Testosteron-Blocker

05. Februar 2019 14:55; Akt: 05.02.2019 14:55 Print

Verhütungsgel für den Mann wird getestet

Wissenschaftler am National Institute of Child Health and Human Development haben ein Gel entwickelt, das die Spermienproduktion kurzzeitig aufhalten soll.

 (Bild: iStock)

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Nach wie vor sind es Kondom und Pille die Spitzenreiter in der Empfängnisverhütung. Mittlerweile steigt aber auch bei längeren Partnerschaften die Zahl der skeptischen Stimmen und Gegenrufe werden laut. Der Weg der Gleichberechtigung in der Verhütung könnte nun bald den Test der Praxis bestehen.

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Insgesamt 172 Teilnehmer

„Viele Frauen können keine hormonellen Verhütungsmethoden verwenden und männliche Verhütungsmethoden sind nach wie vor auf Kondome und Vasektomien beschränkt (…) Eine sichere, hoch effektive und auch rückgängig-machbare Methode der männlichen Verhütung würde eine große Lücke im Gesundheitssystem füllen“, so Dr. Diana Blithe, die Leiterin des National Institute of Child Health and Human Development’s (NICHD) Contraceptive Development Program in einem Statement zur Studie.

Eine Verhütung zum Einschmieren

Nachdem bei Versuchen mit Affen bereits erste Erfolge zu verzeichnen waren, geht es nun in die erste Testphase. 420 Paare werden die amerikanischen Forscher über einen Zeitraum von 23 Monaten beobachten. Die Männer sollen einen halben Teelöffel des Gels jeden Tag zwischen 4 bis 12 Wochen a, Rücken verteilen oder auf den Schultern auftragen, um die Verträglichkeit der Formel zu testen. Die im Gel enthaltenen "Progestine" sollen das natürliche Testosteron blockieren, sodass sich die Spermienproduktion nach geraumer Zeit einstellt. Zusätzlich enthält es noch Testosteron in geringen Mengen, um zu verhindern, dass die Methode die Libido des Mannes negativ beeinflusst. 24 Wochen nach Absetzung sollen Männer wieder zeugungsfähig sein.

Vorgängerstudien bewiesen schon Senkung des Spermiengehalts

2012 gab es zu Vorläufern des Gels schon eine sechsmonatige Studie, wo das Spermienvorkommen temporär auf 89% reduziert werden konnte. 2017 wurde mit einer Methode, bei der die Samenleiter blockiert wurden, eine 100 prozentige Wirkung erzielt. Daneben gibt es gerade Testphasen zur Pille für den Mann, einer Verhütungsinjektion und Implantaten. 2016 kam es bei 20 von 320 Teilnehmern zu Nebenwirkungen wie Depressionen, Stimmungsschwankungen, Akne, erhöhter Libido und Muskelschmerzen, weswegen die Studie dann abgebrochen wurde. Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel bei Frauen sind Depression, Thrombose, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust und Migräne.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tomas am 07.02.2019 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    und schon wieder mit den Hormonen spielen

    Dabei gibt es für Frauen die kupferkette und für Männer wurde das Vasalgel entwickelt. Während ersteres von der pharmaindustrie noch geduldet wird, zögert sich die Entwicklung des Vasalgels immer weiter hinaus. Aus dem einfachen Grund, dass es nicht so viel Geld bringt wie wenn man Frauen jeden Tag eine Pille einwerfen lässt.

  • DeLorean am 07.02.2019 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Populations(Armuts)verschiebung

    Ab nach Afrika damit und versorgt am Besten die europäischen Neuzugänge damit verpflichtend für die nä. 10 Jahre. Wer das als rassistisch empfindet möchte Ich die Überbevölkerung des Planeten nahelegen und den dadurch entstehebden Hunger bzw. die fürchterlichen Schicksale welches das Leben dafür übrig hat. Wer die Bilder der armen Kinder im TV sieht sollte genau das Verstehen, denn es zeigt die Zukunft europas!!

  • Desert Eagle am 11.02.2019 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Das Beste für den Mann ist ein

    Besuch beim Urologen seines Vertrauens. Es dauert eine halbe Stunde, ist völlig problemlos und billiger als zwei Monate Alimente. Und er ist nicht davon abhängig, daß sie vielleicht "vergißt".

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Desert Eagle am 11.02.2019 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Das Beste für den Mann ist ein

    Besuch beim Urologen seines Vertrauens. Es dauert eine halbe Stunde, ist völlig problemlos und billiger als zwei Monate Alimente. Und er ist nicht davon abhängig, daß sie vielleicht "vergißt".

  • tomas am 07.02.2019 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    und schon wieder mit den Hormonen spielen

    Dabei gibt es für Frauen die kupferkette und für Männer wurde das Vasalgel entwickelt. Während ersteres von der pharmaindustrie noch geduldet wird, zögert sich die Entwicklung des Vasalgels immer weiter hinaus. Aus dem einfachen Grund, dass es nicht so viel Geld bringt wie wenn man Frauen jeden Tag eine Pille einwerfen lässt.

  • DeLorean am 07.02.2019 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Populations(Armuts)verschiebung

    Ab nach Afrika damit und versorgt am Besten die europäischen Neuzugänge damit verpflichtend für die nä. 10 Jahre. Wer das als rassistisch empfindet möchte Ich die Überbevölkerung des Planeten nahelegen und den dadurch entstehebden Hunger bzw. die fürchterlichen Schicksale welches das Leben dafür übrig hat. Wer die Bilder der armen Kinder im TV sieht sollte genau das Verstehen, denn es zeigt die Zukunft europas!!

  • Mr.Andrew am 06.02.2019 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Weg

    Die häufig vorkommende Einnahme der "Pille" kann durchaus als Kontrollmechanismus der männlichen Partner (und männerdominierten Gesellschaft) gedeutet werden. Wieso sollten sich Frauen täglich eine chemische Substanz (mit Nebenwirkungen) zuführen, um Schwangerschaften zu verhindern? Kann es an der Bequemlichkeit des Mannes liegen? Kann es an der Priorität des Komforts für den Mann liegen? Kann es an der Abgabe der Verantwortung seitens des Mannes liegen? Zeit ist es wahrlich, auch hier umzudenken.

    • Emil am 06.02.2019 18:34 Report Diesen Beitrag melden

      @Mr.Andrew

      Kann es sein das Sie eine Frau sind?

    • tomas am 07.02.2019 22:11 Report Diesen Beitrag melden

      falsch

      Es liegt einzig daran, dass die Pille der Pharmaindustrie am meisten Geld bringt. Man macht die Hälfte der Menschheit abhängig von einem Arzneimittel das täglich eingenommenen werden muss. Rechnen Sie sich das einmal aus. Und jetzt möchte man auch noch die andere Hälfte.

    • Mr.Andrew am 08.02.2019 19:50 Report Diesen Beitrag melden

      Good point @tomas

      Ich denke tatsächlich nicht, dass es nur an den von mir oben genannten Punkten liegt. Selbstverständlich spielen die kapitalistischen Interessen der pharmazeutischen Industrie eine enorme Rolle. Allerdings kann es von Zeit zu Zeit konstruktiv sein, auf alternative Aspekte eines Phänomens hinzuweisen, allein schon deswegen, weil meiner Ansicht nach jede derartige Thematik (Medizin, Pharmazie, Pharmaindustrie, Sexualität, Genderforschung usw. ineinander verwoben) zu komplex ist, um ein bloßes "es liegt einzig daran" zu rechtfertigen.

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