Im Negev

28. Februar 2018 05:51; Akt: 27.02.2018 15:09 Print

Die unbekannte Seite der israelischen Wüste

Die Wüste Negev erstreckt sich über mehr als die Hälfte Israels. In der kargen Gegend finden Besucher eine atemberaubende Natur, Abenteuer und Geschichte.

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Der Nationalpark Ein Avdat in der Wüste Negev. Wasser hat über Jahrtausende einen tiefen Canyon in das Kalkgestein geschnitten. Fast senkrecht geht es links und rechts vom Flussbett hinauf. Oben kreisen Geier und andere Greifvögel. Obwohl das Wandern hier nicht sehr anspruchsvoll ist, machen einem die hohen Temperaturen zu schaffen. Plötzlich eröffnet sich ein natürlicher Pool, der eine riesige Menge Wasser führt. Das kühle Nass rinnt durch Gesteinsritzen und über einen kleinen Wasserfall in das Becken. Eine riesige Menge Wasser für einen Ort mitten in der Wüste. Die Lebensader für die Tiere, die hier leben. Auch nubische Steinböcke leben in der Gegend. Sie sehen fast so aus wie jene in den Alpen, sind jedoch viel kleiner. Von einem Plateau oberhalb des Nationalparks öffnet sich der Blick auf die Wüste. Das karge Land des Negev wird vielfältig genutzt, beispielsweise auf dieser Ziegenfarm. Aus der Milch der Tiere wird Joghurt ... ... oder Ziegenkäse hergestellt. Weine der Sorten Cabernet Sauvignon und Chardonnay und auch Portwein gehören zum Angebot der Farm. Nächster Stopp ist eine der wenigen Stellen des Negev mit Sanddünen. Snowboards scheinen auf den ersten Blick nicht so richtig in die Gegend zu passen. Doch beim Sandboarding gleitet man "ohne Bindung" vom höchsten Punkt einer Düne herab. Weiter geht die Reise mit einem Besuch der abgelegenen Kleinstadt Mitzpe Ramon. Vom Stadtrand aus hat man eine tolle Sicht auf den Krater Machtesch Ramon. Ein Naturspektakel, etwa 600 Meter tief und fast 40 Kilometer lang. Der Kraterboden erinnert ein wenig an eine Mondlandschaft. In der Stadt selber ist nicht allzu viel los. Das Künstlerquartier Spice Route hat jedoch einiges zu bieten. Beispielsweise werden hier biologische Seifen hergestellt. Einige der Zutaten - wie das Lavendel im Bild - wachsen im dazugehörenden Garten. Ebenso Olivenöl, das für viele Seifen verwendet wird und wertvoll für die Haut ist.

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Vorbei an Sträuchern, Pappeln und hohen Felswänden wandern Besucher einem Flussbett entlang. Obwohl der Weg nicht allzu anspruchsvoll ist, fordert das Klima schon bald seinen Preis. Der Schweiß und die über den Köpfen kreisenden Geier erinnern daran, dass man ohne Wasser nicht weit kommt. Der Anblick des Canyons mit seinem in verschiedenen Tönen schimmernden Kalk- und Feuerstein entschädigt jedoch für die Strapazen.

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Tiefer in der Schlucht zeigt der Nationalpark Ein Avdat seine ganze Pracht. Am engsten Punkt stürzt ein Wasserfall in einen großen natürlichen Teich. Eine Lebensader mitten in der Wüste. Schon vor Jahrtausenden siedelten hier Menschen. Heutzutage bleibt das kühlende Nass den zahlreichen Tieren und Pflanzen vorenthalten. In höheren Lagen leben Steinböcke, die so zutraulich sind, dass sie aus nächster Nähe beobachtet werden können.

Auf einem Plateau oberhalb des Tals eröffnet sich eine atemberaubende Sicht auf die gewaltigen Felsformationen und die Weite der Wüste. Hier liegt David Ben Gurion, der erste Premierminister Israels, begraben. Bis zu seinem Tod lebte er im benachbarten Kibbuz Sde Boker. In seinem bescheidenen Haus, das heute ein Museum ist, empfing er Persönlichkeiten und Staatsmänner aus aller Welt.

Genuss in der Einöde

Der Negev ist zwar dünn besiedelt, aber viel mehr als eine staubige Wüste. Überall trifft man auf Menschen, die das karge Land nutzen und ihre Träume verwirklichen. Auf der Farm Carmey Avdat beispielsweise wird hochwertiger Wein produziert, was nur durch ein ausgeklügeltes Wassersystem möglich ist. Ob Ziegenkäse, Joghurt oder fruchtige Tomaten, der Genuss kommt im Negev nicht zu kurz.

Weiter südlich liegt Mitzpe Ramon. In der Kleinstadt befindet sich ein lebendiges Künstlerquartier namen Spice Route. Auf dem umgenutzten ehemaligen Fabrikgelände herrscht eine Art Hippie-Vibe. Einheimische treffen sich hier zum Kaffee, Galerien und Secondhand-Shops laden zum Verweilen ein. Abends gibt es Tanzworkshops oder Konzerte.

Sternenklare Nächte

Die Stadt mitten im Nirgendwo ist zudem ein idealer Ausgangspunkt, um ein besonderes Naturspektakel zu sehen. Fast 40 Kilometer misst der Machtesch Ramon, ein etwa 600 Meter tiefer Krater, der allein durch Erosion entstanden ist. Vom Rand aus überblickt man eine fremde, aber faszinierende Mondlandschaft. Die abwechselnden Gesteinsschichten und das Wüstenrot erinnern ein wenig an den Grand Canyon. Der Krater kann zu Fuß, mit Kamelen oder mit dem Jeep erkundet werden, was einige Stunden oder mehrere Tage dauern kann. Nachts verwandelt sich der Ort zum Eldorado für Astronomen. Der Himmel ist so klar, dass Planeten und Sterne ääußerst gut zu sehen sind. Mit einem Teleskop die Milchstraße zu betrachten oder auf Sternschnuppen zu warten, ist ein unvergessliches Erlebnis.

Weiter im Norden erhebt sich auf einem Hügel die Festung Masada, eine der meistbesuchten Stätten des Landes. Die Römer bauten hier nicht nur eine Verteidigungsanlage, sondern auch Paläste und eine Therme mit mehreren Bädern. Die Ausgrabungen sind genauso beeindruckend wie die Sicht auf das Tote Meer. Wer sich frühmorgens aufmacht und den steilen Pfad meistert, wird oben mit einem spektakulären Sonnenaufgang belohnt.

Wenn man durch den Negev zieht, sieht man die karge Landschaft bald mit anderen Augen. Die Lebensfreude der Menschen, die historischen Stätten und die spektakuläre Natur. Wer die israelische Wüste einmal kennengelernt hat, vergisst sie so schnell nicht wieder.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 28.02.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Urlaub

    Wir waren heuer zu weihnachten für 2 dort und wir fahren jedenfalls nochmal nach Israel. unglaublich schönes Land und die Leute sind der Wahnsinn! Selten se wohlgefühlt ausserhalb von Österreich

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 28.02.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Urlaub

    Wir waren heuer zu weihnachten für 2 dort und wir fahren jedenfalls nochmal nach Israel. unglaublich schönes Land und die Leute sind der Wahnsinn! Selten se wohlgefühlt ausserhalb von Österreich

    • Adam am 28.02.2018 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      oh ja!

      Kann ich absolut nachvollziehen! Die Landschaften sind einzigartig, abwechslungsreich und wunderschön, und die Menschen sehr offen, freundlich und ehrlich interessiert am reisenden Gegenüber. Die unzähligen Male die ich dort war, gehören zu den schönsten Erinnerungen in meinem Leben.

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