Vor der Küste Norwegens

14. Juli 2019 18:33; Akt: 15.07.2019 10:32 Print

Radioaktives Leck in Atom-Wrack entdeckt

1989 sank die "Komsomolez" vor der Küste Norwegens. Jetzt haben Forscher dort einen ums 100.000-fache erhöhten Wert radioaktiver Strahlung gemessen.

Radioaktives Leck: Verseucht russisches Atom-U-Boot das Europäische Nordmeer? (Quelle: Bit Projects News)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es sind unheimliche Aufnahmen, die ein norwegisch-russisches Wissenschaftler-Team in rund 1.850 Metern Tiefe ans Tageslicht brachte. Sie zeigen das Wrack der "K-278 Komsomolez", eines sowjetischen Atom-U-Boots, das am 7. April 1989 in Folge eines Brandes im Europäischen Nordmeer sank. 42 Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.

Seither wird das Wrack von beiden Staaten regelmäßig kontrolliert. Weil eine Bergung zu teuer und riskant gewesen wäre, wurde das U-Boot 1996 mit einem geleeartigen Material versiegelt. Diese Hülle sollte bis zu 30 Jahre Schutz bieten.

Doch mittlerweile scheint diese ein Leck zu haben, wie die Wissenschaftler bei ihrer Mission Anfang Juli 2019 feststellen mussten. Im Wasser um die "Komsomolez" wurden erhöhte Strahlungswerte gemessen. Anstatt der normalen 0,001 Becquerel pro Liter zeigten die Messinstrumente 100 Becquerel – das 100.000-fache des früheren Wertes.


Die K-278 Komsomolez auf einem undatierten Foto des US-Geheimdienstes CIA (Bild: WikimediaCommons, gemeinfrei)

Gleichzeitig fanden die Forscher eine radioaktive Wolke, die offenbar aus einer Öffnung des Wracks herausströmt. Diese ist sogar als grauer Schleier sichtbar. Auch hier wurde erhöhte Radioaktivität gemessen.

(K)ein Grund zur Besorgnis?

Trotz des dramatischen Anstiegs halten die Wissenschaftler die Strahlung nicht für besorgniserregend. Es bestehe keine Gefahr für Fische oder Menschen, wie es seitens des Havforskningsinstituttet heißt. Die Werte seien noch weit von den 600 Becquerel pro Kilo für Nahrungsmittel entfernt, welche nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl als Grenzwert festgelegt worden waren.

Trotzdem wollen die norwegischen Behörden weiter ein Auge auf das radioaktive Wrack haben und die Strahlenwerte genau kontrollieren. Die Untergangsstelle liegt nämlich in einem der fischreichsten Gebiete der Welt, ein erhöhtes Austreten von radioaktivem Material hätte katastrophale Folgen.

Die Bilder des Tages
Die Bilder des Tages

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(rcp)

Themen
Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred von Jupiter am 14.07.2019 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Lügen bis zum eigenen Untergang

    Genau so funktioniert die Macht der Konzerne. Wenn irgendwo irgendetwas passiert, werden ganz einfach die bis zu diesem Zeitpunkt geltenden Grenzwerte angepasst - sprich: angehoben - und schon ist alles in Ordnung. So geschehen nach Tschernobyl, genauso nach Fukushima. Oder hat irgendjemand in den letzten 10 Jahren eine Ozonwarnung vernommen?

  • franz am 14.07.2019 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    zum verwundern

    also aus für Fische aus Norwegen und der Nordsee nur mehr mit Geigerzählern einkaufen gehen , aber es ist egal der ganze Theater um den Umweltschutz den brauchen wir sowie so nicht den jeder spielt sein Machtspielchen , zb Köln hat ja jetzt den Umwelt notstand ausgerufen wegen zu hoher Umweltbelastungen und bevor die News aus waren wurde schon eine Riesen Feuerwerk aus Köln gezeigt und alle haben gestaunt und geklatscht Bravo und das Brett vorm kopf hat niemanden weh getan

  • Marie Curie am 14.07.2019 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Weitergehen, hier gibts nichts zu sehen!

    Das Schöne an der Kernkraft ist, dass niemals irgendeine Gefärdung für irgendjemanden oder irgendetwas besteht, egal was auch immer schiefgeht und wie hoch die Emission an Radioisotopen ist. Eine ausgesprochen menschenfreundliche Technologie mit eingebautem Null-Risiko!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 15.07.2019 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Und es gibt noch viel mehr...

    Nur eine der vielen "Überraschungen" der Zukunft...

  • Erwin K. am 15.07.2019 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    EU - Verantwortung - Klima

    Unfassbar, Russland und andere Großmächte forschen nach neuem Lebensräumen im Weltall, vermüllen unseren Planeten und weigern sich, den eigenen giftigen Schrott zu entsorgen.

  • Fred von Jupiter am 15.07.2019 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    IAEO

    Da wird die IAEO wohl bald zusammentreten und den Risikogrenzwert für verstrahlten Fisch wieder anheben. Darin hat diese Organisation seit Salisbury, Tschernobyl und Fukushima schon genug Erfahrung.

  • Alex am 15.07.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Das glaubst ja nicht

    Aus einem kleinen Atomkraftwerk im Meer strömt Radioaktives Material heraus, aber das macht nix. Eigentlich muss man sich als Endverbraucher schon beleidigt fühlen, für wie dumm man verkauft wird.

  • A Österreicherin am 15.07.2019 00:20 Report Diesen Beitrag melden

    Man ist machtlos

    Na klar, als ob man das glaubt das das nicht schädlich ist ,den Schmarrn hat man uns auch bei Tschernobil verkauft und heute ist jeder 3 te Krebs krank .Und der Staat verdient noch daran ,die wenigsten erleben die Rente ,die Zigaretten werden teurer (man muss ja einen sündigen finden sag ich als Nichtraucher ),behandelte Bioware wird verkauft die niemals Bio ist da Tschernobil noch drinnen steckt ,die Erde wurde ja nie überall abgetragen auf den Feldern .Den größten Spass hat die Generation 50er ,60er ,70 und 80 er Jahre ,die haben es live abbekommen. Wünsche uns allen ein langes Leben