Fruchtbarkeit

06. März 2019 20:09; Akt: 06.03.2019 20:09 Print

Spermienqualität ist um 50 Prozent gesunken

Zwei Chemikalien, die in vielen Haushalten anzutreffen sind, werden für den dramatischen Einbruch in der Spermienqualität mitverantwortlich gemacht.

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In den letzten 80 Jahren ist die die weltweite Spermaqualität um 50 Prozent zurückgegangen. Das schreiben Forscher der Universität Nottingham in einer neuen Studie. Weshalb das so ist, ist bis heute nicht geklärt.

Es stehen zahlreiche Gründe im Verdacht: von der zu warmen Windel bei Säuglingen über Aspirin bis zum Handy in der Hosentasche. Doch Genaueres wusste man bisher nicht.

Nun haben die englischen Forscher zwei von Menschen geschaffene Chemikalien identifiziert, die einen negativen Einfluss auf Spermien haben, wie sie in den "Scientific Reports" schreiben. Und zwar nicht nur bei Männern, sondern auch bei Hunden. Die vierbeinigen Freunde waren es auch, die die Forscher 2016 auf die richtige Spur brachten.

Gefahr lauert im Haus

Damals stellte die Uni Nottingham fest, dass die Qualität der Spermien auch bei Haushunden über mehrere Jahrzehnte abgenommen hat, wie Sciencealert.com berichtet. Auf der Suche nach der Ursache würden die Wissenschaftler in den Heimen und im Essen der Hunde fündig.

Als Schuldige wurden die Chemikalien DEHP, ein Weichmacher auf Phthalatbasis, und polychloriertes Biphenyl 153 (PCB 153) ausgemacht. DEHP ist in Teppichen, Bodenbelägen, Kleidern und Spielzeug zu finden und kann von dort in unser Essen gelangen. Die krebsauslösende Industriechemikalie PCB 153 wurde bis zu ihrem Verbot 1980 in verschiedenen Bereichen eingesetzt, darunter auch in Fugendichtungsmassen.

Spermien weniger beweglich

Für ihre aktuelle Studie haben die Forscher Spermaproben von elf Männern und neun Rüden in identischen Tests diesen Chemikalien in Mengen, wie sie in Haushalten anzutreffen sind, ausgesetzt. Es zeigte sich, dass beide Chemikalien bei beiden Spermienarten zu reduzierter Beweglichkeit und erhöhter Fragmentierung der DNA führten.

Die Forscher hoffen nun, künftig den Einfluss der Umweltverschmutzung auf unsere Fruchtbarkeit mithilfe von Hunden besser untersuchen zu können. Dies nicht zuletzt, weil sich etwa die Ernährung von Hunden besser kontrollieren lässt als bei menschlichen Studienteilnehmern. Und das lässt genauere Ergebnisse zu.

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(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • naturlieb am 07.03.2019 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft gesichert

    Gott sei Dank werden dann auch weniger Menschen geboren. Sollte natürlich auch bei Kinderreichen Kulturen so richtig gut tun. Das ist aber unsere Überlebensversicherung auf dieser Welt. Gegen Umweltverschmutzung, Kriege....

Die neuesten Leser-Kommentare

  • naturlieb am 07.03.2019 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft gesichert

    Gott sei Dank werden dann auch weniger Menschen geboren. Sollte natürlich auch bei Kinderreichen Kulturen so richtig gut tun. Das ist aber unsere Überlebensversicherung auf dieser Welt. Gegen Umweltverschmutzung, Kriege....