Porsche 964 Carrera 4 WTL

21. April 2019 04:30; Akt: 12.04.2019 13:38 Print

Ein 911er mit breiten Backen ab Werk

von L. Pompeo - Die breiten Kotflügel des Turbos kamen bei Porsche-Käufern gut an, doch das Auto war vielen zu teuer. Und so gab es sie auch für den Carrera.

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Mit der Präsentation des Porsche 930, besser bekannt als 911 Turbo, schuf das Werk 1974 eine neue Breite, sprich der klassische 911 wurde deutlich breiter. Nicht nur den Turbo-Käufern gefiel dieser neue Look, daher bot Porsche auch bald für normale 911er die breiten Kotflügel an. Und hielt daran bis heute fest.

Die entsprechende Option wird WTL genannt, kurz für Werks-Turbo-Look. Eigentlich sollte die Verbreiterung ursprünglich nur Turbo-Look (TL) genannt werden, aber ähnlich wie bei den Leistungssteigerungen (WLS = Werksleistungssteigerung) hat sich in der gängigen Porsche-Sprache das W etabliert, um Veränderungen direkt ab Werk zu bezeichnen.

Mit Wunschfarbe
Zum 30-Jahr-Jubiläum des Porsche 911 wurde in Genf im Jahr 1993 ein Jubiläums-911er präsentiert, basierend auf dem aktuellen Modell, das die Typenbezeichnung 964 trug. Der Jubiläumswagen wies wie der 964 Turbo verbreiterte Kotflügel auf, besaß aber den normalen ausfahrbaren Spoiler. Auf 911 Stück sollte diese Jubiläumsversion beschränkt bleiben, auch die Farbauswahl war (teilweise) limitiert.

Parallel aber gab es den Werks-Turbo-Look auch separat zu bestellen, und so konnte sich sozusagen jeder Porsche-Kunde seine eigene Jubiläumsausgabe konfigurieren, in Wunschfarbe und ohne Stückzahlenlimitierung.

Unveränderte 964-Carrera-4-Basis
Als technische Basis für die Jubiläumsversion diente der 964 Carrera 4, damit waren 3,6 Liter Hubraum und 250 PS gesetzt. Den Plan, die Leistung des Motors für das Jubiläumsmodell zu steigern, war aus Kostengründen aufgegeben worden. Auch am Fünfganggetriebe und am Allrad änderte sich nichts.

Schließlich wurden nicht 911, sondern nur 894 Exemplare des Jubiläumsautos gebaut. Dazu kamen 191 WTL-Versionen. Damit sind diese deutlich seltener als das Jubiläumsmodell.

Ähnlich und doch anders
Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit des WTL sind minimal schlechter als beim schmalen Carrera 4. Schließlich ist er 40 Kilogramm schwerer und hat mehr Roll- und Luftwiderstand. So verliert der WTL beim Spurt von 0 auf 100 km/h 0,2 Sekunden auf den normalen 964 Carrera 4. Zudem liegt die Spitze um 6 km/h tiefer. Subjektiv kann man diese Unterschiede kaum wahrnehmen. Und die 5,7 Sekunden, in denen der WTL von 0 auf 100 beschleunigt, sowie die Spitze von 255 km/h reichen allemal aus, um auch heutzutage noch richtig schnell unterwegs zu sein.

Die Fahrwerksmodifikationen gegenüber einem normal bereiften 964 kann man aber sehr wohl fühlen. Die breiten Reifen und die breitere Spur liefern mehr Grip, das Auto liegt satter auf der Straße und ist auch etwas präziser zu lenken. Ohne Einbuße beim Fahrkomfort ist auch der WTL, genauso wie der Basis-964, ein komfortabler, fahrsicherer Sportwagen, der sowohl auf der Autobahn als auch auf winkligen Landstraßen viel Spaß bereitet. Und sogar überraschend überzeugende Alltagsqualitäten aufweist.

Unauffällige Rarität
Die meisten Passanten, die einen 964 WTL vorbeifahren sehen, werden kaum bemerken, dass er eine Rarität ist. Nur die breiteren Kotflügel und die Cup-Felgen verraten den besonderen Sportwagen, und das merken nur die Experten am Straßenrand.

Weitere Informationen und viele Fotos zum Porsche 964 WTL gibt es auf Zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Porschefahrer am 21.04.2019 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ich werde mich immer fragen, warum Porsche keinen "kleinen" 911er baut. Nicht jeder ist gewillt, für x PS zu zahlen oder für xx Vmax. Es wird nicht viele Menschen geben, die sich einen 911er mit weniger als 200 PS zulegen. Die Gefahr einer "Billigheimer-Invasion" sehe ich daher nicht. Eher eine Einsteiger-Hürden-Senkung. Für Karmann wäre das die Rettung gewesen, da bin ich mir sicher.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Porschefahrer am 21.04.2019 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ich werde mich immer fragen, warum Porsche keinen "kleinen" 911er baut. Nicht jeder ist gewillt, für x PS zu zahlen oder für xx Vmax. Es wird nicht viele Menschen geben, die sich einen 911er mit weniger als 200 PS zulegen. Die Gefahr einer "Billigheimer-Invasion" sehe ich daher nicht. Eher eine Einsteiger-Hürden-Senkung. Für Karmann wäre das die Rettung gewesen, da bin ich mir sicher.

    • Sixtus S. am 22.04.2019 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      Fahren in seiner schönsten Form:

      Für viele der letzte echte Elfer. Jahrhundertauto. Ärgere mich bis heute, dass ich meinen vor 15 Jahren verkauft habe. Heute wäre er das 3-4 fache wert.

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