigen Bilder leicht in Vergessenheit gerät: Igel sind Wildtiere und als solche streifen sie durch die Natur.

Dabei gabeln sie mit ihren Stacheln alles auf, was nicht niet- und nagelfest ist. Neben Zecken, die sie aus Wäldern und Wiesen in die Städte tragen, sind das auch Keime, die Menschen gefährlich werden können.

Kleiner Bruder der Diphtherie

Ein Erreger, der Experten um Anja Berger vom Nationalen Konsiliarlabor für Diphtherie im bayrischen Oberschleissheim Sorgen bereitet, ist Corynebacterium ulcerans. Das Bakterium gilt als "kleiner Bruder" des Diphterie-Erregers und verursacht beim Menschen Haut- und Lymphknotenabszesse, neurologische Schäden, Atemwegsinfektionen und Herzentzündungen.

Während die klassische Diphterie, die unbehandelt meist tödlich endet, dank Impfungen in den Industrieländern selten geworden ist, befindet sich C. ulcerans dagegen im Aufwind. Entsprechend sei Vorsicht geboten, heißt es im Fachjournal "Emerging Microbes & Infections".

Infektionsgefahr wächst

Nachdem der Erreger schon mehrfach bei Füchsen, Rehen und Wildschweinen nachgewiesen wurde, ist er nun auch bei Igeln entdeckt worden. Dadurch wächst die Ansteckungsgefahr für den Menschen. Schließlich kommen Igel ihnen näher als größere Wildtiere.

"Der Fund von toxinproduzierenden C. ulcerans bei Igeln unterstreicht die potenziellen Übertragungsrisiken und sollte die öffentliche Aufmerksamkeit für zoonotische Infektionen schärfen", so die Forscher in einer Mitteilung. Sie empfehlen, nach jedem Kontakt mit einem Wild- oder Haustier die Hände sorgfältig zu waschen oder zu desinfizieren. Geschwächte, kranke oder verletzte Wildtiere sollten grundsätzlich nur von erfahrenen Personen angefasst und gepflegt werden.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(Fee Riebeling)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karl Max am 12.03.2019 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Recht so

    Die Natur schlägt zurück.

  • Suse am 12.03.2019 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fraglich..

    Dann frage ich mich, warum jedes Jahr diese sinnlosen Fuchsjagden stattfinden. Der Fuchs ist der natürliche Feind des Igels, Marder etc. Und die Fuchsräude ist schon längst ausgestorben und Tollwut kann jedes Tier bekommen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Suse am 12.03.2019 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fraglich..

    Dann frage ich mich, warum jedes Jahr diese sinnlosen Fuchsjagden stattfinden. Der Fuchs ist der natürliche Feind des Igels, Marder etc. Und die Fuchsräude ist schon längst ausgestorben und Tollwut kann jedes Tier bekommen.

  • Karl Max am 12.03.2019 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Recht so

    Die Natur schlägt zurück.