Verhütung

25. Januar 2019 10:17; Akt: 25.01.2019 17:55 Print

Die Pillenpause ist laut Forschern unnötig

Laut Medizinern gibt es keinen biologischen Hintergrund für eine Pausierung des Hormonpräparats.

 (Bild: iStock)

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Es ist eine recht provokante These, die jedoch ihre Berechtigung haben könnte. In Großbritannien wurde jetzt eine neue Richtlinie zur Anti-Baby-Pille veröffentlicht: Die siebentägige Pillenpause, in der es zur Abbruchblutung kommt, ist nach dieser nicht notwendig.

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Die Pille durchzunehmen hätte Vorteile

Fast 60 Jahre sind seit der Markteinführung vergangen und Frauen, die das Verhütungsmittel verwenden, halten sich an die Nutzung mit dem Einnahmefenster von 21 Tagen. Obwohl es dafür keine medizinische Begründung gibt.

Im Gegenteil: Es soll sogar gesundheitliche Vorteile haben, wenn man Frauen die Pille durchgehend einnehmen, so eine britische Organisation namens "Faculty of Sexual and Reproductive Healthcare", die im Gesundheitssystem eine beratende Rolle in Fragen rund um das Thema der sexuellen Reproduktion einnimmt.

Sie hätten weniger Bauch- und Kopfschmerzen, ein reduziertes Risiko einer ungewollten Schwangerschaft und keine Blutung. Die Empfehlungen vieler Mediziner gehen sogar zu einem Langzyklus hin, wie bei anderen hormonellen Verhütungsoptionen.

Ist die Pillenpause eine Erfindung für den Papst?

Dazu gibt es zwei Thesen:

Ja: Die Erfindung der Pillenpause soll auf den US-Mediziner John Rock zurückgehen, der sich mit der Erforschung des Verhütungsmittels befasste. Laut der Schilderung des Reproduktionsmediziners Prof. John Guillebaud gegenüber der britischen Tageszeitung "The Telegraph" soll dieser darauf spekuliert haben, dass er die Akzeptanz der Kirche eher erreichen würde, wenn die Pille einen natürlichen Zyklus imitiert. Diese Hoffnung scheiterte jedoch und der damalige Papst Paul VI. sprach trotzdem ein Verbot für die Pille aus.

Nein: Die zweite These besagt, dass es eher eine Frage des Marketings war. Man wollte nicht Zuspruch und Akzeptanz des Papstes erwerben, sondern jene der Frauen.

Aus beiden Thesen folgt jedoch, dass die verordnete Einnahme, die danach nicht mehr revidiert wurde, keiner biologischen Sinnhaftigkeit unterliegt.

Monatsblutung ist eine Erfindung der Neuzeit

Die Hormone der Pille unterdrücken den natürlichen Zyklus samt Eisprung. Daher gibt es keine Regelblutung. Die Blutung, die von der Pille erzeugt wird, ist eine künstlich hervorgerufene - die Reaktion des Körpers auf den Hormonentzug.

Als Frauen häufiger schwanger wurden und länger stillten, war auch der Zyklus ein anderer und die Periode kam in größeren Abständen. Die Monatsblutung, die auch eine Anstrengung für den Körper darstellen kann, gab es in der heutigen Form lange Zeit nicht.


Pille erhöht Depressionsrisiko

Währendessen stellen Diskussionen in Dänemark den Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und gesteigertem Suizidrisiko in den Mittelpunkt der Debatte. Künftig soll es auf Empfehlung der europäischen Arzneimittelagentur einen neuen Warnhinweis geben, dass Verstimmungen und Depressionen als Nebenwirkung der Pille auftreten können.

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(GA)

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