"I'll fuck you up"

14. Mai 2019 21:46; Akt: 16.05.2019 08:19 Print

Hotels werben mit derbem Video

von Raphael Knecht - "I don't give a damn" und "I'll fuck you up": Mit viel Gefluche im Hollywood-Look wollen Schweizer Hotels Gäste zur Direktbuchung anregen.

Das ist der derbe Spot von Bern Hotels. (Video: BERN Hotels, gecko commmunication, CZAR Schweiz, Bene Abegglen)
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Hoteliers würden sich freuen, wenn ihre Gäste direkt bei ihnen statt über Plattformen wie Booking.com buchen würden. Darum hat die Vereinigung Bern Hotels einen neuen Werbespot lanciert. Der zeigt ein Verhör im Stil eines Hollywood-Thrillers.

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Der für das Verhör zuständige Polizist brüllt dem Verdächtigen auf Englisch Schimpfworte ins Gesicht, während dieser ihm verrät, dass er letzte Nacht mit dessen Frau im Bett war. Und zwar – nebenbei erwähnt – in einem Hotel in Bern, dass er direkt gebucht hat. Das Video hat deutsche Untertitel – die fallen aber etwas zahmer aus als der gesprochene Text.

Was soll das Ganze?

Bern Hotels gibt an, mit der Online-Kampagne Gäste darauf aufmerksam machen zu wollen, dass es sich lohne, direkt beim Hotel zu buchen. Dies, weil die Anbieter bei Buchungen über Plattformen wie Booking.com eine Kommission von bis zu 25 Prozent zahlen müsste.

Das Verhörvideo soll mit seiner speziellen Präsentation auf den sozialen Medien hervorstechen, schreibt die Vereinigung von 32 Hotels, die zum Regionalverband Hotellerie Bern+ Mittelland gehört.

Mit solchen Werbespots versuchen Firmen, virale Videos zu schaffen, wie Thorsten Merkle, Tourismus-Studienleiter an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur, zu "20 Minuten" sagt: "Der Inhalt hat bei solchen Spots häufig wenig mit der eigentlichen Aussage zu tun." Dadurch, dass etwa Hotelbuchungen nicht direkt etwas mit Polizeiverhören zu tun haben, frage sich der Zuschauer, was das Ganze soll. Das schaffe Aufmerksamkeit.

Tabus brechen

Zudem seien die Macher von solchen Videos bestrebt, Tabus zu brechen. "Das wird heute immer schwieriger", sagt Merkle. Im Fall von Bern Hotels dürfte die grobe Sprache im Clip für Gespräche sorgen.

Das Video komme gut an, sagt Beatrice Imboden. Sie war bis Ende April Präsidentin von Bern Hotels – der Werbespot war eines ihrer letzten Projekte als Präsidentin. "Viele sind erstaunt, dass wir den Mut haben, so ein Video zu machen", sagt sie zu "20 Minuten".

Eine virale Sensation scheint der Clip jedoch bisher nicht zu sein: Auf YouTube hat das Video innerhalb einer Woche einige Tausend Views geholt. Und nicht alle finden das Video witzig. "Ich glaube nicht, dass Untreue eine gute Methode ist, um ein Hotel zu verkaufen", lautet einer der wenigen Kommentare.

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