Langzeitstudie

31. Januar 2018 10:10; Akt: 31.01.2018 10:26 Print

Im Job zu stehen ist noch ungesünder als zu sitzen

Wer bei der Arbeit viel sitzt, schielt mitunter neidisch auf die, die währenddessen stehen. Schließlich gilt das als gesünder. Stimmen tut das aber nicht.

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Egal, ob sitzende oder stehende Tätigkeit: Um der Gesundheit etwas Gutes zu tun, wird gesunden Menschen empfohlen, täglich mindestens 10.000 Schritte zu gehen. Doch die zu meistern, ist im Alltag gar nicht so einfach. Heute zeigt Ihnen in den nächsten Bildern, mit welchen Kniffen Sie die magische Schrittgrenze trotzdem erreichen können. So viel sei aber jetzt schon gesagt: Ein Schrittzähler - egal welcher Art - hilft, ein Gefühl für die wirklich zurückgelegten Schritte zu bekommen. Das Schrittesammeln beginnt direkt mit dem Aufstehen. Halten Sie sich nicht lange in Ihrem Schlafzimmer auf und versuchen Sie nicht, möglichst viel aufs Mal zu erledigen, sondern ... ... steuern Sie doch zuerst die Küche an - beispielsweise um die Kaffeemaschine zu starten und den ersten Kaffee des Tages herauszulassen. Nutzen Sie die Zeit, bis dieser fertig ist ... ... und kehren Sie ins Schlafzimmer zurück, um die Fenster zu öffnen und frische Luft hineinzulassen. Das ist gut für das Raumklima, verhindert Schimmelbildung ... ... und sorgt ganz nebenbei für ein Plus auf Ihrem Schrittekonto. Dieses wächst weiter an, wenn Sie danach wieder in die Küche gehen und den in der Zwischenzeit gebrühten Kaffee trinken. Anschließend könnte es für Sie ins Badezimmer und unter die Dusche gehen, womit Ihnen noch mehr Schritte gutgeschrieben werden. Bleiben Sie anschließend beim Zähneputzen nicht stehen, sondern bewegen Sie sich. So kommen nochmals einige Schritte hinzu. Gehen Sie erst anschliessend wieder ins Schlafzimmer zurück und schliessen das Fenster. Einmal dort, können Sie sich auch gleich ankleiden. Wenn sie dann noch einen Zwischenstopp vor dem Spiegel einlegen, gewinnen Sie - je nach Begebenheiten in Ihren vier Wänden - bis zu 50 Schritte hinzu. Wenn Sie Extra-Wege nicht scheuen, können Sie bis zum Verlassen Ihrer Wohnung auf diese Weise sicher schon mal rund 1000 Schritte machen. Sollten Sie Hundebesitzer sein und morgens eine Runde mit Ihrem Vierbeiner gehen, können Sie mindestens noch einmal so viele dazu rechnen, wenn nicht sogar mehr. Auch auf dem Weg zu Arbeit, Schule oder Uni können Sie jede Menge Schritte sammeln: Lassen Sie das Auto stehen und schwingen Sie sich aufs Velo. Das gibt zwar genau genommen kein Mehr an Schritten, dafür aber ein Mehr an Bewegung. Schlechtes Wetter wird übrigens als Ausrede nicht akzeptiert: Sie kennen doch sicher den Spruch «Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung». Das ist nicht von der Hand zu weisen: Ziehen Sie sich einfach entsprechend an. Wer aufgrund von grösseren oder sogar großen Distanzen auf den öffentlichen Verkehr angewiesen ist, darf sich glücklich schätzen: Auch er hat jede Menge Möglichkeiten, sich auf dem Arbeitsweg zu bewegen: Die ersten Schritte kommen schließlich auf dem Weg zur Station hinzu. Wer dann noch eine (oder mehrere) Station(en) läuft oder früher aussteigt, macht wieder ein paar Meter und damit wertvolle Schritte. Auch ein Trick zum Zurücklegen von Schritten: Wer hinten raus muss, steigt vorne ein - oder umgekehrt. Dann gewinnt man spätestens beim Aussteigen weitere Punkte. Wer mit dem Zug pendelt, kann zudem während der Fahrt durch die Abteile spazieren. Sollte Sie der ÖV nicht direkt vor die Tür Ihres Arbeitsortes bringen: Seien Sie dankbar, denn dann können Sie das letzte Stück zu Fuß gehen. Sie brauchen rasch noch etwas zum Znüni? Dann nehmen Sie nicht den am nächsten gelegenen Supermarkt, Kiosk oder Shop, sondern wählen Sie einen weiter entfernten. Auch vor Ort gibt es ein Füllhorn an Möglichkeiten der Schrittvermehrung. Schließlich gibt es dort, wo es einen Lift oder eine Rolltreppe hat, auch immer Treppen. Nutzen Sie diese. Das gibt nicht nur ein Plus an Schritten, sondern auch ein Minus an Kalorien. Wer einer sitzenden Tätigkeit nachgeht, sollte immer daran denken,

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wie man es macht, macht man es verkehrt: Nicht nur zu langes Sitzen – etwa bei der Arbeit im Büro – schadet nachweislich der Gesundheit, sondern auch langes Stehen. Das berichten kanadische Forscher im "American Journal of Epidemiology".

Umfrage
Bewegen Sie sich regelmässig?
25 %
51 %
24 %
Insgesamt 53 Teilnehmer

In der Langzeitstudie (siehe Box) war das Team um Peter Smith vom Institut für Arbeit und Gesundheit in Toronto der Frage nachgegangen, ob – und wenn ja, wie – sich ständiges Stehen im Job auf die Herzgesundheit der betreffenden Personen auswirkt.

Männer leiden öfter

Um das herauszufinden, begleiteten Smith und seine Kollegen 7320 Männer und Frauen während zwölf Jahren (2003 bis 2015), wobei sie volle Einsicht in deren Gesundheitsdaten hatten. Alle Teilnehmer waren zu Beginn kerngesund.

Nach zwölf Jahren sah das anders aus: Bei 3,4 Prozent der Probanden waren in der Zwischenzeit Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgetreten, wobei Männer öfter betroffen (4,6 Prozent) waren als Frauen (2,1 Prozent).

Das zeigt laut den Forschern, dass das Risiko, eine solche zu entwickeln, deutlich höher ist, wenn eine rein stehende Tätigkeit ausgeübt wird (4,6 Prozent) als wenn man den ganzen Arbeitstag sitzt (2,8 Prozent).

Noch mehr Geschlechterunterschiede

Auch punkto Misch-Jobs, also jene Berufe, in denen abwechselnd gesessen und gestanden wird, gab es eine Überraschung – und Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Denn offenbar profitieren vom ständigen Haltungswechsel nur die Männer: Während bei ihnen die Kombination aus Gehen, Stehen und Sitzen mit einem verminderten Risiko für Herzerkrankungen verbunden ist, führten diese Jobs bei Frauen nicht zur Verminderung des Risikos.

Art des Jobs könnte eine Rolle spielen

Die Forscher vermuten, dass dies mit der Art der Mischjobs zusammenhängen könnte: Während die männlichen Studienteilnehmer ihre Brötchen oftmals als Kurierfahrer verdienten oder im Detailhandel arbeiteten, waren die teilnehmenden Frauen häufig als Krankenschwester, Erzieherin oder Lehrerin tätig – alles Jobs, die für ihren besonders hohen Stresslevel bekannt sind.

Ob dem tatsächlich so ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Doch bereits jetzt empfehlen Smith und seine Kollegen "eine Kombination aus Sitzen, Stehen und Gehen". Das beinhalte wahrscheinlich den größten Nutzen für die Herzgesundheit.

Wie Sie in Ihren (Arbeits-)Alltag mehr Bewegung bringen können, erfahren Sie in der obigen Bildstrecke.

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  • ChrisW am 01.02.2018 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Stehen bzw. Gehen

    Ich glaube, dass langes Stehen nicht nur total unangenehm ist (ich kann lange sitzen oder gehen aber nicht stehen), sondern auch nicht sonderlich gesund wie eben beschrieben.Wenn man das beruflich tun muss, dann sollte man sich möglichst dabei noch bewegen.Zu der Bildserie und den 10.000 Schritten:Hier denke ich, dass es nicht unbedingt so viel täglich sein müssen, wenn man öfters statt 2-3 Stationen zu Fuß geht,Stiegen steigt statt Aufzug und manchmal das Auto stehen läßt.Zum Tipp, im Bahnabteil auf-und abzugehen: Da könnte es leicht sein, dass man bald für einen Kontrollor gehalten wird :-)

  • Konfusius am 01.02.2018 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helden von heut

    Ich stehe meinen Mann, bis es mich zerreißt.

  • Konfisius am 01.02.2018 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bleib nicht auf meinen Pfunden sitzen!

    Stehn kann man nicht in langer Dauer. Stehn und sitzen - das ist schlauer.

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  • Konfusius am 01.02.2018 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helden von heut

    Ich stehe meinen Mann, bis es mich zerreißt.

  • Konfisius am 01.02.2018 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bleib nicht auf meinen Pfunden sitzen!

    Stehn kann man nicht in langer Dauer. Stehn und sitzen - das ist schlauer.

  • ChrisW am 01.02.2018 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Stehen bzw. Gehen

    Ich glaube, dass langes Stehen nicht nur total unangenehm ist (ich kann lange sitzen oder gehen aber nicht stehen), sondern auch nicht sonderlich gesund wie eben beschrieben.Wenn man das beruflich tun muss, dann sollte man sich möglichst dabei noch bewegen.Zu der Bildserie und den 10.000 Schritten:Hier denke ich, dass es nicht unbedingt so viel täglich sein müssen, wenn man öfters statt 2-3 Stationen zu Fuß geht,Stiegen steigt statt Aufzug und manchmal das Auto stehen läßt.Zum Tipp, im Bahnabteil auf-und abzugehen: Da könnte es leicht sein, dass man bald für einen Kontrollor gehalten wird :-)